Heilige
Lebensdaten: geboren in Arabien, gestorben um 305 in Aigeai, Kilikien, heute Teil von Yumurtalık, Türkei Lebensgeschichte und Legende: Die Zwillingsbrüder Kosmas und Damian stammten aus einer wohlhabenden christlichen Familie und waren angesehene Ärzte, wobei sie grundsätzlich über den Kranken das Kreuzzeichen machten und beteten sowie auf jedes Honorar verzichteten (siehe Mt 10,8: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“). Mit spektakulären Heilungen wie einer Beintransplantation und zahlreichen Bekehrungen ihrer Patienten zum Christusglauben schufen sie sich viele Neider und Feinde, nicht zuletzt unter den Götzenpriestern der römischen Heilgötter Apoll und Äskulap, denen sie das Geschäft verdarben. Als unter Kaiser Diokletian eine reichsweite Christenverfolgung einsetzte, die unter dem Mitkaiser Galerius besonders im Osten des Römischen Reichs wütete, wurden Kosmas und Damian dem Statthalter Lysias vorgeführt, der ihnen das Kaiseropfer befahl. Als sie sich weigerten, wurden sie der Feuerfolter unterworfen und schließlich enthauptet, einigen Lesarten ihrer Hagiographie nach gemeinsam mit drei weiteren Brüdern. Anderen Überlieferungen nach waren sie Söhne der heilkundigen Christin Theodote, der Erfinderin der im Mittelalter weitverbreiteten Apostelsalbe aus zwölf Zutaten gegen Geschwüre, und starben 284 im nordsyrischen Kyrrhos (heute Nebi Huri) eines natürlichen Todes, nicht ohne zuvor noch den römischen Kaiser Carinus geheilt und bekehrt zu haben. Verehrung: Kosmas und Damian werden ostkirchlich besonders als „Anargyroi – Silberlose“, d.h. als heilige Geldverächter verehrt. Ihr Kult reicht an Orten wie Thessaloniki und Kyrrhos bis ins 4. Jahrhundert zurück. Ihr früherer westkirchlicher Gedenktag am 27. September, dem Weihetag der ihnen gewidmeten römischen Kirche Santi Cosma e Damiano im Jahr 527, wich 1969 dem Gebotenen Gedenktag des heiligen Vinzenz von Paul. Dafür werden sie im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt. Reliquien befinden sich in Prüm, Essen, Hildesheim, Madrid und München. In Italien, besonders auf Sizilien, finden um den 27. September herum zahlreiche Prozessionen zu ihren Ehren statt. Darstellung: als Ärzte mit medizinischen Instrumenten, beim Beinwunder, bei ihrer Enthauptung Patrone: der Kranken, der Ärzte und Apotheker, Barbiere und Bader, der medizinischen Fakultäten, von Essen, Florenz, der Dynastie der Medici („Ärzte“), Kinderpatrone in Brasilien Weitere Heilige des Tages:
Kaspar Stanggassinger, Ordenspriester
Kaspar Stanggassinger, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben 287 in Soissons Lebensgeschichte und Legende: Krispin und sein (Zwillings-) Bruder Krispinian stammten dem Namen nach aus einem römischen Senatorengeschlecht. Eine Überlieferung hält fest, dass sie als Glaubensboten nach Gallien entsandt wurden und von Soissons aus das Evangelium Jesu Christi verkündigten. Um ihren Lebensunterhalt nach dem Vorbild des heiligen Apostels und Zeltmachers Paulus zu verdienen, fertigten sie nachts Schuhe, um sie anderntags zu verkaufen – den Armen überließen sie sie freilich umsonst. Einer anderen Tradition nach flohen sie vor der Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian nach Gallien, womit sie allerdings vom Regen in die Traufe, das heißt in die Fänge des Mitkaisers Maximian gerieten. Nachdem dieser die Brüder vergebens vom Glaubensabfall zu überzeugen versucht hatte, übergab er sie dem für seine Grausamkeit berüchtigten Statthalter Rictiovarus. Dieser ließ ihnen Ahlen aus ihrer eigenen Schuhmacherwerkstatt unter die Fingernägel treiben und sie mit flüssigem Blei übergießen, wobei ein Spritzer davon Rictiovarus den Verlust eines Auges kostete, weswegen er die Brüder mit Mühlsteinen um den Hals in die Aisne werfen ließ. Als sie jedoch wie unbeschwert ans andere Ufer geschwommen waren, wurde Rictiovarus so rasend, dass er sich mit ihnen in einem brennenden Haus einsperrte – was nur sie überlebten. Dieses Spektakels leid, ließ sie Maximian schließlich enthaupten. Darstellungen des Martyriums durch Abziehen der Haut ist vermutlich dem missverstandenen Schuhleder auf älteren Abbildungen geschuldet. Eine ganz andere Lesart verlagert die Geschichte von Krispin und Krispinian nach Britannien, wo damals für eine kurze Zeit der Gegenkaiser Carausius herrschte. Die Brüder aus der römisch-britannischen Oberschicht hatten die Hauptstadt Canterbury nach dem Mord an ihrem kaiserkritischen Vater verlassen und eine Lehrstelle bei einem Schuhmacher in Faversham (Kent) angetreten, wo sie sich später endgültig niederließen. Ausschmückungen dieser Variante einschließlich Pilgerfahrt nach Rom und Soissons wurden im Theater des Elisabethanischen Zeitalters häufig dargeboten. Verehrung und Weiterleben: Im 6. Jahrhundert wurden die königliche Abtei Saint-Crépin-le-Grand gegründet und einige Reliquien nach Lisdorf (Saarlouis) verbracht. Von der Altarweihe dort am 25. Oktober 570 leitet sich der Gedenktag ab. Weitere Reliquien befinden sich im Osnabrücker Domschatz und in der römischen Kirche San Lorenzo in Panisperna. Literarischen Niederschlag fand der Krispinstag in William Shakespeares Drama Heinrich V. mit der St. Crispins-Tag-Rede zur Schlacht von Azincourt am 25. Oktober 1415. In Richard Wagners Meistersingern von Nürnberg tritt die Schuhmacherzunft mit einem Lied zu Ehren Krispins auf. Arbeiterinnen und Arbeiter in US-amerikanischen Schuhfabriken gründeten 1867/69 die ältesten Gewerkschaften des Landes als „Daughters of St. Crispin“ und „Order of the Knights of St. Crispin“. Darstellung: in der Schuhmacherwerkstatt, beim Martyrium mit Ahlen unter den Fingernägeln Patron: von Osnabrück und Soissons, der Schuhmacher, Sattler, Gerber und Handschuhmacher, Mitpatron des Bistums Osnabrück Weitere Heilige des Tages:
Ludwig III. von Arnstein, Klostergründer
Margareta von Roskilde, Märtyrin
Minias, Märtyrer
Tabea, Jüngerin
Ludwig III. von Arnstein, Klostergründer
Margareta von Roskilde, Märtyrin
Minias, Märtyrer
Tabea, Jüngerin
Lebensdaten: geboren um 635 in Maastricht, gestorben an einem 17. September vor 705 in Lüttich Lebensgeschichte: Lambert stammte aus begüterter adliger Familie und wurde unter der Obhut seines Onkels Bischof Theodard von Maastricht erzogen. Er verkehrte als hoher Geistlicher am Hof der Merowingerkönige und wurde nach der Ermordung Theodards mit noch nicht 30 Jahren selber Bischof von Maastricht und dann zu einem der Ratgeber des jungen Frankenkönigs Childerich II. Nach dessen Ermordung 675 ließ der fränkische Hausmeier Ebroin Lambert als Gefolgsmann Childerichs verbannen und durch einen Gegenbischof namens Pharamond ersetzen. Nach sieben Jahren Exil im Kloster Stablo bei Lüttich kehrte Lambert zurück und missionierte erfolgreich in Nordbrabant entlang der Maas. Anders als die meisten Glaubensboten seiner Zeit beschränkte er sich nicht auf Städte und Eliten, sondern suchte für seine Verkündigung ländliche Gegenden auf. Lambert unterstützte die Errichtung neuer Klöster wie Münsterbilsen und diente damit dem Herrschaftsanspruch Pippins des Mittleren gegenüber den Friesen sowie der Missionstätigkeit Willibrords. Tief in die Parteikämpfe seiner Zeit verwickelt, wurde Lambert von Pippins Hausmeier Dodo aus Blutrache ermordet, nachdem Gefolgsleute des Bischofs zwei plündernde Verwandte Dodos erschlagen hatten. Verehrung und Brauchtum: Weil sich Lambert nicht verteidigt hatte und spätere Viten behaupteten, Dodo hätte den Bischof im Auftrag seiner Schwester Chalpaida ermordet, weil Lambert ihre ehebrecherische Beziehung zu Pippin getadelt hatte, galt er bald als Märtyrer. Sein Nachfolger Hubertus machte durch die Umbettung Lamberts von seiner ersten Grablege in Maastricht nach Lüttich das Dorf zum neuen Bischofssitz, der durch die Verehrung der Reliquien enorm an Bedeutung gewann. Über dem Märtyrergrab erhebt sich heute die Lambertuskathedrale. Die Reliquien wurden jedoch 1794 infolge der Französischen Revolution vernichtet. Im Freiburger Münster wird seit Ende des 12. Jahrhunderts das Lambertushaupt verehrt. Im Münsterland ist wegen des Patroziniums der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti ein Brauchtum mit Volksfest, Lichterfeier und Tanz entstanden, das den Übergang zum Herbst markiert. Darstellung: als Bischof mit Schwert, oder von Lanze durchbohrt, mit Kirchenmodell oder glühenden Kohlen Patron: des Bistums Lüttich, der Stadt Freiburg, der Chirurgen und Zahnärzte, bei Nierenleiden Weitere Heilige des Tages:
Josef von Copertino, Mönch, Mystiker
Therese Neumann, Dulderin
Josef von Copertino, Mönch, Mystiker
Therese Neumann, Dulderin
Lebensdaten: gestorben um 375 auf der Krim, Ukraine Lebensgeschichte und Verehrung: Larissa oder Lara (anderen Überlieferungen zufolge auch Baren oder Beride) weigerte sich, ein Götzenbild zu verehren, und wurde zusammen mit 300 weiteren „gotischen Märtyrern“, von denen 26 namentlich bekannt sind, in eine Kirche gesperrt und verbrannt. Bei diesen „Goten“ handelte es sich tatsächlich um Angehörige des ostgermanischen Stammes, dessen Anführer Athanarich die verhasste „fremde“ Religion der römischen Erzfeinde nicht dulden wollte. Larissas Reliquien wurden von der gotischen Königswitwe Gaatha und ihrer Tochter Duclida nach Cyzicus in der heutigen Türkei gebracht, wo ihr zu Ehren eine Kirche errichtet wurde. Sie wird in der griechisch- und in der russisch-orthodoxen Kirche verehrt. Weitere Heilige des Tages:
Liudger, Glaubensbote, Bischof
Felix, Bischof
Kastulus, Märtyrer
Liudger, Glaubensbote, Bischof
Felix, Bischof
Kastulus, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 230 in Laurentum bei Rom, gestorben am 10. August 258 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Laut Ambrosius von Mailand war Laurentius Diakon von Papst Sixtus II. und als Verwalter des Kirchenschatzes für die Caritas zuständig. Als Sixtus auf Befehl des Kaisers Valerian festgenommen und zur Enthauptung geführt wurde, wollte sein Diakon mit ihm sterben, doch Laurentius wurde nur ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius alles an die Christen der Stadt Rom und führte nach drei Tagen die Armen und Kranken, Witwen und Waisen zum Kaiser: Das sei der wahre Schatz der Kirche. Der Kaiser ließ deswegen Laurentius zu Tode quälen: Er wurde auf einen brennenden Rost gelegt. Der Überlieferung nach bat Laurentius seine Schergen, sie möchten ihn doch wenden, auf der einen Seite sei er schon gar. Verehrung/Brauchtum: Schon Kaiser Konstantin ließ in Rom über seinen und den Gebeinen des Erzmärtyrers Stephanus eine Basilika errichten. Der Nachfolgebau, S. Lorenzo fuori le mura, gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms. Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am Laurentiustag des Jahres 955 avancierte Laurentius zu einem der beliebtesten Heiligen des Reichs, dem zahlreiche Kirchen gewidmet oder umgewidmet wurden. König Philipp II. von Spanien gab seinem Escorial-Palast den Grundriss eines Rosts. Als „Laurentiustränen“ bezeichnet man die vielen Sternschnuppen, die Mitte August am Nachthimmel beobachtet werden können. Ab dem Laurentiustag werden die Herbstfeldfrüchte angebaut. Früher wurde Laurentiusbrot gesegnet und an die Armen verteilt. Der Laurentiussegen galt als Brandsegen bei Feuer, aber auch bei seelischen Qualen. Darstellung: als junger Diakon mit Rost, mit Geldbeutel oder Brot Patron: von Wuppertal, Nürnberg, Merseburg und Kulm, der Bibliothekare, Archivare, Köche und vieler Berufe, die mit Feuer zu tun haben, gegen Feuersgefahren, der Schüler und Studenten, Helfer bei Augenleiden, Hexenschuss, Ischias, Fieber, Hauterkrankungen und gegen die Pest, gegen die Qualen des Fegefeuers und der Armen Seelen, für das Gedeihen des Weins Weitere Heilige des Tages:
Astrid von Bergamo, Märtyrin
Astrid von Bergamo, Märtyrin
Lebensdaten: geboren am 22. Juli 1559 in Brindisi, gestorben am 22. Juli 1619 in Lissabon Lebensgeschichte: Giulio Cesare de Rossi war Schüler und Oblate der Franziskaner-Konventualen in Brindisi und trat 1575 als Fra Lorenzo in den jungen Kapuzinerorden ein. Nach der Priesterweihe 1582 wurde er bei der Ausbildung des Ordensnachwuchses eingesetzt. Laurentius hatte sich im Studium in Padua und Venedig überragende theologische Kenntnisse sowie zahlreiche Sprachen angeeignet. Er sprach neben Italienisch und Latein auch fließend Deutsch und Französisch und beherrschte die biblischen Sprachen wie Griechisch, Syrisch und Hebräisch so gut, dass ihn Juden bei Streitgesprächen für einen konvertierten Juden hielten. Von seinem phänomenalen Gedächtnis hieß es, er könne die gesamte Heilige Schrift auf Latein, Griechisch und Hebräisch auswendig. In etwas mehr als zehn Jahren stieg er in der Ordenshierarchie vom Provinzial der Toskana über die Leitung der Provinzen Venedig, Schweiz, Böhmen-Österreich, Tirol-Bayern und Genua bis zur Führung des gesamten Ordens als Generalminister auf. In diesen Funktionen bereiste er halb Europa zu Fuß und gründete zahlreiche Klöster. 1601 entsandte ihn Papst Clemens VIII. zu Kaiser Rudolf nach Prag und von dort aus als obersten Feldkaplan zu den kaiserlichen Truppen nach Ungarn. Nicht zuletzt auf Laurentius’ anfeuernde, mehrsprachige Predigten und mutiges Vorangehen soll der Sieg über die Türken bei Stuhlweißenburg zurückzuführen sein. 1606 von Papst Paul V. nach Deutschland entsandt, nahm er gegenreformatorischen Einfluss auf die Politik der katholischen Fürsten. Mit Herzog Maximilian von Bayern verband ihn eine enge Freundschaft. Er fädelte die widerrechtliche Exekution der Reichsacht über das schwäbische Donauwörth durch die Bayern ein und organisierte 1609 die Katholische Liga gegen die Protestantische Union – damit waren die Fronten des Dreißigjährigen Krieges geschaffen. Bei aller diplomatischen Umtriebigkeit war Bruder Laurentius ein tief innerlicher Priester, dessen Eucharistiefeiern vor lauter Andacht mehrere Stunden dauern konnten, ein als Star gefeierter Prediger, dessen Verehrung ihn zu Verkleidungen und Schleichwegen zwangen, und ein fruchtbarer Schriftsteller. Neben seinen Predigten sind ein Genesis-Kommentar zu nennen sowie die erste Auseinandersetzung mit Martin Luther auf der Grundlage einzig der Heiligen Schrift. 1618 reiste er als Unterhändler der durch den Vize-König bedrückten Neapolitaner zu König Philipp III. von Spanien nach Lissabon, wo er an seinem 60. Geburtstag starb, möglicherweise an einem Giftanschlag. Verehrung: Bruder Laurentius wurde auf dem Friedhof des Klarissenklosters von Villafranca del Bierzo im nordspanischen León beigesetzt, das Grab wurde jedoch während der napoleonischen Besatzung 1808 zerstört. Er wurde 1783 selig-, 1881 heiliggesprochen und 1959 zum Kirchenlehrer erhoben. Darstellung: als Kapuziner mit Kreuz oder tief im Gebet versunken Patron: von Brindisi, der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol Weitere Heilige des Tages:
Daniel, Prophet
Victor von Marseille, Bischof, Märtyrer
Daniel, Prophet
Victor von Marseille, Bischof, Märtyrer
Lebensdaten: geboren in Bethanien bei Jerusalem Lebensgeschichte und Legende: Lazarus und seine Schwestern Martha und Maria waren enge Freunde Jesu und hatten ihn häufig in Bethanien zu Gast. Kurz vor seinem eigenen Sterben und Auferstehen weckte Jesus den verstorbenen Lazarus wieder zum Leben auf. In einer der eindrucksvollsten Szenen des Johannesevangeliums (Joh 11,1–44) vollbringt Jesus an seinem Freund sein größtes Zeichen und bekundet sich dabei selber als „die Auferstehung und das Leben“. Lazarus, obwohl er vier Tage im Grab lag und dementsprechend roch, nimmt noch an einem Mahl in Bethanien teil (Joh 12,1), dann verlieren sich die Spuren seines weiteren irdischen Lebens. Seine Auferweckung führte viele zum Glauben – und zum Beschluss des Hohen Rates, Jesus und Lazarus zu töten. Der Legende nach gelangte Lazarus mit seinen Schwestern auf dem Seeweg nach Südfrankreich, wo er der erste Bischof von Marseille wurde. Je nach Variante starb er unter Kaiser Claudius (regierte von 41 bis 54) eines natürlichen Todes oder erlitt unter Kaiser Domitian (regierte von 81 bis 96) das Martyrium. Seine lange für echt gehaltenen Reliquien liegen in der Kathedrale Saint-Lazare von Autun. Die ostkirchliche Legende macht aus Lazarus einen Glaubensboten auf Zypern, den der heilige Petrus zum ersten Bischof von Kition bestimmte. Sein Grab lag in der Bischofsstadt Larnaka. Seine Gebeine wurden im 9. Jahrhundert nach Byzanz verbracht, wo sie bis zu ihrer Entwendung durch Kreuzfahrer im Jahr 1204 in einer eigenen Kirche verehrt wurden. Zu seinem Gedächtnis wurde Bethanien spätestens im 4. Jahrhundert in Lazarium umbenannt (heute Al-Eizariya). Die Prozession vom zweieinhalb Kilometer entfernten Jerusalem zu seinem Grab am Samstag vor Palmsonntag hat sich in der Tradition der Ostkirche als „Lazarussamstag“ erhalten. In Zusammenlesung mit der Erzählung vom armen Lazarus (Lk 16,19–31) wurde er im Mittelalter zum Namensgeber eines Hospitaliterordens und ihrer Lazarette zur Pflege Aussätziger. Die Lazaristen des heiligen Vinzenz von Paul sind nach der Pariser Mutterkirche Saint-Lazare benannt. Darstellung: bei seiner Auferweckung, mit Leinenbinden Patron: der Totengräber, Metzger und Bettler sowie der Aussätzigen und ihrer Spitäler (Lazarette), von Marseille Weitere Heilige des Tages:
Flora, Lucilla und Gefährten, Märtyrer
Martha und Maria von Bethanien, Jüngerinnen
Urban II., Papst
Flora, Lucilla und Gefährten, Märtyrer
Martha und Maria von Bethanien, Jüngerinnen
Urban II., Papst
Lebensdaten: gestorben am 22. März 384 in Rom Lebensgeschichte: Lea war eine junge, wohlhabende römische Witwe und gehörte mit Paula und Marcella zum Kreis der Unterstützerinnen aus Patrizierkreisen, die der heilige Hieronymus bei seinem Romaufenthalt um sich scharte. Hieronymus schrieb im Nachruf auf seine Wohltäterin, Lea habe auf Schminke, Schmuck und kostbare Gewänder verzichtet und sich stattdessen in Sackleinen gekleidet. Den größten Teil der Nacht habe sie im Gebet verbracht. Hieronymus vertraute ihr die Leitung des Jungfrauenkonvents an, den Marcella in ihrem Haus auf dem Aventin gegründet hatte, und pries Lea als „Mutter der Jungfrauen“. Sie starb am 22. März 384 und liegt in Ostia begraben. Hieronymus schrieb in seinem Nachruf: „Lea, deren Lebensweise als Narrheit angesehen wurde, herrscht nun mit Jesus Christus und ist trunken von jenem Freudenstrom, den Gott seinen Auserwählten verheißt.“ Verehrung: Lea wird als Schutzheilige der Witwen verehrt. Darstellung: in Witwentracht, betend vor einem Kreuz Weitere Heilige des Tages:
Clemens August Graf von Galen, Bischof
Elmar von Lidlom, Abt, Märtyrer
Joseph Oriol, Priester, Mystiker
Clemens August Graf von Galen, Bischof
Elmar von Lidlom, Abt, Märtyrer
Joseph Oriol, Priester, Mystiker
Lebensdaten: geboren um 400 in der Toskana, gestorben am 10. November 461 in Rom Lebensgeschichte: Leo wurde um 400 in Tuszien – das entspricht in etwa der heutigen Toskana – geboren. Er war als römischer Archidiakon der wichtigste Mitarbeiter von Papst Coelestin und wurde 440 trotz Abwesenheit – er war gerade auf Reisen in Gallien – einstimmig zu dessen Nach-Nachfolger gewählt. Gleich zu Beginn seines Pontifikats spitzte Leo das künftige Amtsverständnis der römischen Bischöfe zu: Der Nachfolger des heiligen Petrus sei gleichsam Petrus selbst, und diese Würde werde vom jeweiligen Amtsinhaber weder gemindert noch gesteigert. Leo war von daher sehr auf die Wahrung der Rechte der Kirche von Rom gegen konkurrierende Bischofssitze sowie die Reichsmacht bedacht und übte seinen Hirtenanspruch anlässlich der großen theologischen Auseinandersetzungen aus. Er verteidigte den rechten Glauben gegen die Irrlehren des dualistischen Manichäismus und des letztlich selbsterlösenden Pelagianismus. Vor allem setzte er 451 mit einem Sendschreiben an das Konzil von Chalkedon gegen den Monophysitismus die kirchliche Lehre durch, dass sich in der einen Person Jesus Christus beide Naturen vereinen, die menschliche und die göttliche. Die Konzilsväter akklamierten: „Durch Leo hat Petrus gesprochen.“ Als 452 die Hunnen im heutigen Italien einfielen, ritt er ihnen bis Mantua entgegen. Leo erreichte offenbar vom Hunnenführer Attila, dass dieser Rom von der Zerstörung verschonte. Den Vandaleneinfall und die Plünderung der Stadt unter König Geiserich drei Jahre später konnte er wohl nicht aufhalten, jedoch zumindest das Leben der römischen Bürger schützen und verhindern, dass Rom niedergebrannt wurde. Leo, der den größten Anteil an der Vorrangstellung Roms in der lateinischen Kirche hatte, starb mit etwa 60 Jahren und wurde als erster Papst in der Vorhalle der damaligen Petersbasilika bestattet. Verehrung: 688 wurden Leos Gebeine erhoben und in einen eigenen Altar übertragen. Heute befindet sich dieser in der Cappella della Colonna im Petersdom. 1754 wurde Leo, der als einziger Papst außer Gregor I. den Titel „der Große“ verliehen bekam, zum Kirchenlehrer erklärt. Darstellung: als Papst mit Kreuz, Drachen oder Evangelienbuch Patron: der Musiker, Organisten und Sänger Weitere Heilige des Tages:
Andreas Avellino, Ordenspriester, Missionar
Johannes Scotus, Bischof, Märtyrer
Andreas Avellino, Ordenspriester, Missionar
Johannes Scotus, Bischof, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 750 in Rom, gestorben am 12. Juni 816 ebendort Lebensgeschichte: Leo hatte sich als Kleriker an der Kurie buchstäblich hochgearbeitet und war Gewandmeister im Lateranpalast und schließlich Kardinalpresbyter an S. Susanna. Als Hadrian I. 795 starb, wurde unmittelbar nach dessen Tod Leo zum Papst gewählt. Die Gefolgsleute seines Vorgängers Hadrian waren nicht recht zufrieden mit dem neuen Papst, denn Leo brüskierte den imperialen Anspruch Byzanz’, indem er den Frankenkönig Karl als Schutzherrn über Rom anerkannte: Er übersandte ihm die Schlüssel zum Grab Petri und ein Banner der Stadt Rom. Der Ärger seiner Kritiker ging sogar so weit, dass sie ihn 799 während einer Prozession überfielen und misshandelten. Leo III. bat daraufhin bei einem Treffen in Paderborn König Karl um seine Hilfe. Der reiste im Herbst auch wirklich nach Rom, wo er an Weihnachten 800 von Papst Leo zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wurde. Leo III. legte damit den Grund für die Verbindung des deutschen Königtums mit dem römischen Kaisertum und prägte so die abendländische Geschichte. Papst Leo hatte vielfach Schwierigkeiten mit den religiösen Eigenmächtigkeiten des Kaisers, weswegen er auch der Krönung von dessen Nachfolger Ludwig fernblieb. Gegen Ende seines Lebens brach noch ein Adelsaufstand gegen ihn aus, den er knapp überlebte. Als er die Rädelsführer zum Tod verurteilen ließ, musste er sich in der Aachener Kaiserpfalz deswegen verantworten. Er starb am 12. Juni 816 in Rom. Verehrung: Papst Leo III. wurde 1673 durch Papst Clemens X. heiliggesprochen. Darstellung: meist in päpstlichen Kleidern mit einem Kirchenmodell in der Hand Weitere Heilige des Tages:
Guido Vagnotelli, Mystiker
Kaspar Bertoni, Ordensgründer
Onuphrius der Große, Mönchsvater
Guido Vagnotelli, Mystiker
Kaspar Bertoni, Ordensgründer
Onuphrius der Große, Mönchsvater