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Heilige

Lebensdaten: geboren am 12. August 1591 in Ferrières-en Brie (Île-de-France), gestorben am 15. März 1660 in Paris Lebensgeschichte: Louise war die uneheliche Tochter eines verwitweten Edelmanns, der sie mit vier Jahren in die Obhut eines adligen Töchterinstituts der Dominikanerinnen gab. Sie genoss dort eine humanistische Erziehung und kam mit der Spiritualität Katharinas von Siena in Berührung. Nach dem Tod des Vaters 1604 brachte sie ihr Vormund in einem Pariser Wohnheim adliger Fräulein unter. Unter dem Eindruck der katholischen Erneuerung, die mit der Gegenreformation einherging, legte sie für sich das Gelübde ab, Gott und den Nächsten zu dienen, begeisterte sich für die Werke Franz’ von Sales und wollte in den Kapuzinerorden eintreten. Mit 21 Jahren wurde sie verheiratet und bekam einen Sohn. Als ihr Mann zehn Jahre darauf schwer erkrankte, glaubte sie an eine Strafe Gottes, weil sie ihr Gelübde nicht eingehalten hatte, und verfiel in eine geistliche Trostlosigkeit. Ein „Licht“, das sie Pfingsten 1623 in einer Kirche empfing, gab ihr die Gewissheit, am Krankenbett am rechten Platz zu sein, sowie die einer kommenden geistlichen Begleitung und klösterlichen Lebensweise. 1624 lernte sie Vinzenz von Paul kennen, der ihre Sorgen vom eigenen Schicksal weglenkte und auf die Armen richtete. Nach dem Tod ihres Mannes 1625 gab sie ihren Sohn in ein Internat und ließ sich vollkommen in die karitative Arbeit der „Damen der Barmherzigkeit“ einbinden. 1633 nahm Louise de Marillac, die ihre Seele in einer mystischen Vision mit Christus vermählt hatte, vier Landmädchen bei sich auf, um sie zu Helferinnen auszubilden. Aus dieser Hausgenossenschaft entstand die Gemeinschaft der „Töchter der christlichen Liebe“ oder „Barmherzigen Schwestern“ zum Dienst an Christus in den Armen, Verlassenen und Kranken. Mehr und mehr junge Frauen schlossen sich der nicht klausurierten, zupackenden Gemeinschaft an, die neben der Versorgung der Kranken und der zahlreichen Kriegsinvaliden einen Schwerpunkt in der Mädchenerziehung fand. Bis zu Louises Tod 1660 waren unter ihrer Leitung 30 Niederlassungen in ganz Frankreich und ein Haus in Warschau entstanden. Verehrung: Louise de Marillac wurde in der Pariser Kirche Saint-Laurent bestattet und ruht heute im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in der Rue du Bac. Sie wurde 1920 selig- und 1934 heiliggesprochen. Papst Johannes XXIII. erklärte sie 1960 zur Patronin aller in der Sozialarbeit Tätigen. Die Barmherzigen Schwestern begehen ihren Gedenktag am 9. Mai, dem Datum ihrer Seligsprechung. Patronin: der Sozialarbeiter   Weitere Heilige des Tages:
Klemens Maria Hofbauer, Ordenspriester
Pius Keller, Provinzial
Zacharias, Papst
Lebensdaten: geboren 283 in Syrakus auf Sizilien, gestorben 304 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Lucia sollte verheiratet werden, obwohl sich die junge Frau Gott versprochen hatte. Als ihre Mutter Eutychia erblindete und wieder gesund von einer Wallfahrt zur heiligen Agatha nach Catania heimkehrte, bekehrte auch sie sich und ließ zu, dass Lucia ihre reiche Mitgift an die Armen verteilte und den unter Kaiser Diokletian verfolgten Christen Nahrungsmittel brachte. Um im Dunkeln beide Hände frei zu haben, setzte sich Lucia dazu einen Lichterkranz auf den Kopf. Als ihr zurückgewiesener Bräutigam erfuhr, dass sie ihr ganzes Vermögen verschenkte, lieferte er sie dem Statthalter Paschasius aus, der sie ins Dirnenhaus schleppen lassen wollte – Jungfrauen durften nicht hingerichtet werden. Doch Lucia ließ sich weder von Zugochsen noch von tausend Mann vom Fleck bewegen. Daraufhin ließ der Statthalter sie mit Pech und Öl übergießen und anzünden, doch auch die Flammen konnten ihr nichts anhaben. Schließlich stach er ihr ein Schwert durch den Hals. Anderen Legenden zufolge riss sie sich die Augen aus und schickte sie ihrem Verlobten, doch sie erhielt von der Gottesmutter Maria neue. Lucia starb erst, als ein Priester ihr die heilige Kommunion reichte. Verehrung und Brauchtum: Aus dem Jahr 400 ist Lucias Grabinschrift in der Katakombe San Giovanni in Syrakus erhalten. 1040 entführte der byzantinische General Georgios Maniakes nach der Rückeroberung Siziliens von den Arabern ihre Reliquien nach Konstantinopel, 1204 gelangten sie von dort nach Venedig, wo sie heute in der Kirche San Geremia ruhen. Ihre frühere Grabesstätte musste 1861 dem Bau des Bahnhofs Santa Lucia weichen. Auch die Basilika Saint-Vincent in Metz beansprucht, ihre Reliquien zu beherbergen. Bis zur Verlängerung des Jahres um zehn Tage durch die Gregorianische Kalenderreform von 1582 war der Luzientag der kürzeste des Jahres, weswegen sich um ihren Gedenktag zahlreiche Lichterbräuche herausgebildet haben. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weckt in Schweden die älteste Tochter als weißgekleidete Lucia mit Lichterkranz auf dem Kopf die Familie mit den ersten Weihnachtsplätzchen. In Fürstenfeldbruck setzen Kinder selbstgebastelte Luciahäuschen aus Papier mit einer Kerze in die Amper zum Dank für die Rettung vor einer Hochwasserkatastrophe am 13. Dezember 1785. Darstellung: mit durchstoßenem Hals, Palme, Öllampe, zwei Augen auf einem Teller Patronin: von Syrakus, Venedig und Nebraska, der Blinden, kranken Kinder, reuigen Dirnen, Anwälte, Bauern, Glaser und vieler anderer Berufe, bei Augenleiden, Halsschmerzen, Infektionen und Blutfluss   Weitere Heilige des Tages:
Anna Speckhahn, Märtyrin
Benno Koglbauer, Ordensmann
Hariolf von Ellwangen, Abt
Ottilie, Klostergründerin, Äbtissin
Lebensdaten: gestorben Anfang des 6. Jahrhunderts in Chur Lebensgeschichte und Legende: Lucius war an der Schwelle zum 6. Jahrhundert Bischof von Chur und verbreitete den Glauben in der ehemaligen römischen Provinz Rätien. Seine Vita aus karolingischer Zeit erzählt, dass er von den Anhängern des örtlichen Rinderkults beim heutigen St. Luzisteig in einen Brunnenschacht geworfen wurde. Christliche Einwohner Churs (das seit 451 bereits einen Bischof hatte) zogen ihn aber wieder heraus, brachten ihn in die Stadt und machten ihn später zu ihrem Bischof. Auf den Rinderkult weist vielleicht auch die legendarische Überlieferung, der nach er einen Bären als Zugtier anspannte, nachdem dieser einen seiner Ochsen gerissen hatte. Vermutlich wegen einer Namensverwechslung („Pritanni“ für sein heimatliches Prättigau) geht eine andere Überlieferung davon aus, dass er ein König aus Britannien war, der nach seiner Bekehrung im 2. Jahrhundert als Glaubensbote ins Rheintal bei Chur kam, wo er den Märtyrertod erlitt. Verehrung: Bis zum 8. Jahrhundert wurden Lucius’ Gebeine in der Ringkrypta der St. Stephanskirche verehrt, von der lediglich archäologische Reste existieren. Der in der Schweiz hochverehrte Heilige ruht jetzt in der St. Luziuskirche in Chur. Die Reliquien von Emerita, die ab dem 12. Jahrhundert als seine Schwester bezeichnet wird, gehören zum Domschatz der Churer Kathedrale nebenan. Darstellung: mit königlichen Insignien, mit Ochse und Bär Patron: des Bistums und der Stadt Chur, von Liechtenstein     Weitere Heilige des Tages:
Angela Astorch, Äbtissin, Mystikerin
Bibiana, Märtyrin
Silverius, Papst
Lebensdaten: geboren in Sachsen, gestorben am 29. März 1250 in Wismar Lebensgeschichte: Ludolf war Mitglied des Ratzeburger Domkapitels, das nach der Regel des Prämonstratenserordens lebte, und amtierte als Kämmerer, als er 1236 zum Bischof gewählt wurde. Das Leben der Domherren unterwarf er einer so strengen Disziplin, dass das Ratzeburger Stift als „Ordensgefängnis“ galt. Ludolf war mit Fürst Johann von Mecklenburg an der Klostergründung in Rehna beteiligt und im Auftrag Papst Innozenz’ IX. politisch tätig. Ab 1247 bestimmte die Auseinandersetzung mit Herzog Albrecht von Sachsen-Lauenburg seine Amtszeit, der Rechte und Güter aus Ludolfs Bistum beanspruchte und das Domkapitel gegen ihn einzunehmen versuchte. Schließlich wurde der Bischof im Auftrag des Herzogs von einem Lübecker Ritter gefangengenommen und gefoltert. Ludolf rettete sich zu Fürst Johann von Mecklenburg, der ihn im Franziskanerkloster von Wismar unterbrachte. Dort starb er an den Folgen seiner Haft. Verehrung: Ludolf soll bereits vor seiner Bestattung Wunder gewirkt haben. 1340 wurde sein Andenken mit einer feierlichen Prozession seines Leichnams begangen, bis 1384 erfolgte seine Kanonisation, seine Verehrung bestätigte Papst Benedikt XIII. 1728 für den Prämonstratenserorden. Mit der Aufhebung des Bistums Ratzeburg gelangten Reliquien von Ludolf ins Prämonstratenserkloster Hamborn. Der Orden begeht sein Gedächtnis am 26. April, das Erzbistum Hamburg am 17. Februar, dem Todestag des Ratzeburger Prämonstratenser-Bischofs Evermod. Darstellung: als Bischof, im Kerker mit Marterwerkzeugen, gemeinsam mit den weiteren Ratzeburger Prämonstratenser-Bischöfen Evermod und Isfried, bei der Heilung einer Kopfwunde   Weitere Heilige des Tages:
Berthold von Kalabrien, Einsiedler, Ordensgründer
Helmstan, Bischof
Jonas und Barachisus, Mönche, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 25. April 1219 in Poissy bei Paris, gestorben am 25. August 1270 bei Tunis Lebensgeschichte: Louis wurde mit zwölf Jahren und unter der Regentschaft seiner Mutter Blanche von Kastilien König von Frankreich und hatte zunächst Mühe, seine Herrschaft gegen die großen Landbarone und den König von England durchzusetzen. Mitte der 1240er Jahre war ihm aber nicht nur der Rückzug der Engländer und die Unterwerfung des Adels gelungen, sondern er hatte durch den Albigenserkreuzzug auch Okzitanien seinem Thron einverleibt. Mit rechtlich-administrativen Reformen, die am römischen Recht angelehnt waren, sowie diplomatischem Geschick führte der „ungekrönte Kaiser des Abendlandes“ Frankreich in ein Goldenes Zeitalter politischer und wirtschaftlicher Erfolge. Ludwig IX., der mit Margarete von Provence elf Kinder hatte, lebte persönlich wie ein Mönch und beteiligte auch seinen Hof und seine Familie an seinen Fasten- und Gebetsübungen. Seine Kinder mussten an den Papst appellieren, um nicht in einen der neuen, vom König favorisierten Bettelorden eintreten zu müssen. 1239 erwarb er die Dornenkrone Christi und ließ dieser kostbaren Reliquie die Sainte-Chapelle erbauen. 1248 wurde die Kathedrale Notre-Dame eingeweiht, 1268 das theologische Kolleg seines Hofkaplans Robert de Sorbon, die spätere Universität Sorbonne, bestätigt. Auch in der Armen- und Krankenfürsorge engagierte sich der Monarch. König Ludwig beteiligte sich an zwei Kreuzzügen zur Befreiung Jerusalems, die eindrucksvoll scheiterten. Beim ersten wurde er 1250 in Ägypten gefangengenommen, vom zweiten kehrte er 1270 gar nicht mehr zurück. Kurz nach der Eroberung Karthagos fiel er einer verheerenden Seuche zum Opfer. Verehrung: Ludwig wurde in der Königsabtei Saint-Denis bei Paris bestattet, sein Schädel kam in der Sainte-Chapelle zu liegen, sein Herz ruht im Dom von Monreale auf Sizilien. 1297 heiliggesprochen, wurde er zum französischen Nationalheiligen, der zahllosen Orten wie St. Louis in Missouri seinen Namen gegeben hat. In Bayern wird er als Namenspatron der Könige Ludwig I. und Ludwig II. verehrt, die beide an einem 25. August geboren wurden. Darstellung: im Königsornat, als Kreuzfahrer, mit Dornenkrone, Lanze, Schwert, Kreuzstab, Geißel, Jagdvogel oder Ring Patron: von München, Saarlouis, Berlin, Paris, der Franziskaner, Pilger und Reisenden, Bäcker, Friseure, Bauarbeiter und vieler anderer Berufe, Helfer gegen Pest, Blindheit und Hörschäden   Weitere Heilige des Tages:
Mariam Baouardy, Mystikerin
Patricia, Pilgerin
Josef von Calasanz, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren in Antiochien, gestorben um 80 in Theben (Böotien) Lebensgeschichte und Bedeutung: Lukas war ein nichtjüdischer Arzt aus Antiochien, der den Apostel Paulus nach Jerusalem und Rom begleitete. Er verfasste sein Evangelium sowie die Apostelgeschichte für einen römischen Würdenträger namens Theophilus, was einerseits seine Zuverlässigkeit und Akribie, andererseits die Vorsicht erklärt, mit der er die Taten der Apostel im Römischen Reich schilderte. Dieses sogenannte Lukanische Doppelwerk entstand in Achaia oder Böotien, wo Lukas der Überlieferung nach gestorben ist. Aus dem Lukasevangelium stammen die drei Lobgesänge des Stundengebets – das Magnificat, das Benedictus und das Nunc dimittis –, das Ave Maria und das Gloria sowie die sprichwörtlich gewordenen Gleichnisse vom verlorenen Sohn und vom barmherzigen Samariter. Besonders deutlich wird bei Lukas die Hinwendung Jesu zu Frauen, Zöllnern und Sündern. Vermutlich wegen der detailreichen Schilderungen seines Evangeliums kam die Legende auf, der nach er zum Maler der Jungfrau Maria wurde. Diese Tradition, die im Zusammenhang mit berühmten Madonnenbildern wie der Maria Advocata in Rom oder der Schwarzen Gottesmutter von Tschenstochau steht, machte den Evangelisten zum Schutzpatron der Maler, die sich ab dem Mittelalter in Lukasgilden organisierten. Verehrung/Brauchtum: Seit dem 2. Jahrhundert wird Lukas mit dem Symbol des Flügelstiers aus der Ezechielvision (Ez 1,4–10) und der Offenbarung des Johannes (Offb 4,6–8) in Verbindung gebracht: Wie die anderen drei himmlischen Wesen Mensch, Löwe und Adler (für Matthäus, Markus und Johannes) war er Augenzeuge der Gegenwart Gottes. Kaiser Konstantius II. ließ die Gebeine des Evangelisten von Theben nach Konstantinopel in die Apostelkirche überführen. Auch im Prager Veitsdom, in der Basilika S. Giustina in Padua und im Panteleimon-Kloster auf dem Athos werden Reliquien des heiligen Lukas verehrt. Sogenannte „Lukaszettel“ mit Evangeliensprüchen wurden früher ins Viehfutter gemischt oder Schwerkranken und Frauen bei schweren Geburten zugesteckt. Darstellung: schreibend mit (Flügel-)Stier, oder die Madonna malend Patron: von Bologna, Padua, Reutlingen, der Ärzte, Bildhauer, Buchbinder, Glasmaler, Goldschmiede, Maler, Metzger, Sticker, der christlichen Kunst, des Viehs und des Wetters   Weitere Heilige des Tages:
Justus, Märtyrer
Petrus von Alcantara, Mystiker
Lebensdaten: geboren um 1200 in Padua, gestorben am 17. Februar 1286 ebendort Lebensgeschichte: Luca Belludi entstammte einer adeligen Familie in Padua, wo er an der Universität eine ausgezeichnete Bildung erhielt. Mit etwa 25 Jahren schloss er sich den Minderbrüdern an und empfing vom heiligen Franz von Assisi persönlich das Gewand der Franziskaner. Er wurde zum Gefährten und wichtigsten Mitarbeiter des heiligen Antonius von Padua, redigierte dessen Predigten, stand ihm an dessen Lebensende bei und übernahm schließlich seinen Platz in der Leitung des Ordens und der Ausbildung der Novizen. Lukas Belludi, inzwischen Guardian des Franziskanerklosters und Ordensprovinzial geworden, schrieb der Fürsprache des heiligen Antonius die Befreiung Paduas zu, das von 1239 bis 1256 unter dem Schreckensregiment der Staufer unter deren Statthalter Ezzelino III. da Romano litt. Er selbst wurde wegen seiner Wundertätigkeit und vor allem wegen seiner Predigtgabe bekannt und verehrt. Die meiste Kraft widmete er der prachtvollen Ausgestaltung der Antoniusbasilika in Padua, in der er nach seinem Tod am 17. Februar 1286 bestattet wurde. Verehrung: Etwa 100 Jahre nach seinem Tod wurde in der Antoniusbasilika für ihn eine eigene Grabkapelle, die Cappella della Madonna Mora, gebaut, die seit 1971 Cappella Belludi heißt. 1927 sprach Papst Pius XI. den Franziskaner selig. In Padua beten Studenten an seinem Grab häufig um gute Studienergebnisse.   Weitere Heilige des Tages:
Franz Regis Clet, Priester, Märtyrer
Sieben Gründer des Servitenordens
Finian von Lindisfarne, Abt, Bischof
Lebensdaten: geboren am 1. März 1774 in Verona, gestorben am 10. April 1835 ebendort Lebensgeschichte: Die hochadlige Maddalena Gabriella dei Marchesi di Canossa wurde nach dem frühen Tod des Vaters und der Wiederheirat ihrer Mutter von einer französischen Erzieherin so schlecht behandelt, dass sie schwer erkrankte. Nach ihrer Genesung beschloss sie, sich Gott zu weihen, und studierte dazu einige Ordensregeln. 1791 zog sie in ein Kloster der Beschuhten Karmelitinnen, das sie zehn Monate später wieder verließ, weil das Leben der Ordensschwestern nicht ihrem Empfinden entsprach. In Verona vertraute sie sich Don Luigi Libera als ihrem Seelenführer an und fand nach Jahren endlich zu ihrer Lebensaufgabe: Sie überzeugte den zuerst widerstrebenden Bischof von Verona von ihrem karitativen Plan, verwahrloste Kinder zu versorgen und Kranke zu besuchen, gab dafür die Verwaltung des Familienpalastes und die Versorgung der Familie in andere Hände und gründete 1808 im Kloster SS. Giuseppe e Fidenzio, das ihr ausgerechnet die napoleonische Präfektur überließ, das Institut der „Töchter von der Liebe“, die später auch „Canossianerinnen“ genannt wurden. Bis zu ihrem Tod war Magdalena auf Reisen zu ihren Niederlassungen unterwegs und unablässig um die Anerkennung ihrer Kongregation bemüht, die sie 1819 erreichte. 1828 genehmigte Papst Leo XII. ihre Regel, die sich an der des heiligen Vinzenz von Paul für die Barmherzigen Schwestern orientierte. 1831 trat ein männlicher Ordenszweig ins Leben. Magdalena von Canossa starb am 10. April 1835. Verehrung: Magdalena von Canossa wurde 1941 selig- und 1988 heiliggesprochen. Ihr Orden hat bis heute neben Italien auch Niederlassungen in China, England, Indien, Indonesien, Afrika und Südamerika.   Weitere Heilige des Tages:
Engelbert von Admont, Abt
Marcus Fantuzzi, Generalvikar
Michael de Sanctis, Ordenspriester, Mystiker
Lebensdaten: geboren 699, gestorben am 6. September 772 in Füssen Lebensgeschichte und Legende: Magnus’ Herkommen ist unsicher. Weil er beim Grab des heiligen Gallus lebte, könnte er ebenso wie dieser und Kolumban ein iroschottischer Mönch gewesen sein, sonst vielleicht alemannischer oder rätoromanischer Abstammung. Er hieß ursprünglich Maginold und wurde erst später wegen einer Blindenheilung bei Bregenz „Magnus – der Große“ genannt. Um das Jahr 746 erhielt er den Auftrag, im Ostallgäu zu missionieren, und erbaute in Waltenhofen bei Füssen eine Kapelle für den Augsburger Kleriker Tozzo. Er selbst bezog nahe des Lechfalls, dem „Schlund“ (lateinisch fauces: Füssen), eine Zelle, aus der mit Hilfe fränkischer Schenkungen sich ein stattliches Benediktinerkloster entwickelte. Bei Kempten, so heißt es in seiner Legende, besiegte er eine riesige Schlange, in Roßhaupten einen Drachen, und einen Bären vertrieb er von seinem Apfelgarten. Andere Bären zeigten ihm auf dem Säuling eine Eisenader, durch deren Abbau die Menschen im Tal lange Zeit ihr Auskommen hatten. Magnus starb mit 73 Jahren. Verehrung/Brauchtum: Um das Jahr 850 wurden Magnus’ Gebeine in die Krypta des Klosters St. Mang übertragen, dem heutigen Rathaus von Füssen. Der „Apostel des Allgäus“ wird in ganz Süddeutschland verehrt und zählte vielfach auch zu den Nothelfern. Ein besonderes Brauchtum ist mit dem Magnusstab verbunden, mit dem der Füssener Abt eine Flursegnung vornahm und der zur Schädlingsbekämpfung auch entliehen wurde. Darstellung: als Abt mit Kreuz und Stab, mit Drachen oder Bären Patron: von Kempten, Füssen und des Allgäus, Helfer bei Augenkrankheiten, Schlangenbiss, für das Vieh, gegen Mäuse, Ratten, Würmer und Ungeziefer    Weitere Heilige des Tages:
Eskil von Lund, Bischof
Lebensdaten: geboren am 6. Dezember 1921 in Rennes, gestorben am 19. März 1945 in Mauthausen Lebensgeschichte: Marcel war das zweitälteste von neun Kindern einer einfachen und frommen Familie und schloss sich mit zwölf Jahren einer eucharistischen Jugendbewegung sowie den katholischen Pfadfindern an. 1934 begann er eine Lehre als Schriftsetzer. Weil in einem nicht mehr christlichen Milieu die älteren Arbeiter die jüngeren aufzogen und zu „männlichen“ Bräuchen zu verführen suchten, wandte sich Marcel auf Anraten seiner Mutter an die Jungfrau Maria, Zuflucht der Jugendlichen, was ihm den Beinamen „Jesus“ einbrachte. Ab 1936 engagierte er sich in der katholischen Christlichen Arbeiterjugend und nahm als Delegierter am Nationalen Kongress in Paris mit 85.000 Jugendlichen teil. 1942 verlobte er sich. Kurz nach der Bombardierung von Rennes im März 1943, der seine Schwester zum Opfer fiel, wurde Marcel zur Zwangsarbeit nach Deutschland verpflichtet und folgte der Aufforderung, um seiner Familie Repressalien zu ersparen und als Missionar seinen Landsleuten beizustehen. So baute er im thüringischen Zella-Melhis, wo er in einer Rüstungsfabrik beschäftigt war, mit einigen Gleichgesinnten heimlich die Katholische Aktion auf. Am 19. April 1944 wurde er als „viel zu katholisch“ verhaftet und ins Gefängnis nach Gotha verbracht, wo er eine Gebetsgemeinschaft gründete. Über das Konzentrationslager Flossenbürg kam er im Oktober 1944 ins KZ Mauthausen und musste im berüchtigten Außenlager Gusen II bis zu seinem Tod eineinhalb Monate vor Kriegsende schuften. Callo hatte 40 Kilo abgenommen und starb an Erschöpfung. Ein Mitgefangener las in seinen sterbenden Augen „die tiefe Überzeugung, dass er auf das Glück zuging“. Verehrung: Bereits 1946 erschien ein Buch über Marcel Callo von dem mit der Familie befreundeten Pfarrer Jean Baptiste Jégo und bald darauf auch eine deutsche Übersetzung aus der Hand von Pater Bernhard Gerardi OMI, der zum Motor der Seligsprechung wurde. Sie erfolgte 1987 durch Papst Johannes Paul II. – im Beisein von Callos früherer Verlobter. In Frankreich sind ein Dutzend Kirchen seinem Patronat geweiht, auch in der Diözese Linz trägt eine seinen Namen. In Andechs hat die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung eine Reliquie des Seligen deponiert, mit der bei einer jährlichen Wallfahrt der Segen erteilt wird. Patron: der Betriebsseelsorge, Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)   Weitere Heilige des Tages:
Expeditus, Märtyrer
Leo IX., Papst
Timon, Diakon, Märtyrer