Heilige
Lebensdaten: geboren am 21. Juni 1002 in Egisheim (Elsass), gestorben am 19. März 1054 in Rom Lebensgeschichte: Bruno stammte aus einem elsässischen Grafengeschlecht mit verwandtschaftlichen Beziehungen zu den salischen Kaisern. Mit fünf Jahren wurde er Bischof Berthold von Toul zur Erziehung übergeben, an der Kathedralschule umfassend ausgebildet und als junger Kleriker ins Domkapitel aufgenommen. König Konrad II. berief ihn in seine Hofkapelle und bestimmte ihn 1027 selber zum Bischof von Toul. In Lothringen wirkte Bruno segensreich durch die Ausbreitung der klösterlichen Reformbewegungen von Cluny und Gorze, denen er durch seinen persönlich bedürfnislosen Lebensstil zur Wirkung verhalf. Politisch und militärisch war er ein verlässlicher bis entscheidender Verbündeter der salischen Herrscher. Kaiser Heinrich III. setzte den erfolgreichen Bischof 1049 als dritten deutschen Papst in Italien durch, wobei Bruno die Amtsannahme vom Klerus und Volk von Rom abhängig machte. Nach seiner Wahl durch Akklamation legte er sich den Namen Leo nach Papst Leo dem Großen zu. Mit Hilfe einiger Mitarbeiter wie Hildebrand, den späteren Papst Gregor VII., Friedrich von Lothringen, den späteren Papst Stephan IX., und Humbert von Silva Candida krempelte er seine Verwaltung nach kaiserlichem Vorbild um und wandelte das Kardinalskollegium von einem bedeutungslosen städtischen zu einem gesamtkirchlich verantwortlichen Gremium um. In seinem nur fünfjährigen Pontifikat hielt Papst Leo zwölf Synoden ab, einige davon außerhalb von Rom während seiner ausgedehnten Reisen durch Italien, Frankreich und Deutschland, während der er auch mit etwa 160 Urkunden Klöster mit Privilegien gegen die ortsbischöfliche Autorität ausstattete. Neben der Überwindung des üblichen Ämterkaufs (Simonie) und der Priesterehen erreichte er mit seinem Regierungsstil einen immensen Autoritätsgewinn für das Papstamt als solches und leitete so die Kirchenreform des 11. Jahrhunderts ein. Den sich abzeichnenden Kampf gegen die herrscherlichen Laienrechte (Investiturstreit) würden seine Nachfolger ausfechten. Die territorialen Machtansprüche des Heiligen Stuhls waren in Süditalien gegen die Normannen nicht durchzusetzen, und als Papst Leo Kardinal Humbert von Silva Candida nach Byzanz entsandte, um ein Bündnis mit dem oströmischen Kaiser zu schmieden und die kirchliche Einheit wiederherzustellen, gelangte auch das gesteigerte römische Selbstbewusstsein an seine Grenze. Sein Legat geriet mit dem Patriarchen von Konstantinopel über liturgische und dogmatische Fragen in einen solchen Streit, dass die diplomatische Mission mit gegenseitigen Bannbullen endete und das Morgenländische Schisma, die jahrhundertelange kirchliche Entfremdung von Ost und West, entstand. Von der Bannbulle in seinem Namen erfuhr Papst Leo nicht mehr. Er war nach einer vernichtenden Niederlage gegen die Normannen in monatelange Gefangenschaft geraten und im Anschluss an der Malaria verstorben. Verehrung: Leo IX. wurde in der Peterskirche bestattet und blieb als mild- und wundertätig in volkstümlicher Erinnerung. Einer Legende nach hätte er einem aussätzigen Bettler sein eigenes Bett überlassen. Darstellung: mit dreibalkigem Papstkreuz, mit einem Aussätzigen Patron: der Musiker und Organisten Weitere Heilige des Tages:
Expeditus, Märtyrer
Marcel Callo, Märtyrer
Timon, Diakon, Märtyrer
Expeditus, Märtyrer
Marcel Callo, Märtyrer
Timon, Diakon, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 30. Juli 1857 in Verny bei Metz, gestorben am 20. Juli 1900 in Zhujiahe, Provinz Hebei, China Lebensgeschichte: Léon-Ignace Mangin war der Sohn eines Friedensrichters in Lothringen, ging in Metz und im Jesuitenkolleg von Amiens zur Schule und trat mit 18 Jahren in den Jesuitenorden ein. Die antikirchlichen Schulgesetze der französischen Republik zwangen ihn, seine philosophische Ausbildung im belgischen Löwen zu beenden. 1882 wurde er in die Chinamission entsandt, wo er seine theologischen Studien beendete, die chinesische Sprache erlernte und 1886 die Priesterweihe empfing. Er arbeitete in verschiedenen Missionsstationen, leitete ab 1890 die Mission in der Region Hejian und ab 1897 die Mission im Apostolischen Vikariat Xinxian in Hebei, das den Jesuiten anvertraut war. Als 1900 der sogenannte Boxerkrieg gegen den europäischen, nordamerikanischen und japanischen Kolonialismus ausbrach und sich in Form systematischer Verfolgung auch gegen chinesische Christen richtete, suchten 3.000 Menschen Zuflucht in der Missionsstation von P. Mangin. Nach einem ersten, erfolgreich abgewehrten Angriff der Aufständischen verbarrikadierten sich die Belagerten in der Dorfkirche von Zhujiahe, die von den Boxern am 20. Juli 1900 gestürmt und niedergebrannt wurde. Mit Léon-Ignace Mangin wurden auch seine Mitbrüder Modeste Andlauer, Paul Denn und Rémy Isoré massakriert. Verehrung: Léon-Ignace Mangins Seligsprechungsprozess wurde 1928 in China eröffnet und kam 1955 durch Papst Pius XII. zum Abschluss. Am 1. Oktober 2000 wurde er als einer der 120 Märtyrer in China mit dem gemeinsamen Gedenktag am 9. Juli von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Weitere Heilige des Tages:
Augustinus Zhao Rong, Priester, und 119 Märtyrer in China
Veronica Giuliani, Äbtissin, Mystikerin
Augustinus Zhao Rong, Priester, und 119 Märtyrer in China
Veronica Giuliani, Äbtissin, Mystikerin
Lebensdaten: geboren um 500 in Orléans, gestorben 559 bei Limoges Lebensgeschichte und Legende: Leonhard soll als Kind einer fränkischen Adelsfamilie in Orléans geboren und von Bischof Remigius von Reims getauft worden sein. Er wurde Einsiedler und lebte in der Einsamkeit seiner Zelle in einem Wald nahe Limoges. Eigentlich sollte er Bischof werden und ein Bistum leiten, einige Quellen erwähnen sogar seine Bischofsweihe durch Remigius. Doch weil er sich von dieser Aufgabe überfordert fühlte, blieb Leonhard ein einfacher Diakon, ein Diener Gottes im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Hilfesuchende kamen zu ihm, er predigte und heilte. Besonders um die Gefangenen kümmerte er sich. Leonhard konnte für viele beim König ihre Freilassung erwirken. Manchmal riefen Gefangene auch nur seinen Namen an, und schon fielen die Fesseln ab, die sie dann Leonhard in seine Klause brachten. Diese Ketten wurde später als Viehketten gedeutet, weswegen Leonhard zum großen Vieh- und Bauernpatron wurde. Einmal soll er der Königin, die während einer Jagd nahe seiner Behausung in die Wehen kam, durch sein Gebet zur glücklichen Geburt eines Sohnes verholfen haben. Daraufhin bekam er als Dank vom König ein Waldstück, in dem er ein Kloster errichtete – die Gemeinschaft von Noblat, heute das Städtchen Saint-Léonard-de-Noblat. Dort wurden ehemalige Gefangene zu Handwerkern ausgebildet, damit sie ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Weise verdienen. Bis zu seinem Tod, der im Jahr 559 erfolgt sein soll, leitete er seine Gemeinschaft. Verehrung und Brauchtum: Leonhard wurde in der Klosterkirche bestattet, seine Gebeine wurden im 11. Jahrhundert erhoben und werden bis heute in der Kirche von Saint-Léonard-de-Noblat von vielen Pilgern besucht. Nachdem eine erste Lebensgeschichte um das Jahr 1030 in Umlauf kam, breitete sich seine Verehrung rasch aus. Seitdem gehört er in Bayern zu den meistverehrten Heiligen. Bis vor dem Zweiten Weltkrieg gab es über 150 Wallfahrten zum heiligen Leonhard – heute sind es immerhin noch etwa 50, meist verbunden mit Pferderitten. Zu den bekanntesten gehören Bad Tölz und, seit 1458, Inchenhofen. Dort bildet ein 150 Kilo schwerer Leonhardnagel, der früher als Zeichen der Buße um die Kirche getragen wurde, das Zentrum des Umritts. Darstellung: im Mönchsgewand mit Stab, Buch, Ketten, Ochsen oder Pferden Patron: der Bauern, Bergleute, Böttcher, Fuhrleute, Gefangenen, Lastenträger, Obsthändler, Stallknechte, Ställe, Schlosser, Schmiede, des Viehs, der Pferde, der Wöchnerinnen und für eine gute Geburt, Helfer bei Kopfschmerzen und Geisteskrankheiten Weitere Heilige des Tages:
Christine von Stommeln, Mystikerin
Christine von Stommeln, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 18. September 1844 in Sézanne, Frankreich, gestorben am 10. Januar 1914 in Perugia Lebensgeschichte: Léonie wurde am 18. September 1844 in der kleinen Stadt Sézanne in der Champagne geboren, besuchte das Pensionat der Heimsuchungsschwestern in Troyes und lernte dort die Spiritualität des heiligen Franz von Sales (1567–1622) kennen und schätzen: ein Leben der Kontemplation und des Gebetes bei gleichzeitiger Sorge um Arme und Kranke. Die Oberin Maria-Salesia Chapuis und ihr Lehrer, der Priester Louis Brisson, beeindruckten sie sehr. Nach ihrem Schulabschluss sollte sie einmal für ihre Mutter eine Brille abholen und war zutiefst erschüttert vom Elend der Arbeiterinnen in der Brillenfabrik. Sie suchte ihren ehemaligen Lehrer auf, um mit ihm zu beraten, wie diesen Frauen zu helfen sei. Und Louis Brisson brauchte gerade eine Leitung für sein Projekt, den jungen Mädchen vom Land eine ordentliche Unterkunft und religiöse Erziehung zu bieten, damit sie in der Stadt nicht auf die schiefe Bahn gerieten. Er setzte Léonie 1866 zusammen mit einer ehemaligen Mitschülerin als Leiterin des Hauses für junge Arbeiterinnen ein. Léonie gründete zwei Jahre später gemeinsam mit dem Abbé Brisson die „Oblatinnen des heiligen Franz von Sales“. 1871 legte sie ihre Gelübde ab, nahm den Ordensnamen Françoise de Sales (Franziska Salesia) an und wurde von der wachsenden Gemeinschaft zur Oberin gewählt. Die Spiritualität des heiligen Franz von Sales bestimmte ihr Leben. Ihre Aufgabe war es, den jungen, häufig ausgenutzten Fabrikarbeiterinnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Sie wollte ihnen die Würde und den Wert ihrer Arbeit bewusst machen, gründete Heime, Werkstätten und Schulen. Der Orden breitete sich über Europa, Südafrika und Südamerika aus. Doch eine religionsfeindliche Regierung verbot 1903 die klösterlichen Niederlassungen in Frankreich. An einem Tag wurden 23 ihrer Häuser geschlossen. Léonie verlegte daraufhin das Mutterhaus des Ordens von Troyes nach Perugia in Italien. Dort starb sie am 10. Januar 1914 an einer Lungenentzündung. Verehrung: 1961 wurde der unversehrte Leichnam Léonies von Perugia nach Troyes in das ursprüngliche Mutterhaus zurückgebracht. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1992 selig und 2001 heilig. Leitspruch der hl. Léonie: „M’oublier entièrement – Mich selbst ganz vergessen.“ Weitere Heilige des Tages:
Gregor X., Papst
Paulus von Theben, Einsiedler
Pietro Orseolo, Mönch, Einsiedler
Gregor X., Papst
Paulus von Theben, Einsiedler
Pietro Orseolo, Mönch, Einsiedler
Lebensdaten: geboren um 1075 in Melk, gestorben am 15. November 1136 bei Klosterneuburg Lebensgeschichte: Leopold aus dem Geschlecht der Babenberger (Luitpoldinger) kam auf der Burg Melk zur Welt und wuchs im niederösterreichischen Gars am Kamp auf. 1095, mit etwa 20 Jahren, folgte er seinem gleichnamigen Vater als Graf des östlichen Grenzgebiets (Mark) des römisch-deutschen Reiches nach und war damit Vasall Kaiser Heinrichs IV. Gleichwohl machte er durch die Selbstbezeichnung als „Princeps Terrae – Fürst des Landes“ seinen Anspruch auf Eigenherrschaft in „Ostarrîchi“ deutlich und nutzte eine erste Heirat zur Ausweitung seines Einflussbereichs. 1105 führte er die traditionelle familiäre Parteinahme für den Papst im Investiturstreit zu ihrem Höhepunkt und ließ den Kaiser als Lehensherrn zugunsten des künftigen Regenten im Stich. Vom neuen Kaiser Heinrich V. mit dessen Schwester Agnes, der Witwe des Staufers Friedrich I. von Schwaben, als Ehefrau belohnt, stieg Leopolds Ansehen und Macht, die er nach außen durch die Mitwirkung an kaiserlichen Feldzügen gegen Böhmen, Polen und Ungarn zu festigen suchte. Nach innen baute er unter anderem die Städte Wien und Krems aus und schuf unter den kritischen Augen der zuständigen Passauer Bischöfe eine effiziente kirchliche Organisation zur Unterstützung seines Herrschaftsanspruchs. Bis 1125 war seine Bedeutung so groß, dass er als Kandidat für die Wahl zum römisch-deutschen König gehandelt wurde. Um 1113 verlegte Leopold seine Residenz in die Klosterneuburger Pfalz und legte dort am 12. Juni 1114 den Grundstein zur Stiftskirche. Der Legende nach gründete der Markgraf das Stift an der Stelle, wo er den weggewehten Hochzeitsschleier seiner Frau wiederfand. 1133 übergab Leopold das Stift den Augustiner-Chorherren. Im selben Jahr gründete er auf Anregung seines Sohnes Bischof Otto von Freising, des bedeutendsten Geschichtsschreibers des hohen Mittelalters, mit dem Stift Heiligenkreuz im Wienerwald das erste Zisterzienserkloster in der Markgrafschaft, und 1136 das Benediktinerkloster Klein-Mariazell im Wienerwald. Am 15. November 1136 verstarb er an den Folgen eines Jagdunfalls. Verehrung/Brauchtum: Von den nachfolgenden Habsburgern zur „himmlischen“ Legitimation ihres Herrschaftsanspruchs betrieben, erfolgte 1485 die feierliche Erhebung des Landesstifters Leopold zur Ehre der Altäre. Neben der Hauptreliquie im Stift Klosterneuburg werden Reliquien im Wiener Stephansdom, in der Annakapelle der Stiftskirche von Heiligenkreuz sowie im ehemaligen Kloster Klein-Mariazell verehrt. 1663 wurde Leopold zum Landespatron von Niederösterreich ernannt. Dort und in Wien ist deswegen am 15. November schulfrei. Der Leopolditag in Klosterneuburg ist mit einem vielbesuchten Volksfest mit Jahrmarkt verbunden, auf dem das „Fasslrutschen“ über ein vier Meter hohes Fass die größte Attraktion ist. Darstellung: als Herzog mit österreichischem Wappen und Kirchenmodell Patron: von Nieder- und Oberösterreich und ganz Österreich, von Wien Weitere Heilige des Tages:
Albert der Große, Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Jean-Claude Colin, Ordensgründer
Marinus, Glaubensbote, Märtyrer
Raphael Joseph Kalinowski, Ordenspriester
Albert der Große, Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Jean-Claude Colin, Ordensgründer
Marinus, Glaubensbote, Märtyrer
Raphael Joseph Kalinowski, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren am 4. Januar 1675 in Konnersreuth, Oberpfalz, gestorben am 3. März 1716 bei Gonder, Äthiopien Lebensgeschichte: Johannes Laurentius Weiß ging in Waldsassen zur Klosterschule, trat mit 18 Jahren in Graz in den Franziskanerorden ein, erhielt den Namen Liberat und wurde 1698 zum Priester geweiht. 1705 wurde er nach Äthiopien entsandt, wo die altehrwürdige Kirche dem irrigen Glauben an eine in Christus vermischte gottmenschliche Natur anhing (Monophysitismus), den jüdischen Sabbat hielt und die Beschneidung pflegte. Mit neun Gefährten erreichte er mit einer Handelskarawane den Sudan, wo die Missionare aber festgesetzt und ausgeraubt wurden. Nur Pater Liberat und sein Mitbruder Michele Pio Fasoli überlebten diese Expedition. 1711 machten sich Liberat, inzwischen zum Apostolischen Präfekten für Äthiopien ernannt, Pater Fasoli und Pater Samuele Marzorato wieder auf die Reise und gelangten 1712 in der äthiopischen Hauptstadt Gonder an. Die drei Franziskaner durften unter dem Schutz des Negus, dem wegen der islamischen Umzingelung seines Landes an guten Kontakten zur römischen Kirche gelegen war, eine kleine Niederlassung gründen; sie machten sich mit der Sprache sowie den Gebräuchen vertraut und widmeten sich der Krankenpflege und der Armenfürsorge, wobei sie sich hohes Ansehen erwarben. Als sie jedoch 1715 begannen, für den katholischen Glauben zu werben, geriet das aufgewiegelte Volk so in Wut gegen die Missionare, dass der Kaiser sie in einer anderen Provinz in Sicherheit bringen musste. Nachdem aber der Monarch erkrankte und abgesetzt wurde, ließ sein Nachfolger sie vor Gericht stellen und zum Tod verurteilen, falls sie sich nicht beschneiden lassen und den äthiopischen Glauben annehmen. Nachdem alle drei abgelehnt hatten, wurden sie am 3. März 1716 zum Hang des Berges Ambo Abo bei Gonder geführt und gesteinigt – der Überlieferung nach verstarb Pater Liberat Weiß um 16 Uhr und als erster. Verehrung: 1988 sprach Papst Johannes Paul II. die drei Märtyrer selig und hob in seiner Predigt hervor, dass sie beispielhaft die Wahrheit in Liebe verkündigten und vorlebten. Das Oratorium des Grazer Franziskanerklosters ist Liberat geweiht. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche, die sich selber nicht als monophysitisch versteht, sondern gegen ein möglicherweise duales Missverständnis die Einheit Christi betont, unterhält ökumenische Beziehungen zur katholischen Kirche. Weitere Heilige des Tages:
Friedrich von Mariengaarde, Abt
Katharine Drexel, Ordensgründerin
Friedrich von Mariengaarde, Abt
Katharine Drexel, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren um 705 in Wessex, gestorben 782 oder 789 in Schornsheim bei Mainz Lebensgeschichte: Leobgytha („Liebling“) war das spätgeborene Einzelkind angelsächsischer Adliger und über ihre Mutter mit Winfried-Bonifatius verwandt. Sie wurde auf den Namen Truthgeba („Gottesgabe“) getauft und mit etwa sieben Jahren in die Obhut der Äbtissin des Doppelklosters Wimborne gegeben. Dort und bei der Äbtissin des Klosters Minster erhielt sie eine umfassende literarische und theologische Bildung, die sie anschließend als Klosterlehrerin selber weitergab. Um 735 gehörte sie zu den Ordensfrauen wie Walburga, die auf Bitten Bonifatius’ nach Deutschland zogen. Lioba leitete das neugegründete Kloster im heutigen Tauberbischofsheim und durchdrang durch die Erziehung der jungen Frauen der Oberschicht das untere Maintal mit christlichem Geist. Mit Hilfe des fränkischen Adels entwickelte sich das Kloster zum kulturellen Zentrum der Region, die Äbtissin wurde zur gefragten Ratgeberin von Fürsten und Bischöfen in weltlichen und kirchlichen Angelegenheiten. Für Liobas enorme Wertschätzung spricht die Schenkung ihres Alterssitzes Schornsheim durch Karl den Großen und die Bestimmung Bonifatius’, sie nach ihrem Tod in seinem eigenen Grab zu bestatten. Verehrung und Brauchtum: Nach ihrem Tod auf ihrem Hofgut Schornsheim wurde Lioba tatsächlich nach Fulda überführt, jedoch nur bei statt in Bonifatius’ Grab bestattet. Rabanus Maurus übertrug am 28. September 836 ihre Reliquien in die Kirche auf dem Fuldaer Petersberg nebenan, um auch Frauen, die keinen Zutritt zur klausurierten Stiftskirche hatten, ihre Verehrung zu ermöglichen. 1525 wanderten ihre Reliquien wegen der Verwüstungen im Bauernkrieg wieder zurück in den heutigen Dom. Ihr leerer Steinsarkophag in der Peterskirche hieß wegen des Brauchs, kranke Kinder hineinzulegen, später im Volksmund „Schreistein“. Seit 1995 befindet sich ihre Hauptreliquie wieder auf dem Petersberg, ihre Grabeskirche betreuen die Benediktinerinnen von der hl. Lioba. Tauberbischofsheim erhob sie wegen der Verschonung während des Zweiten Weltkriegs auf ihre Fürsprache zur Stadtpatronin und feiert sie mit dem Liobatag am letzten Samstag im September. Darstellung: als Äbtissin mit Glocke in der Hand Patronin: von Tauberbischofsheim Weitere Heilige des Tages:
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lorenzo Ruíz und Gefährten, Märtyrer
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Wenzel, Märtyrer
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lorenzo Ruíz und Gefährten, Märtyrer
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Wenzel, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 742 bei Utrecht, gestorben am 26. März 809 in Billerbeck (Westfalen) Lebensgeschichte: Liudger stammte aus einem vornehmen und bereits christlichen friesischen Geschlecht. Er wurde an der Utrechter Stiftsschule ausgebildet und vollendete sein Studium in York, wo er auch zum Diakon geweiht wurde. 777 in Köln zum Priester geweiht, war er in Friesland als Missionar tätig, bis ein Aufstand der Sachsen ihn zum Rückzug zwang. Liudger unternahm eine Pilgerfahrt nach Rom, wo er Papst Hadrian I. vom Stand der Friesenmission unterrichtete. Nach zwei Jahren im benediktinischen Stammkloster Montecassino bei Rom wurde er wieder nach Friesland entsandt, wo er als einheimischer Glaubensbote großen Erfolg hatte. Seine Kirchengründungen führten bis auf die Insel Helgoland (791). Weil wiederum ein Aufstand der Sachsen die Friesenmission unterbrach, führte Liudger nach Absprache mit Karl dem Großen seine Tätigkeit gleich bei diesen weiter und ließ sich 794 im westlichen Sachsen nieder. An der Straßenkreuzung Mimigernaford beim Flüsschen Aa gründete er als Zentrum für seine Aufgabe ein Kloster – monasterium, aus dem später Münster wurde. Er musste seine Strategie der Gründung von vereinzelten Glaubenszellen aufgeben und ließ sich 805 durch seine Bischofsweihe in die reichskirchlichen Pläne einbinden, die den Aufbau kirchlicher Strukturen favorisierten. Liudger versah das neue Bistum Westsachsens mit einem Netz von 40 Pfarrgemeinden, baute zahlreiche Kirchen, gründete den Dom sowie die Domschule zur Priesterausbildung. In Nottuln errichtete er ein Frauenkloster. Die Abteien von Helmstedt und Werden an der Ruhr zählen ebenfalls zu seinen Gründungen. Liudger starb auf einer Visitationsreise in Billerbeck und wurde auf seinen Wunsch in Werden beigesetzt. Verehrung: Liudgers Verehrung wurde besonders von seinen Verwandten, den sogenannten Liutgeriden, betrieben, die als Bischöfe von Münster und Halberstadt die Abtei Werden leiteten. Im heutigen Essen-Werden findet im September das Ludgerusfest statt, im Bistum Münster gehört die Wallfahrt zum Billerbecker Dom zu den Höhepunkten des Kirchenjahrs. Darstellung: als Bischof, mit Kirchenmodell oder Gänsen Patron: der Bistümer Essen und Münster Weitere Heilige des Tages:
Larissa, Märtyrin
Felix, Bischof
Kastulus, Märtyrer
Larissa, Märtyrin
Felix, Bischof
Kastulus, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 28. November 1594 in Binondo, Manila, gestorben am 29. September 1637 bei Nagasaki Lebensgeschichte: Lorenzo Ruíz kam als Kind eines Chinesen und einer Filipina in Binondo zur Welt, der Chinatown von Manila. Er ging bei den Dominikanern zur Schule, die seit 1596 die zahlreichen katholisch gewordenen Chinesen in Binondo seelsorgerlich betreuten, wurde ihr Messdiener und später Sakristan, schloss sich einer Rosenkranzbruderschaft an und verdiente seinen Lebensunterhalt mit seiner Schönschrift. Mit seiner Frau Rosario hatte er drei Kinder. 1636 wurde er in Zusammenhang mit der Ermordung eines Angehörigen der spanisch-kolonialen Oberschicht gesucht und entzog sich seiner Festnahme durch die Flucht auf ein Schiff, das drei Dominikanerpatres, einen japanischen Priester sowie einen Leprakranken außer Landes bringen sollte. Erst auf See erfuhr er, dass sie nach Japan segelten. Als sie Okinawa erreichten, wurden sie im Zuge der Christenverfolgung durch das Tokugawa-Shogunat verhaftet, ins Gefängnis geworfen und später nach Nagasaki überstellt, wo sie unter der Folter dem Glauben abschwören oder hingerichtet werden sollten. Am 27. September 1637 wurden sie auf dem Berg Nishizaka kopfüber an den Füßen über einer Grube aufgehängt. Trotz seiner unsäglichen Schmerzen hielt Lorenzo an seinem Bekenntnis fest und verstarb zwei Tage später vermutlich an einem Gehirnschlag infolge übermäßigen Blutandrangs. Die Asche seines verbrannten Leichnams wurde ins Meer geworfen. Verehrung: Die Nachwelt erfuhr von Lorenzo Ruíz’ Martyrium erst Ende der 1970er Jahre, als ein Historiker des Dominikanerordens den Augenzeugenbericht zweier abgefallener Jesuiten im Archiv des Generalats des Jesuitenordens entdeckte. Er wurde 1981 von Papst Johannes Paul II. in Manila selig- und 1987 in Rom als erster Filipino und als einer der 16 Märtyrer, die zwischen 1600 und 1637 in Nagasaki ums Leben kamen, heiliggesprochen. Darstellung: als Filipino im traditionellen leichten Hemd (Barong Tagalog) und schwarzer Hose, mit Rosenkranz Patron: des Erzbistums Manila, der Philippinen und der Filipinos, besonders der Auswanderer, der philippinischen Ministranten Weitere Heilige des Tages:
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lioba, Äbtissin
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Wenzel, Märtyrer
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lioba, Äbtissin
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Wenzel, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 31. Januar 1673 in Montfort-sur-Meu, Bretagne, gestorben am 28. April 1716 in St. Laurent-sur-Sèvre, Vendée Lebensgeschichte: Louis-Marie Grignion de Montfort stammte aus einer Advokatenfamilie mit 18 Kindern und ging im Jesuitenkolleg von Rennes zur Schule. Vor seinem Theologiestudium, das ihn nach Paris ins Seminar von Saint-Sulpice führte, legte er ein Armutsgelübde ab. Im Jahr 1700 empfing er die Priesterweihe und wirkte als Prediger auf dem Land zwischen Nantes und Poitiers. Als Verwalter und Seelsorger des Krankenhauses von Poitiers gründete er 1703 gemeinsam mit Marie-Louise Trichet die Gemeinschaft der „Töchter der Weisheit“ zur Krankenpflege und Erziehung. 1706 verlieh ihm der Papst in Rom den Titel eines Apostolischen Missionars mit der Aufgabe, den christlichen Geist Frankreichs durch die Wiederbelebung des Taufgelübdes und die Hingabe an die Jungfrau und Gottesmutter Maria zu erneuern. Zehn Jahre durchzog der „gütige Pater von Montfort“ unermüdlich die westfranzösischen Diözesen und starb mit 43 Jahren an Auszehrung. Seine letzte Predigt war der Milde Jesu gewidmet. 1712 hatte er sein Hauptwerk Das Goldene Buch der vollkommenen Hingabe an Maria vollendet und 1713 die „Missionare von der Gesellschaft Mariens“ gegründet. Verehrung: Erst nach Grignions Tod schlossen sich die „Montfortaner“ zusammen, die sich mit ihren heute rund 4500 Mitgliedern um Arme und Behinderte in Elendsvierteln weltweit kümmern. Ludwig Maria Grignion wurde 1888 selig- und 1947 heiliggesprochen. Bis heute übt er großen Einfluss durch sein „Goldenes Buch“ der Marienverehrung aus, auf das die „Legio Mariae“ und der Wappenspruch „Totus tuus“ von Papst Johannes Paul II. zurückgehen. Weitere Heilige des Tages:
Adalbero von Augsburg, Bischof
Hugo von Cluny, Abt
Peter Chanel, Missionar, Märtyrer
Adalbero von Augsburg, Bischof
Hugo von Cluny, Abt
Peter Chanel, Missionar, Märtyrer