Heilige
Lebensdaten: geboren 1579 bei Keith, Schottland, gestorben am 10. März 1615 in Glasgow Lebensgeschichte: John Ogilvie stammte aus einer teils calvinistischen, teils katholischen Adelsfamilie, wurde selber calvinistisch erzogen und mit 13 Jahren zur Ausbildung auf den Kontinent geschickt. Er studierte in Löwen, wo er 1596 unter dem Einfluss des Jesuiten Cornelius a Lapide, des katholischen Bibelexperten bei kontroversen Diskussionen mit den Protestanten, katholisch wurde. Ogilvie setzte seine Studien zunächst am Schottischen Kolleg in Douai fort und gelangte über einen Aufenthalt im Regensburger Benediktinerkloster St. Jakob ans Olmützer Jesuitenkolleg, wo er sich 1598 der Gesellschaft Jesu anschloss. Nach der Ordensausbildung und weiterführenden Studien in Graz, Wien und Brünn wurde er 1610 in Paris zum Priester geweiht und in Rouen eingesetzt. Nach der Begegnung mit zwei Jesuiten, die als Missionare im inzwischen katholikenfeindlichen Schottland eingekerkert gewesen waren, lag Ogilvie zweieinhalb Jahre seinen Ordensoberen in den Ohren, ihn doch in seine Heimat zu entsenden, wo er im November 1613 eintraf. Ogilvie gab sich als Pferdehändler namens John Watson oder als ein aus den europäischen Kriegen heimgekehrter Soldat aus, um inkognito unter den heimlichen Katholiken zu wirken und politische Kontakte zu knüpfen, hatte aber keinen Erfolg und kehrte alsbald nach Paris zurück. Scharf dafür ermahnt, seine Mission aufgegeben zu haben, landete er im April 1614 wiederum in Schottland, wo er eine Anstellung als Hauslehrer fand, die verbliebenen Katholiken seelsorgerisch betreute und sich erste Erfolge bei der Bekehrung einiger Landsleute abzeichneten. Im Herbst 1614 wurde er nach der Feier der heiligen Messe in Glasgow verraten und verhaftet. Ogilvie weigerte sich in drei Prozessen und trotz aller Misshandlungen, Namen von Katholiken preiszugeben oder die Vollmacht des Königs in geistlichen Belangen anzuerkennen, konnte noch einen Haftbericht für seine Oberen aus dem Gefängnis schmuggeln und wurde am 10. März 1615 wegen Hochverrats öffentlich gehängt, ausgeweidet und gevierteilt. Als man ihm unterm Galgen den Hocker wegstieß, warf er noch seinen Rosenkranz in die Menge. Verehrung: 1929 seliggesprochen, wurde der Jesuit 1976 im Beisein mehrerer Angehöriger der Familie Ogilvie als erster Schotte seit 1250 feierlich für heilig erklärt. 2015 wurde sein 400. Todestag von der katholischen Kirche in Schottland festlich begangen. Weitere Heilige des Tages:
Elías Nieves del Castillo, Ordenspriester, Märtyrer
Gustav, Einsiedler
Elías Nieves del Castillo, Ordenspriester, Märtyrer
Gustav, Einsiedler
Lebensdaten: geboren um 800 v. Chr. in Gat-Hefer in Galiläa Lebenserzählung und Bedeutung: Jonas, der Sohn des Amittai, ist historisch greifbar als derjenige Prophet, der die Wiederherstellung der Nordgrenze Israels durch König Jerobeam II. vorhersagte (2 Kön 14,25). Das alttestamentliche Buch Jona schildert seine Sendung nach Ninive, um der gottlos verkommenen Stadt das Strafgericht des Herrn anzudrohen. Jonas allerdings zieht stattdessen in die genau entgegengesetzte Richtung und schifft sich nach Tarschisch ein. Als das Schiff in Seenot gerät, bekennt sich Jonas als dafür verantwortlich, wird ins Meer geworfen und von einem Fisch verschluckt. Nach drei Tagen des Gebets wieder an Land gespien, geht er endlich nach Ninive und erreicht mit seiner Strafpredigt tatsächlich die Umkehr der Niniviten und – zu seinem Ärger – die Verschonung der Stadt. Über dem Wuchs einer Rizinusstaude, die ihm Schatten spendete, und als deren Verdorren bei Jonas weiteren Hader hervorruft, belehrt ihn der Herr: „Du hast Mitleid mit einem Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Soll ich da nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die zwischen rechts und links nicht unterscheiden können – und außerdem so viel Vieh?“ (Jona 4,10–11). Mehr ist von Jonas nicht zu lesen. Besondere Bedeutung hat die Symbolik der drei Tage, die Jonas im Bauch des Fisches verbrachte. Jesus beruft sich bei der Ankündigung, der Menschensohn werde drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein, ausdrücklich auf die Jonaserzählung, und weigert sich, den Juden ein anderes Zeichen als das des Jona zu geben (Mt 12,40; Lk 11,29). Deswegen findet sich die Abbildung des Jonas mit dem Fisch auf zahlreichen antiken Sarkophagen und Taufsteinen. Wenn sich aber an Bord eines Schiffes allerhand Missgeschicke häufen, wird gerne ein „Jonas“ dafür verantwortlich gemacht. Darstellung: mit dem (Wal-) Fisch Weitere Heilige des Tages:
Matthäus, Evangelist, Apostel, Märtyrer
Matthäus, Evangelist, Apostel, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 1580 in Włodzimierz, heute Ukraine, gestorben am 12. November 1623 in Witebsk, heute Belarus Lebensgeschichte: Ioann kam als Sohn orthodoxer Christen im Königreich Polen-Litauen zur Welt und liebte den kirchenslawischen Ritus über alles. 1604 trat er nach einer Kaufmannslehre in Vilnius in das Dreifaltigkeitskloster ein und wurde mit dem Ordensnamen Josaphat Mönch im ruthenischen griechisch-katholischen, das heißt mit Rom unierten Basilianerorden. Der tief in der byzantinischen Liturgie und im Ruhe- oder Jesusgebet verankerte Ordenspriester wirkte durch seine Predigten als veritabler „Seelenfänger“ und wurde 1618 auf Betreiben des Metropoliten Josyf Rutsky von Kiew Erzbischof von Polozk. Während seine Klerusreform ein voller Erfolg wurde, scheiterten seine Versuche, die Kirchenunion von Brest (1596) mit Leben zu erfüllen, auf der einen Seite an den polnischen Geistlichen, die den byzantinischen Ritus der Unierten ablehnten und durch den lateinischen ersetzt sehen wollten, auf der anderen Seite am Hass, den die Orthodoxen gegenüber den „Papisten“ empfanden. Am 12. November 1623 wurde Erzbischof Josaphat auf einer Visitationsreise in Witebsk von einem Mob überfallen, mit einer Axt niedergemacht und in die Düna geworfen. Verehrung: Josaphats Leichnam wurde geborgen, nach Polozk gebracht und 1625 feierlich bestattet. Nach seinem Tod setzte der König von Polen-Litauen gegen den lateinischen Klerus die Union von Brest durch. Der ruthenische Ordenszweig nahm ihm zu Ehren den Namen „Basilianer des heiligen Josaphat“ an. 1643 selig- und 1867 als erster Vertreter einer unierten Kirche heiliggesprochen, wurden Josaphats Gebeine 1916 vor den orthodoxen Übergriffen nach Wien in Sicherheit gebracht. 1923, zum 300. Todestag, widmete Papst Pius XI. dem „Märtyrer der Einheit“ eine Enzyklika. Seit 1963 werden auch im Petersdom Reliquien des heiligen Josaphat verehrt. Darstellung: als Bischof mit Beil oder Hackmesser Patron: der katholischen Ukrainer Weitere Heilige des Tages:
Aemilianus von Cogolla, Einsiedler, Abt
Kunibert von Köln, Bischof
Aemilianus von Cogolla, Einsiedler, Abt
Kunibert von Köln, Bischof
Lebensdaten: geboren am 19. März 1534 in San Cristóbal auf Teneriffa, gestorben am 9. Juni 1597 in Reritiba, heute Anchieta, Brasilien Lebensgeschichte: José wuchs in San Cristóbal auf und ging zum Studium nach Coimbra in Portugal. Dort las er Briefe des Jesuitenmissionars Franz Xaver, die ihn so sehr beeindruckten, dass er selbst dem Jesuitenorden beitrat. Allerdings ruinierte seine übertriebene Askese dauerhaft seine Gesundheit. 1553 wurde José zu einer Jesuitenstation nach Südamerika geschickt. Zunächst arbeitete er als Lehrer, dann zog er weiter nach Süden, wo er gemeinsam mit dem Jesuitenprovinzial Manuel da Nóbrega eine Missionsstation gründete, die dem heiligen Paulus geweiht war und aus der die Millionenstadt São Paulo wurde. Die Ureinwohner mochten José im Gegensatz zu vielen anderen Europäern und vertrauten ihm, weil er nicht nur als Lehrer und Verbesserer kam, sondern sie und ihre Kultur ernstnahm. Er lernte ihre Sprache, verfasste sogar Wörterbücher und Grammatiken in ihrer Sprache; so lebt er auch noch als berühmter Schriftsteller und Sprachforscher seiner Zeit fort. Weniger mochten ihn die Mächtigen: Nach der Vertreibung der Jesuiten durch die Portugiesen begann José de Anchieta weiter nördlich mit der Gründung einer neuen Station: dem heutigen Rio de Janeiro. 1566 zum Priester geweiht, war er ab 1577 als Provinzial der Jesuiten tätig. Er unternahm als Ordensoberer über 40 Missionsreisen und zog sich 1591 in das Dorf Reritiba zurück, wo er am 9. Juni 1597 starb. Legende: Besonders unter dem Indianern ist der Legendenschatz um José de Anchieta reich: Von Krankenheilungen ist die Rede, wilde Tiere seien ihm gegenüber so zahm gewesen, dass er mit ihnen spielen konnte. Auch ein verdreckter Brunnen soll wieder Trinkwasser gespendet haben, nachdem José darum gebetet hatte. Verehrung: In Brasilien wird José de Anchieta als Nationalheiliger verehrt. Papst Johannes Paul II. sprach den Jesuiten am 22. Juni 1980 selig, am 3. April 2014 wurde er von Papst Franziskus heiliggesprochen. Patron: von Brasilien Weitere Heilige des Tages:
Anna Maria Taigi, Mystikerin
Ephräm der Syrer, Diakon, Kirchenlehrer
Kolumban der Ältere, Klostergründer, Glaubensbote
Liborius von Le Mans, Bischof
Anna Maria Taigi, Mystikerin
Ephräm der Syrer, Diakon, Kirchenlehrer
Kolumban der Ältere, Klostergründer, Glaubensbote
Liborius von Le Mans, Bischof
Lebensdaten: geboren am 15. April 1852 in Oies, Abtei, Südtirol, gestorben am 28. Januar 1908 in Taikia bei Tsining, China Lebensgeschichte: Josef, ladinisch Ujöp gerufen, kam als viertes von 13 Kindern in einem winzigen Weiler der Dolomiten zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in Abtei und in Brixen wurde der tieffromme Bauernsohn Schüler des Augustiner-Gymnasiums und bewohnte das Brixener Knabenseminar. Nach der Matura und dem Theologiestudium am Brixener Priesterseminar wurde er 1875 zum Priester geweiht und in seiner ladinischen Heimat als Pfarrkooperator und Volksschullehrer eingesetzt. Freinademetz, den während seiner Studienjahre eine Missionspredigt tief getroffen hatte, verließ drei Jahre später das Gadertal und schloss sich mit der Erlaubnis seines Bischofs und dem Segen seiner Familie der „Gesellschaft des göttlichen Wortes“ an, die Arnold Janssen kurz zuvor im niederländischen Steyl gegründet hatte. 1879 machte er sich mit einem Ordensbruder auf den Weg nach Hongkong, wo er sich zwei Jahre lang auf seine Aufgabe vorbereitete: den Glauben in Südschantung zu verbreiten, das die in China führenden französischen und italienischen Missionare den „Steylern“ überlassen hatten. Als Freinademetz seine 30 Jahre währende Arbeit aufnahm, fand er unter den neun Millionen Einwohnern nur wenige Hundert Christen vor. Er besuchte Dorf um Dorf, was angesichts der Armut der Bevölkerung und ihres Misstrauens dem „fremden Teufel“ gegenüber nicht ungefährlich war, sicherte sich durch sorgfältige Ausbildung die Mitarbeit von Laien, erstellte katechetisches Material in der Landessprache und bildete einheimische Priester aus. Gleichzeitig übernahm „Fu Shenfu – Glückspriester“, wie er genannt wurde, verantwortungsvolle Aufgaben in seinem Orden, in dem als Apostolisches Vikariat neu errichteten Missionsgebiet und in der Priesterausbildung. In Kleidung und Umgangsformen glich Freinademetz sich seiner Umgebung an. „Ich liebe China und die Chinesen; hier möchte ich sterben und bei ihnen begraben werden“, schrieb er in seine Heimat. 1898 stellten sich eine Kehlkopferkrankung und der Beginn einer Tuberkulose bei ihm heraus, die trotz eines Erholungsurlaubs in Japan nicht vollständig ausheilten. Während des Boxeraufstands (1899–1901) verließ er das Missionsgebiet nicht, schickte aber die von den ausländer- und christenfeindlichen Auswüchsen bedrohten Kinder ins sichere Tsingtau. 1907 steckte sich Pater Freinademetz bei einer Typhusepidemie mit der Krankheit an. Er starb am 28. Januar 1908 in Taikia und wurde auf dem Missionsfriedhof unter der zwölften Station des Kreuzweges begraben. Verehrung: Ein Seligsprechungsprozess wurde seit den 1930er Jahren für Freinademetz vorbereitet, dessen Grab während der „Kulturrevolution“ (1966–1976) fast zerstört wurde. 1975 wurde er gemeinsam mit dem Gründer der Steyler Missionare, Arnold Janssen, seliggesprochen. 2003 wurde er heiliggesprochen. Weitere Heilige des Tages:
Valerius von Trier, Bischof
Valerius von Trier, Bischof
Lebensdaten: geboren am 12. September 1649 in Licata, Sizilien, gestorben am 1. Januar 1713 in Rom Lebensgeschichte und Bedeutung: Giuseppe Maria Tomasi, Fürst von Lampedusa und Herzog von Palma, designierter Grande von Spanien, verzichtete zugunsten seines jüngeren Bruders auf alle seine Erstgeborenenrechte und trat mit 15 Jahren in den Theatinerorden ein. Seine vier Schwestern gingen ebenfalls ins Kloster. Nach Stationen in verschiedenen Ordenshäusern studierte er im römischen Sant’Andrea della Valle altorientalische Sprachen und forschte in Bibliotheken und Archiven nach Zeugnissen altkirchlicher Liturgien. Er wurde Berater zahlreicher römischer Kongregationen und übernahm große Verantwortungen in seinem Orden. Nachdem er einige Male den Kardinalshut abgelehnt hatte, musste er sich 1712 dem Befehl des Papstes Clemens XI. beugen und bekam die Basilica dei Santi Silvestro e Martino ai Monti als Titelkirche zugewiesen. Er starb am 1. Januar 1713. Zu Lebzeiten galt Tomasi seiner Gelehrsamkeit wegen als „Fürst der Liturgiewissenschaft“. Seine 1753 veröffentlichten Werke umfassen elf dicke Bände, dazu kommen noch etliche Editionen altkirchlicher Theologie. Darüber hinaus war er besonders seiner Bescheidenheit und Frömmigkeit sowie seines Reformeifers wegen hoch angesehen. Verehrung: 1971 wurde der unverweste Leichnam Tomasis in die Ordenskirche Sant’Andrea della Valle überführt, wo er bei einem Seitenaltar ruht. Bei seiner Heiligsprechung am 12. Oktober 1986 hob Papst Johannes Paul II. vor allem seine Bedeutung für die Entwicklung der Liturgie hervor. Tatsächlich gingen viele seiner Erkenntnisse in die Liturgiereform ein. Weitere Heilige und Feste des Tages:
Hochfest der Gottesmutter Maria
Vinzenz Maria Strambi, Bischof
Gregor von Nazianz der Ältere
Hochfest der Gottesmutter Maria
Vinzenz Maria Strambi, Bischof
Gregor von Nazianz der Ältere
Lebensdaten: geboren am 11. September 1556 oder 1557 in Peralta de la Sal, Provinz Huesca (Aragón), gestorben am 25. August 1648 in Rom Lebensgeschichte: José de Calasanz Gastón war das jüngste von acht Kindern eines begüterten Landadligen und Dorfbürgermeisters, der seinem Sohn eine gute Ausbildung im benachbarten Trinitarierkolleg angedeihen ließ. Als José mit 14 Jahren allerdings den Wunsch äußerte, Priester werden zu wollen, sträubte sich der Vater, weil er José für die Verwaltung der Familiengüter vorgesehen hatte. José studierte Kirchenrecht und Theologie an den Universitäten von Lérida, Valencia und Alcalá de Henares und wurde 1583 zum Priester geweiht – der Vater hatte sich einer Erkrankung beugen müssen, die José angesichts seiner fehlenden Zustimmung fast das Leben kostete. José diente den Bischöfen von Albarracín und Urgell als Berater, Sekretär und regionaler Generalvikar, bis er 1592 nach Rom reiste, um sich dort eine einträgliche Pfründe in der Heimat zu sichern. Kardinal Marcantonio Colonna, Parteigänger der spanischen Krone und Direktor der Vatikanischen Bibliothek, nahm ihn in seine Dienste und unter seinen Schutz. Viele römische Kinder waren infolge von Seuchen wie der Pest von 1595 verwaist, und Calasanz, der sich eigentlich nur sechs Jahre Zeit bis zu seiner Rückkehr gegeben hatte, nahm sich mit Gleichgesinnten wenigstens ihrer schulischen Ausbildung an. Am 27. November 1597 eröffnete er in den Sakristeiräumen der Pfarrkirche Santa Dorotea in Trastevere die erste öffentliche und kostenlose Knabenschule Europas. Aus dieser Grundidee entstand 1602 die Genossenschaft der Regularkleriker von der „frommen Schule – Scholarum Piarum“, später kurz „Piaristen“ genannt. 1617 als Kongregation bestätigt und 1621 zum Orden erhoben, wurde die Gemeinschaft rasch größer und verbreitete sich besonders im heutigen Österreich. Calasanz sorgte sich um die bestmögliche Ausbildung seiner Ordensleute und näherte sich Gelehrten wie Galileo Galilei und Tommaso Campanella an, was ihn als Freund so umstrittener Wissenschaftler allerdings selber verdächtig machte: 1642 wurde er zum ersten Mal vor das Inquisitionsgericht gerufen. Als wenig später herauskam, dass ein Ordensmitglied anbefohlene Schulkinder missbraucht und kraft seines familiären Einflusses Calasanz, der ihn endlich denunzieren wollte, in der Ordensleitung abgelöst hatte, wurde der Orden 1646 kurzerhand vom Heiligen Stuhl aufgelöst. Calasanz erlebte dessen Wiederrichtung 1656 nicht mehr: Er starb 1648 mit etwa 92 Jahren und wurde in der Kirche San Pantaleo in Rom bestattet. Zu dieser Zeit besuchten bereits etwa 2000 römische Kinder seine Schulen. Verehrung: Josef von Calasanz wurde 1748 selig- und 1767 heiliggesprochen. 1948 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron der christlichen Volksschulen. Jedes Jahr am 27. November wird in Spanien der „Tag der Lehrer“ zu seinen Ehren und zum Gedenken an seine erste Gründung gefeiert. Der Orden der „Kalasantiner“, die „Kongregation für die christlichen Arbeiter vom heiligen Josef Calasanz“, wurde 1889 in Wien vom Piaristen und Arbeiterpriester Anton Maria Schwartz gegründet. Darstellung: im Talar der Piaristen, von Kindern umringt Patron: der Piaristen, der christlichen Volksschulen Weitere Heilige des Tages:
Ludwig der Heilige, König von Frankreich
Mariam Baouardy, Mystikerin
Patricia, Pilgerin
Ludwig der Heilige, König von Frankreich
Mariam Baouardy, Mystikerin
Patricia, Pilgerin
Lebensdaten: gestorben in Nazareth Lebensgeschichte: Der Baumeister und Zimmermann Josef von Nazareth war aus dem messianischen Stamm Davids und war mit Maria verlobt, das heißt rechtmäßig schon mit ihr verbunden. Als er bemerkte, dass Maria ein Kind erwartete, ohne dass sie zusammengekommen waren, wollte er sie nicht bloßstellen, sondern sich in aller Stille von ihr trennen. Doch ein Engel forderte ihn im Traum auf, den Sohn Gottes und seine Mutter Maria zu sich zu nehmen. Als sie nach Bethlehem zu einer vom Kaiser angeordneten Volkszählung reisten, gebar Maria das Kind Jesus dort in einem Stall. Die Heilige Familie flüchtete vor König Herodes nach Ägypten und kehrte nach dessen Tod nach Nazareth in Galiläa zurück. Als Jesus zwölf Jahre alt war, unternahmen sie eine Wallfahrt nach Jerusalem. Auf dem Rückweg suchten die Eltern das Kind drei Tage lang in der Reisegruppe, bis sie es schließlich im Tempel von Jerusalem wiederfanden. Möglicherweise starb Josef bald darauf. Jedenfalls ist von ihm nichts weiter im Neuen Testament überliefert. Legende: Nach dem sogenannten Jakobus-Evangelium wurde Maria im Jerusalemer Tempel erzogen und wollte sich einer Verheiratung entziehen – was im Judentum nicht vorgesehen war. Auf Gottes Veranlassung versammelten die Priester alle Unverheirateten aus dem Stamm Davids im Tempel und ließen sie einen Stab auf den Altar legen. Derjenige, dessen Stab zu blühen begann, sollte der Bräutigam Marias werden. Der schon etwas ältere Josef hielt sich einer solchen Verheiratung für unwürdig und legte seinen Stab erst gar nicht auf den Altar. Doch die Stimme Gottes entlarvte ihn, sein Stab begann zu blühen, und so wurde Maria seine Braut. Verehrung: Josef ist einer der meistverehrten Heiligen überhaupt. Unzählige Wunder und Gebetserhörungen werden ihm zugeschrieben. Zahllose Klöster und Bruderschaften stehen unter seinem Patronat. 1870 erhielt er seine höchste Auszeichnung als Patron für die ganze Kirche. In Bayern war der Josefitag bis 1968 ein Feiertag. Papst Franziskus ließ seinen Namen in das Hochgebet einfügen. Darstellung: meist als älterer Mann im Stall von Bethlehem, mit Zimmermannswerkzeug oder Lilie Patron: der ganzen Kirche, von Bayern, Böhmen, Kanada, Kärnten, Österreich, Peru, der Steiermark und Tirol, der Bistümer Osnabrück und Köln, der Sterbenden und für einen guten Tod, der Bruderschaften und Ordensgemeinschaften vom hl. Josef, der Kinder, Jugendlichen, Waisen, christlichen Familien und Ehepaare, der Arbeiter, Handwerker, Schreiner, Zimmerleute, Wagner, Ingenieure, Erzieher, Reisenden, Totengräber, Verbannten; als Helfer bei Augenleiden, in verzweifelten Lagen, Wohnungsnot, Versuchungen Weitere Heilige des Tages:
Sibyllina Biscossi, Reklusin
Sibyllina Biscossi, Reklusin
Lebensdaten: geboren um 1870 in der Provinz Darfur, Sudan, gestorben am 8. Februar 1947 in Schio bei Vicenza Lebensgeschichte: Das siebenjährige Mädchen aus der Familie des Dorfchefs von Olgossa wurde von arabischen Sklavenjägern geraubt und so oft auf den Sklavenmärkten verkauft, bis sie ihren Namen vergessen hatte. Die Sklavenjäger hatten sie ironisch „Bakhitha – du hast Glück gehabt“ gerufen – dieser Name blieb ihr. Mit etwa 14 Jahren kam sie in den Besitz eines türkischen Offiziers, der ihr am ganzen Körper zahllose Narben zum Nachweis seines Eigentums anbringen ließ. Ihr letzter Besitzer war der italienische Konsul in Khartum, der sie eigentlich freilassen und zu ihrer Familie zurückschicken wollte, was sich aber wegen der fehlenden Erinnerungen und Traumatisierungen Bakhitas als unmöglich erwies. Er übergab die junge Frau der befreundeten Familie Michieli, die in das heimatliche Genua zurückkehrte. Bakhita wurde gemeinsam mit der Tochter der Michielis in die Obhut der Canossa-Schwestern in Venedig gegeben, wo sie den katholischen Glauben kennenlernte und Heimat in der Gemeinschaft fand. Als die Signora Michieli nach Jahren die Oberin aufforderte, ihre Sklavin wieder herauszugeben, weigerte sich diese standhaft. Die Michielis schalteten Justiz und Klerus ein, doch ein Gericht entschied die Besitzansprüche für nichtig, da in Italien keine Sklaverei erlaubt sei. Am 29. November 1889 wurde Bakhita offiziell für frei erklärt. Vier Wochen später wurde sie durch Taufe, Firmung und Erstkommunion vom Patriarchen von Venedig Domenico Agostini höchstpersönlich in die Kirche aufgenommen und erhielt den Namen Giuseppina Margherita Fortunata. Josefina wollte gerne auch Ordensschwester werden, doch die Canossa-Schwestern lehnten sie wegen ihrer dunklen Hautfarbe ab, bis Kardinal Agostini sich einschaltete und sie am 7. Dezember 1893 in die Ordensgemeinschaft eintreten konnte. Am 8. Dezember 1895 legte sie ihre Gelübde ab und nahm den Ordensnamen Josefina an. 1902 wechselte sie in den Konvent von Schio über, wo sie bis zu ihrem Lebensende blieb und ab 1922 als Pförtnerin tätig war, wodurch sie vielen Kontakt zur Bevölkerung hatte. Das Städtchen verehrte bald die immer freundliche und lächelnde Ordensschwester unter dem Namen „La nostra Madre Moréta – unsere kaffeebraune Mutter“, und bald interessierte sich auch die Ordensleitung für sie. Schwester Josefina ging in ganz Italien zu Missionszwecken auf Tournee, wobei sie sich mit Worten sehr zurückhielt: Sie war vor Publikum sehr schüchtern und sprach nur venezianischen Dialekt. 1939 zeichneten sich schwere gesundheitliche Probleme ab. Sie starb am 8. Februar 1947 nach langer und schmerzhafter Krankheit, die sie in Geduld ertrug. Verehrung: Bereits 1959 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet. 1992 wurde die „Santa Madre Moréta“ selig- und im Jahr 2000 heiliggesprochen. Papst Johannes Paul II. schenkte sie ihren verfolgten Landsleuten im Sudan als Fürsprecherin. Papst Benedikt XVI. widmete ihr 2007 eine Passage in seiner Enzyklika „Spe salvi“, wo er ihr Leben als Beispiel der christlichen Hoffnung schildert. Patronin: des Sudan Weitere Heilige des Tages:
Hieronymus Miani, Ordensgründer
Philipp Jeningen, Ordenspriester, Volksmissionar
Hieronymus Miani, Ordensgründer
Philipp Jeningen, Ordenspriester, Volksmissionar
Lebensdaten: geboren am 9. Januar 1902 in Barbastro, Aragon, gestorben am 26. Juni 1975 in Rom Lebensgeschichte: José María Julián Mariano Escrivá Albás, so sein Taufname, trat 1918 ins Priesterseminar von Logroño ein und nahm nach dem Studium der Theologie und Philosophie noch ein Jurastudium in Saragossa auf. 1925 zum Priester geweiht, wurde er zwei Jahre später zur Promotion in Jura freigestellt und wirkte in Madrid als Seelsorger unter anderem im Krankenstift eines Frauenordens. Zusätzlich unterrichtete er Römisches und Kanonisches Recht, um seine verwitwete Mutter und zwei jüngere Geschwister zu unterstützen. 1928 gründete er auf eine Eingebung hin das „Werk Gottes – Opus Dei“ zur Heiligung des christlichen Alltags der Laien, das er 1930 für Frauen und 1933 durch die Eröffnung einer Akademie erweiterte. Während des Spanischen Bürgerkriegs übte Escrivá sein Priesteramt zunächst im Verborgenen aus, musste aber schließlich nach Burgos fliehen, wo er Material für seine Dissertation sammelte. 1939 nach Madrid zurückgekehrt, nahm er seine Arbeit am Opus Dei wieder auf, das sich bald in ganz Spanien ausbreitete. 1943 gründete er die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz. Er wurde in zahlreiche Diözesen eingeladen, um Exerzitien zu halten, und wurde unter dem Namen Josemaría Escrivá de Balaguer sehr bekannt. 1946 zog Escrivá nach Rom, um von dort aus und auf vielen Auslandsreisen das weltweit wachsende Werk zu betreuen. Das Hauptwerk Escrivás, die Aphorismensammlung Der Weg, wurde in 42 Sprachen übersetzt und 4,5 Millionen Mal verkauft. Der schwer zuckerkranke Josemaría Escrivá starb am 26. Juni 1975 in Rom. Verehrung: Josemaría Escrivá wurde in der Kirche der Prälatur Santa Maria della Pace in Rom beigesetzt und ruht im Hauptaltar. An seiner Seligsprechung 1992 durch Papst Johannes Paul II. nahmen 200.000 Menschen teil. 2002 folgte seine Heiligsprechung – mit nur 27 Jahren nach seinem Tod die kürzeste seit der Neuordnung des Verfahrens im 16. Jahrhundert. Weitere Heilige des Tages:
Vigilius, Bischof, Märtyrer
Johannes und Paulus von Rom, Märtyrer
Vigilius, Bischof, Märtyrer
Johannes und Paulus von Rom, Märtyrer