Bildungs- und Erziehungsziele

Sprachliche Bildung und Förderung

Zu den wichtigsten frühkindlichen Bildungsprozessen gehört die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten. Über die Sprache werden soziale Beziehungen geknüpft. Die Kinder können ihre Meinung äußern, Konflikte lösen und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und an der Bildung wird erst durch die Sprache ermöglicht.

Im Gruppenalltag schaffen wir Situationen und bieten Bildungsangebote an, in denen es Kindern möglich ist, Sprache zu gebrauchen und zu üben. Durch gezielte Angebote, wie Gespräche führen, Erzählen von Geschichten, Vorlesen von Bilderbüchern, Erlernen von Gedichten, Liedern und Fingerspielen, Laut- und Sprachspielen, finden die Kinder Freude am Zuhören, Erzählen und miteinander Sprechen. Dabei erweitern die Kinder ihren Wortschatz, üben die Anlaute und die Grammatik sowie die verschiedenen sprachlichen Ausdrucksformen.

Während der Freiarbeit geben die Erzieherinnen Anregungen zu Rollen- und Singspielen. In der sprachlichen Ausdrucksweise sehen wir uns als Vorbildfunktion für die Kinder. Wir sprechen klar und deutlich in ganzen Sätzen und erwarten vom Kind, dass es auch mit uns verständlich spricht.

Migrantenkinder brauchen besondere Unterstützung beim Erlernen der deutschen
Sprache, um gleiche Bildungschancen zu erhalten. Kinder mit Migrationshintergrund
und Kinder mit sprachlichen Defiziten nehmen zusätzlich bei uns an intensiven
Sprachfördereinheiten in Kleingruppen bei „Vorkurs Deutsch“ teil.

 

Mathematische Bildung

Mathematisches Denken ist Basis für lebenslanges Lernen, Grundlage für Erkenntnisse und bedeutet Zurechtkommen im Alltag. Kinder können im kommunikativen Austausch mit Erwachsenen mathematisches Denken entwickeln.

In unserer Einrichtung erfahren die Kinder mit allen Sinnen und spielerisch mit
mathematischen Inhalten zu experimentieren und kreativ damit umzugehen. Die
Neugierde auf Mathematik wird dabei geweckt.

Die Kinder in der Krippe und im Kindergarten erfahren ihren eigenen rhythmischen
Ablauf des Tages. Schon beim Wickeln nimmt das Kleinkind verschiedene Raum-
Lage-Positionen in Bezug auf den eigenen Körper wahr. Und so ganz nebenbei lernt
es seine Körperteile kennen. Im Morgenkreis benennen die Kinder die Wochentage.
Ein Kind zählt die anwesenden Kinder, danach stellen wir gemeinsam fest, wie viele
Kinder fehlen. Unsere vielfältigen Montessori-Materialien und Alltagsmaterialien
fordern die Kinder beim Spiel und kreativen Tun auf, sich aktiv mit dem räumlichen
Verständnis, den mathematischen Grundbegriffen und Maßeinheiten auseinanderzusetzen. Dies erfahren sie beim Schütten, Messen, Falten, Vergleichen, Wiegen, Ab- und Auszählen, Zuordnen, Umgang mit lang-kurz, gerade-schräg, oben-unten, innen-außen, Zeit erfassen und Sortieren.

Die Kinder entwickeln ein räumliches Grundverständnis beim Erkunden ihres Gruppenraumes mit seinen Spielbereichen, beim Turnen, in der musikalischen Rhythmik sowie im Garten mit den vielen Spielmöglichkeiten.

 

Naturwissenschaftliche und technische Bildung

Kinder zeigen großes Interesse an Alltagsphänomenen der belebten und unbelebten
Natur. Sie sind bestrebt zu experimentieren, nachzuforschen und herauszufinden,
wie etwas funktioniert.

Beim Forschen und Experimentieren mit Wasser, Feuer, Luft und Erde erfahren die Kinder die Eigenschaften, Abläufe und die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Elemente. Wir gehen in die Natur, sammeln, sortieren, ordnen, benennen und beschreiben Materialien und erleben bewusst Naturvorgänge.

Wir greifen die Interessen der Kinder auf, geben Impulse und begleiten sie beim Forschen und Entdecken. So zerlegen die Kinder z. B. einen Wecker, mischen Farben, wiegen unterschiedliche Materialien und vergleichen, warum das eine schwerer und das andere leichter ist, messen Temperaturen oder experimentieren mit Magneten. Dadurch erkennen die Kinder Zusammenhänge, finden eigenständig Lösungen und eignen sich logisches Denken an.

  

Umweltbildung und -erziehung

Wir legen großen Wert auf die Bewahrung der Schöpfung und den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt. Im Kleinkind- und im Kindergartenalter sind die Kinder sehr aufgeschlossen, sich mit diesem Thema aktiv auseinander zu setzen.

Wir pflegen unsere Blumenbeete im Garten, gehen achtsam mit den Tieren um und
lernen ihren Lebensraum kennen. Beim kreativen Gestalten verwenden wir oft
Abfallprodukte und Verpackungsmaterialien. Wir trennen bewusst den Müll, besser
noch, wir versuchen Müll zu vermeiden. Wir stellen uns Fragen wie: „Woher kommen unsere Lebensmittel? Wie werden sie verarbeitet? Was wird alles daraus gemacht?“
Dadurch lernen die Kinder den Werdegang unserer Lebensmittel kennen und somit
zu schätzen. Beim Besuch auf dem Bauernhof und beim Spaziergang im Wald
stärken wir das Umweltbewusstsein der Kinder.

Somit übernehmen sie von klein auf eine Verantwortung gegenüber unserer Umwelt.

 

Informationstechnische Bildung, Medienbildung und -erziehung

In der modernen Gesellschaft sind Informations- und Kommunikationstechnik sowie
Medien alltäglicher Bestandteil der individuellen Lebensführung. Medienkompetenz
bedeutet bewussten, kritisch reflexiven, sachgerechten, selbstbestimmten und
verantwortlichen Umgang mit Medien. Das Spektrum der Medien ist breit gefächert.
In unserer Einrichtung bieten wir eine Auswahl davon an.

In der Kinderkrippe haben die Kleinsten die Möglichkeit, ihre Portfolioordner mit den
vielen Fotos darin anzuschauen und darüber zu sprechen. Der erste Kontakt mit den
Bilderbüchern regt die Krippenkinder zum Sprechen und zum Sozialverhalten an.

Im Kindergarten entwickeln die Kinder durch den regelmäßigen Umgang mit Lexika,
Sach- und Bilderbücher Interesse an der Sprache und kommunizieren miteinander.
Sie freuen sich beim Anschauen der Fotos vom Kindergartenalltag und finden Spaß,
zur Musik der CD mitzusingen und zu tanzen.

 

Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung

Ästhetische Bildung und Erziehung hat immer auch mit Kunst und Kultur zu tun.
Angeregt durch die Auseinandersetzung mit Kultur und Kunst entfalten die Kinder ihr künstlerisches und kreatives Potential. Sie lernen eigene und fremde Kulturerzeugnisse und  künstlerische Ausdrucksformen kennen. Kreativität ist die Fähigkeit, im Denken neue, aber auch unerwartete und überraschende Wege zu gehen. Die Kreativität von Kindern zu stärken, heißt auch, ihnen die Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen.

Kinder erkunden und erschließen ihre Umwelt von Geburt an mit allen Sinnen und machen dabei erste ästhetische Erfahrungen. Wir verstärken diese, indem wir uns dem Kind aufmerksam zuwenden, durch unsere Gestik und Mimik und durch unsere Umgangsformen. Auch die Tischkultur mit einem schön gedeckten Tisch und Porzellangeschirr sowie Essmanieren tragen zur ästhetischen Entwicklung bei.

Während der Freiarbeit bieten wir gezielt und situationsorientiert kreative Angebote an. Diese finden sowohl mit dem einzelnen Kind als auch in Kleingruppen
statt. Bei den Vorbereitungen der gezielten Angebote werden Neugierde und
Interesse des Kindes geweckt. Es hat die Möglichkeit, sich für das Angebot
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu entscheiden. Die Kinder fertigen aus vielen unterschiedlichen Materialien und Farben Kunstgegenstände in verschiedenen Techniken an. Die Anforderungen der kreativen Angebote richten sich nach dem Entwicklungsstand des Kindes und ermöglichen uns somit eine individuelle Förderung. Die Kinder können sich in diesem Bereich frei entfalten. Sie erleben Spaß und Freude beim Schneiden, Malen, Prickeln, Reißen, Kleben, Kneten und entdecken dabei ihre Fähigkeiten. An seinem fertig gestellten Kunstwerk erfährt das Kind ein Erfolgserlebnis und weiß: „Ich kann das“.

Wir schmücken mit den Kunstwerken unsere Räume und lassen diese immer wieder neu ins Blickfeld rücken. Die Kinder sind begeistert davon und fühlen sich in den Räumlichkeiten wohl. Sie laden ihre Eltern zum Bewundern der Werke ein. Voller Begeisterung tragen die Kinder ihre kreativen Arbeiten mit nach Hause.

Die Kinder bringen nicht nur bildnerisch ihre ästhetischen Fähigkeiten zum Ausdruck, sondern auch durch Tanzen, Bewegung und Singen. All dies bieten wir in unseren gezielten Angeboten in Kleingruppen und mit der ganzen Gruppe an.

Kultur erleben unsere Kinder bei einem Besuch im Museum. Bei ausgewählten Ausstellungen im Pflegschloss finden die Kinder einen Zugang zu anderen Kulturen. Sie lernen Gestaltungs- und Ausdruckswege anderer kennen und diese wertzuschätzen.

 

Musikalische Bildung und Erziehung

Kinder handeln von Geburt an musikalisch. Mit Neugier und Faszination begegnen
sie der Welt der Musik. Musik ist Teil ihrer Erlebniswelt. Der aktive Umgang mit Musik fordert und fördert die gesamte Persönlichkeit.

Singen und Musizieren steckt an. Reime machen den Kindern Freude, besonders,
wenn sie nicht nur gesprochen, sondern auch gesungen, szenisch und instrumental
dargestellt werden. Zuletzt verbinden sich dabei Sprache, Bewegung, Gesang und
Musik zu immer neuen Formen der Gestaltung für ihre Phantasie und Kreativität.

In die musikalische Erziehung binden wir Gymnastik, Atemübung und Stimmbildung mit ein. Beim Singen und Sprechen fördern wir den sprachlichen Ausdruck, die Artikulation und das Rhythmusgefühl. Wir lernen das Orff-Instrumentarium kennen, dessen Spielweise und Einsatzmöglichkeiten.

In der Bewegung und im Tanz bringt das Kind seine Freude zum Ausdruck und lernt dabei seinen Körper kennen. Wir wecken in jedem Kind die Liebe zur Musik.

 

Bewegungserziehung und –förderung, Sport

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und Freude daran. Für sie ist Bewegung ein wichtiges Mittel, Wissen über ihre Umwelt zu erwerben, ihre Umwelt zu „begreifen“, Kenntnisse über sich selbst und ihren Körper zu erwerben und ihre Fähigkeiten kennenzulernen. Um sich weiter entwickeln zu können, brauchen die Kinder Bewegung. Dadurch steigert sich das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie das Selbstwertgefühl.

Die Bewegungselemente von Emmi Pickler in der Kinderkrippe ermöglichen den Kleinsten zu klettern, rutschen, schaukeln, kriechen und sich zu verstecken. Die Allerkleinsten lernen in unserer Einrichtung zu laufen.

Wir gehen, wenn möglich, jeden Tag zum Toben, Springen, Laufen und Klettern ins Freie. Dabei können die Kinder an der frischen Luft ihre Kräfte messen, ihre eigenen Grenzen erfahren und Energie abbauen. Bei schönem Wetter pritscheln und batzen sie nach Herzenslust. Beim Balancieren und Radfahren schulen die Kinder ihr Gleichgewicht. Die Kinder erfahren Freude am Zusammenspiel in einer Gruppe und entwickeln Teamgeist. Je nach Situation gehen wir spazieren und sind auf Spielplätzen aktiv.

Im Kindergarten bieten wir Psychomotorik mit Alltagsmaterialien an. In der Psychomotorik geben wir den Kindern Freiräume und Anregungen, nehmen ihre Ideen auf und ermöglichen ihnen viele Erfolgserlebnisse. Das Experimentieren steht dabei im Vordergrund.

In der Rhythmik nach Mimi Scheiblauer orientieren wir uns am Kind und an seinen
Bedürfnissen. Rhythmik ist etwas Dynamisches, ist Bewegung. Dabei wird vom Kind
Aufmerksamkeit, Konzentration und Reaktionsfähigkeit verlangt.

Beim Turnen in den Räumen setzen sich die Kinder mit Kleingeräten, wie z.B. Reifen
und Bällen, auseinander und finden Freude beim Tanzen.

 

Gesundheitsbildung und Kinderschutz

Die Gesundheit umfasst das körperliche, seelische, geistige und soziale Wohlbefinden. Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der darauf abzielt, Kindern ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.

Dies umfasst insbesondere folgende Bereiche:

Ernährung

Abwechslungsreiche und ausreichende Ernährung

Gemeinsames Kochen

Achten auf Tischmanieren

Gemeinsames Essen

Grundverständnis erwerben über Produktion, Beschaffung, Zusammenstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln

Bewusstsein seiner selbst

Den eigenen Köper kennenlernen

Signale des eigenen Körpers wahrnehmen

Körperteile benennen

Kennenlernen der eigenen körperlichen Grenzen

Körperpflege und Hygiene

Hände waschen

Wickeln

Toilettengang

Gesundheitsbewusstsein

Ruhephasen

Bewegung

Entspannungstechniken

Grundverständnis für körperliche Zusammenhänge erfassen

Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen

Sicherheit und Schutz

Gefahrenquellen erkennen

Verkehrserziehung

Grundwissen über richtiges Verhalten bei Feuer und Unfällen erwerben, z.B. „Trau Dich- Kurse“, Besuch bei der Feuerwehr

Um Hilfe bitten können

Sexualität

Grundwissen über Sexualität erwerben

Bewusstsein für persönliche Intimsphäre entwickeln

Lernen „Nein“ zu sagen