Die Heilige Corona
Die Heilige Corona (Korona, * um 160 in Ägypten oder Syrien; † 177) soll eine frühchristliche Märtyrin gewesen sein. Sie ist nach katholischer Betrachtung die Patronin des Geldes, der Fleischer und der Schatzgräber. Das Patronat in Geldangelegenheiten verdankt sie ihrem Namen, der auf deutsch „Krone“ bedeutet, eine Bezeichnung für verschiedene Währungen. Der Überlieferung zufolge soll Corona zur Zeit der Christenverfolgungen das Martyrium im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit dem ebenfalls heilig gesprochenen Soldaten Victor von Siena erlitten haben. Während dieser gemartert wurde, soll die als Braut, eines seiner Kameraden vermutete Corona, ihn getröstet und ermutigt haben. Aus diesem Grund sei sie verhaftet und verhört worden. Schließlich soll sie von ihren Peinigern zwischen zwei herabgebogene Palmen gebunden und beim Emporschnellen der beiden Palmen zerrissen worden sein. Victor soll enthauptet worden sein. Andere Quellen berichten, dass Corona Victors Ehefrau gewesen sei. Der Gedenktag der hl. Corona ist der 14. Mai, gelegentlich auch der 20. Februar. Besondere Verehrung wird der Heiligen in Österreich und in Ostbayern zuteil, wo ihr verschiedene Wallfahrten gewidmet sind.
Auch im mittelalterlichen Bremer Dom, in den im Jahre 965 Reliquien der Heiligen gebracht wurden, muss es eine bedeutende Corona-Verehrung gegeben haben, wie hier gefundene Pilgerzeichen und drei Skulpturen im Dom nahelegen. Ebenso verehrte sie Kaiser Otto III., der nach seiner Kaiserkrönung im Jahre 996 Corona-Reliquien nach Aachen überführen ließ. Im Straßburger Münster stellt ein Bleiglasfenster des 14. Jahrhunderts sie in langem Kleid, mit Mantel und Schleier dar, die Märtyrerpalme in der Linken. Spätere Darstellungen zeigen sie, wie sie einem Bettler ein Geldstück reicht oder ein Geldkästchen in der Rechten hält. Das Corona-Gebet, auch Kronengebet genannt, ist ein volksmagisches Ritual, das besonders im 17. und 18. Jahrhundert populär war und zum Aufspüren verborgener Schätze diente. Aus St. Corona am Wechsel (Niederösterreich) wird auch von Anrufung um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Missernte und zur Abwendung von (Vieh-)Seuchen berichtet. Die Angabe geht auf eine lokale Tradition in St. Corona am Wechsel zurück, der zufolge die Heilige von der bäuerlichen Bevölkerung dort gegen Viehseuchen angerufen wurde. Ebenso soll sie dort regional als Patronin der Holzfäller verehrt worden sein. Die Pfarrei St. Pankratius in Roding veröffentlichte während der Coronavirus-Pandemie 2019/20 eine Novene mit Anrufung der heiligen Corona.
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