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Zum Tod von König Ludwig II.

13.06.2026 09:00

Vor 140 Jahren starb mit Ludwig II. der wohl bekannteste König Bayerns, der das Land von 1864 bis 1886 regierte. Bis heute ist der „Märchenkönig“ vor allem für seine zahlreichen Schlösser bekannt, die jedes Jahr große Mengen an Besuchern aus aller Welt nach Bayern locken. Die Faszination seiner Persönlichkeit liegt dabei in seiner Weltflucht sowie den bis heute nicht vollständig geklärten Umständen seines Todes am 13. Juni 1886 im Starnberger See. Auch das Archiv des Bistums Augsburg besitzt Unterlagen, die sowohl seine Person selbst als auch die Trauer um ihn betreffen.

Bischöflicher Erlass von 1886 über die Trauerfeierlichkeiten.

Im Bestand des Bischöflichen Ordinariats finden sich zwei Akten (BO 6046 u. BO 10035), in denen die Trauerfeierlichkeiten anlässlich des Tods des Königs behandelt werden. In beiden findet sich auch ein Abdruck des Bischöflichen Erlasses Nr. 365 vom 15. Juni 1886 abgedruckt.

In seinem Erlass vom 15. Juli 1996 benennt der damalige Augsburger Bischof Pancratius von Dinkel „die erschreckliche Kunde: Se. Majestät sind todt. König Ludwig II., auf den bei seiner Thronbesteigung vor zweiundzwanzig Jahren Bayerns Volk mit so gerechter Hoffnung und Begeisterung blickte, – plötzlich nun schon beklagenswerthe Beute des Todes, tief bemitleidet und betrauert von seinem treuen Bayernlande.“

Festgelegt wird gemäß einer Vorgabe aus München, dass sechs Wochen lang von 12 bis 1 Uhr mittags ein feierliches Trauergeläut in allen Kirchen des Bistums Augsburg erklinge. Zudem soll von den Kanzeln aller Pfarr-, Kuratie- und Expositurkirchen ein feierliches Seelenamt mit vorausgehenden Vigilien abgehalten werde. Priester, die dieses nicht zelebrieren, sollen dafür eine Stillmesse abhalten.

Trauer der Mutter

Auszug aus einem Brief Maries von Bayern an Bischof Pancratius von 1887.

Auch die Mutter des verstorbenen Königs, Marie von Bayern, wird hierbei vom Bischof bedacht: „Beten wollen wir insbesondere noch für unsere geliebteste Königin-Mutter Marie, daß Gott mit seiner Gnade Allerhöchst derselben beistehen möge, die über sie ergangene namenlos schwere Prüfung mit christlicher Ergebung und Starkmuth zu ertragen.“

In einem Brief vom 10. Januar 1887 bedankt sich Königin Marie bei Bischof von Dinkel ausdrücklich für dessen „liebevolle, treue Theilnahme im Trauerjahr 1886“ sowie für eine persönliche Aussprache in Hohenschwangau, die ihr sehr gutgetan habe. Die beiden korrespondierten über mehrere Jahre miteinander; der Briefwechsel ist im Nachlass Pancratius von Dinkel (BA 01) erhalten.

Urkunde mit Unterschrift des Königs von 1879

Im Bestand des Pfarrarchivs Dillingen an der Donau findet sich zudem im Akt mit dem Titel „Korrespondenz und Urkunden zur Besetzung verschiedener Ämter“ (Pf 270 1435) noch ein Schriftstück von Ludwig. Während viele Schreiben, die sich in solchen Beständen finden, lediglich im Namen des Königs von der jeweiligen Behörde ausgestellt worden sind, stammt dieses vom Herrscher selbst. Es trägt nicht nur den Briefkopf mit seinem Namen und seinen Titeln, sondern der König versah es auch eigenhändig mit seiner 

Unterschrift.

Eine von Ludwig ausgestellte Urkunde von 1879.

Inhaltlich handelt es sich um die Ernennung des katholischen Geistlichen Ignaz Wankmüller, Stadtpfarrer in Dillingen, zum königlichen geistlichen Rat. Der genaue Text des Schriftstückes hierbei lautet:

„Nachdem Wir Uns bewogen gefunden haben, auch den Titel und Rang eines geistlichen Rathes kostenfrei allergnädigst zu verleihen, so haben Wir auch hierüber gegenwärtiges, von Uns eigenhändig unterzeichnetes, mit Unserem größeren geheimen Kanzleisiegel versehenes Dekret zu euerer Legitimation ausfertigen lassen.
Hohenschwangau, den 9ten Februar 1879.
Ludwig.“

Rechts neben dem Siegel kann man dabei auch die Unterschrift des Ministers Johann von Lutz („Dr. v. Lutz“) sehen, der wenige Jahre später eine tragende Rolle bei der Absetzung des Königs spielte.