Ca. 80 Personen aus kirchlichen und politischen Gremien sind der Einladung des Dekanatsrates Augsburg-Land gefolgt.

Veranstaltung "Kirche und Kommune" in St. Ägidius, Neusäß am 25.10.2016

27.10.2016 20:12

"Unsere Dörfer und das dörfliche Leben in den Pfarreien haben sich innerhalb von nur einer Generation stärker verändert, als in einem Jahrhundert zuvor, und es stehen uns noch gewaltige Veränderungen und Herausforderungen ins Haus, die wir noch gar nicht ganz abschätzen können". Diesen Satz stellte Miller in den Mittelpunkt seines interessanten Vortrags, um den zahlreichen Zuhörern, darunter vielen Bürgermeistern aus der Region, aufzuzeigen, wie wichtig ein Zusammenwirken und funktionierende Netzwerke zwischen Kirche und Kommune sowie sozialer Einrichtungen zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens und eines menschlichen Miteinanders für eine funktionierende Gesellschaft sind. Die katholische Soziallehre mit ihren Prinzipien Personalität, Solidarität und Subsidiarität erhalte in Zeiten tiefgreifender Umbrüche eine neue Aktualität, so Miller. Ziel sei weiterhin der Erhalt und die Weiterentwicklung von sozialen Gemeinden und lebendigen Dörfern. Bei anhaltendem Priestermangel werfe dies jedoch viele Fragen auf. Da die Bereiche Diakonie und Caritas eine immer stärkere Rolle einnähmen, setze man hier auf die Mithilfe der Kirchenmitglieder. Der Sachausschuss "Land" im Diözesanrat Augsburg greife das vom "Verein Soziale Gemeinden im Unterallgäu e.V.“ erarbeitete Thema "Netzwerke - Kommune - Kirche - Gesellschaft" zur Förderung interaktiver Pastoral- und Kommunalentwicklung im ländlichen Raum auf, sagte Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz. Dazu würden in allen Dekanaten der Diözese Augsburg Auftaktveranstaltungen mit Vertretern von Pfarreien und Gemeinden durchgeführt. Deren Ziel sei es, die kirchlichen, kommunalen und gesellschaftlichen Veränderungen und Wechselwirkungen wahrzunehmen, notwendige Handlungsoptionen zu erarbeiten und umzusetzen. "Was leisten die Kirchen bisher in unseren Kommunen für eine soziale Gemeinde und was müssen wir tun, um Entwicklungen, die wir nicht aufhalten können, so gut zu gestalten, dass Menschen die verbundenen Herausforderungen erfolgreich bestehen können?" war dagegen Thema von Thomas Stark, Referent für Gemeindeentwicklung im Dekanat Memmingen-Mindelheim. Mit vielen Beispielen aus der vorliegenden Studie von Professer Dr. Lothar Zettler und Thomas Stark "Kommune - Kirche - Gesellschaft" wies er auf das Zusammenwirken der einzelnen Werte hin. Wie ist die Ausgangssituation und wie die Rahmenbedingungen und welche Werte führen auf den Weg zu einer sozialen Dorfgemeinschaft? Welche Verbände, Ämter, Vereine, Schulen und Behörden müssen zusammenwirken, um eine funktionierende Dorfgemeinschaft zu erhalten? All dies und vieles mehr wird in der vorgestellten Studie anschaulich und nachvollziehbar beschrieben und dargestellt.

Den Bürgerverein Biberbach stellte Frau Johanna Quis als bereits bestehendes Projekt kirchlicher und kommunaler Zusammenarbeit vor. Ein weiteres Beispiel nannte Frau Marlene Mohr aus Diedorf mit der Diedorfer Tafel. Aber es gebe auch noch weitere Beispiele guter Zusammenarbeit. Das wurde auch aus den Wortmeldungen der Teilnehmer deutlich. Es gibt schon sehr viel, aber es ist durchaus noch ausbaufähig.

Ein jährlich stattfindendes Sozialgespräch zwischen kirchlichen und kommunalen Vertretern wäre ein erster Schritt, waren sich die Veranstalter einig.

Dekan Schneider spannte zum Abschluss den Bogen zum Gleichnis vom Sämann: Wir haben den Samen ausgestreut, jetzt wollen wir

sehen, was dararus wachsen kann.

von links:

Josef Miller, Ferdinand Bisle, Gertrud Brem, Monika Uhl, Sabine Grünwald, Pfr. Wolfgang Kretschmer, Brigitte Baumeister, Dekan Georg Schneider, Thomas Stark, Hildegard Schütz