Wenn sie sich treffen, steigt erstmal der Lärmpegel. Da wird gelacht, geredet und heiß diskutiert – über typische Mädchenthemen, über ihren Glauben, über Gott. Im Januar ist daraus etwas Kreatives entstanden: Die Murnauer Mädchengruppe „Ladies Night“, die sich seit ihrer Firmung regelmäßig im Pfarrheim trifft, hat beim bundesweiten Medienwettbewerb der Katholischen Journalistenschule (ifp) und des Bonifatiuswerkes mitgemacht. Mit ihrer Geschichte zum Thema „Meine Story mit Gott“ sind sie unter die ersten Drei gekommen. Der Preis? Die Verfilmung ihrer Geschichte.
Mit einem Sieg gerechnet hätten die sechs Mädchen im Leben nicht. „Als wir davon erfahren haben, haben wir uns mega gefreut“, erzählt Mirjam, die damals ganz zufällig auf die Ausschreibung des Wettbewerbes gestoßen war. Wo ist Gott in unserem Leben? Wo spiegelt er sich wider? Dies seien Fragen gewesen, die ihrer Geschichte vorausgingen. „Inhaltlich geht es jetzt um ein Mädchen, das in eine Clique gerät, die den Eltern nicht so recht passt. Sie kiffen, rauchen, wie man das eben so kennt“, schildert Regina. „Irgendwann geht sie in die Kirche hinein und sieht dort ein Mädchen sitzen, das auch der Clique angehört.“ Zum ersten Mal mache sie sich dann Gedanken über den Glauben, über Gott. „Sie redet mit dem anderen Mädchen darüber, erzählt ihrer Clique davon, geht in den Gottesdienst“, sagt Regina.
Die Botschaft dahinter? „Wir wollten auf jeden Fall eine authentische Geschichte erzählen. Sie soll ausdrücken, dass man sich nicht für den Glauben schämen muss. Dass man Spaß im Leben haben darf, auch feiern darf und trotzdem glauben kann“, sagt Mirjam. „Es geht um ein leises Berührtwerden von Gott“, findet Christiane Lambrecht, Leiterin der Mädchengruppe.
Bei den monatlichen Treffen spricht die Gruppe über Themen, die Mädchen interessieren, „gleichzeitig sind diese immer mit dem Glauben gefärbt“, sagt Lambrecht. Der Glaube und die Kirche sind den Mädels wichtig, allen jedoch auf ihre ganz eigene Art und Weise. „Mir ging es wie der Hauptperson in der Geschichte. Ich war in einer ähnlichen Clique und habe erst durch die Firmung zum Glauben gefunden. Unser Pfarrer hat sich da sehr um mich bemüht“, schildert Jessica. Was der Glaube im Leben für die Mädchen bedeutet? „Man hat jemanden, auf den man bauen kann“, findet Isabel.
Der Film zu ihrer Geschichte ist mittlerweile im Kasten. An die Dreharbeiten mit professionellem Kamerateam im Kloster Benediktbeuern erinnern sich die Mädels gerne zurück. „Wir haben drei Tage lang gedreht. Es hat total Spaß gemacht, aber dass es so anstrengend und aufwendig wird, hätten wir nicht gedacht“, erzählt Mirjam.
Was aus dem Film von rund zwanzig Minuten geworden ist, wissen die Mädchen noch nicht. Spätestens am 7. November erfahren sie es: Dann findet die bundesweite Preisverleihung im größten Computermuseum der Welt in Paderborn statt. Zusammen mit den zwei anderen Siegergruppen werden die Murnauerinnen auf großer Bühne im Rampenlicht stehen. Wie sie sich fühlen? „Aufgeregt und mega gespannt“, sagen sie einstimmig, laut und wild durcheinander.
Maria Steber