08.05.2013 14:17

Beim Stichwort „Inklusion“ geht es darum, wie Menschen miteinander umgehen. Es geht darum, behinderten Menschen die Teilhabe am Leben und in der Gesellschaft zu ermöglichen, sie nicht zu behindern. Es geht um ein Menschenbild, das alle Menschen einbezieht, ohne Ausnahmen zu machen. Das Gegenteil wurde im Dritten Reich praktiziert. Damals wurde eine Unterscheidung gemacht, Menschen wurden aufgrund ihrer Behinderung als lebensunwürdig eingestuft – und im Rahmen des Euthanasieprogramms ermordet. Aufgrund dieser bitteren, geschichtlichen Erfahrung ist die Sensibilität für dieses Thema in Deutschland besonders groß – und sie muß es auch sein. Das medizinische Können schreitet voran, und die Ethik muß sich bemühen, Schritt zu halten. Bei einem Fachgespräch im Tagungszentrum des Klosters Irsee haben sich Vertreter der Lebenshilfe mit Weihbischof Anton Losinger getroffen, um genau diese Fragestellungen zu erörtern.