Kunst im Pfarrheim

Tafelfolge im Treppenhaus des Pfarrheimes St. Stephan

Gleich drei Stationen begleiten im neuen Treppenhaus unseres Pfarrheimes in den ehemaligen Benefiziatenhäusern an der Pfarrstraße eine Tafelfolge die Besucher. Sie zeigen in dezenter Farbigkeit, wobei die Bildfelder auf den weißen Wänden auf ein durchgehendes Band in lichtem Rot gesetzt sind, wichtige Ereignisse aus dem Leben unseres Kirchen- und Pfarrpatrons.

Zwei Tafeln am Abgang zum Kellergeschoss zeigen die Wahl des Stephanus und seiner Gefährten zum Dienst als Diakon und wie die Apostel durch Handauflegung Gottes Geist herabrufen. Der Diakon ist seit der Urkirche Helfer der Bischöfe und der Priester. Auch wenn alle Christen zur Nachfolge Christi berufen sind, so gab es seit den Tagen der Apostel klar umrissene Aufgaben und Ämter. Neben der Gestalt des Stephanus stehen Fürbitten für unsere Pfarrgemeinde, für die Diözese Augsburg und für die ganze Weltkirche.

Beim Treppenpodest zum 1. Obergeschoß zeigen zwei weitere Bilder gleichsam eine Illustration zum Auftrag Christi: "Ihr sollt mir Zeugen sein".

Da ist einmal die Predigt des Stephanus vor allem Volk und sein Diakonat an den Armen, Alten und Kranken. Die Tafel darüber erinnert an sein klares und mutiges Zeugnis vor den verschiedenen Vertretern der Synagogen der Libertiner und Cyrenäer sowie der Alexandriner wie jener aus Cilicien und Asien.

Beim Treppenabsatz zum Aufgang in das Dachgeschoss weist das Jesuswort auch unsere Lebenswege, wie Stephanus in treuer Jüngerschaft dies uns vorgelebt hat: "Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben". Die beiden übereinander gestellten Tafeln zeigen die bekannte Szene aus der Apostelgeschichte, wie Stephanus vor den Toren der Stadt Jerusalem gesteinigt wurde und so zum ersten Blutzeugen für Jesus Christus geworden ist, wie er sterbend für jene betet, die ihn hingerichtet haben wegen seines Glaubens und wie er bekennt: "ich sehe den Himmel offen und Christus zur Rechten des Vaters stehen". Goldene Strahlen symbolisieren dieses Sich-öffnen des himmlischen Bereichs und Christus wird versinnbildet durch sein Monogramm auf goldener Scheibe: Das Gold als Zeichen des göttlichen Wesens, das Kreisrund als Zeichen der Ewigkeit.

Ein Fries dahinter bildet gleichsam den horizontalen Querbalken zur Vertikalen. Auf der Tafel ist ein Engelschor und himmlische Musikanten mit Psalterium, Harfe und Orgel zu sehen, eingefasst vom Schriftband "Lobe den Herren, den möchtigen König der Ehren, lob ihn o Seele, vereint mit den himmlischen Chören. Kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. Ehre sei Gott in der Höhe in alle Ewigkeit" und die Engel tragen ein Notenband mit dem zweifachen "Halleluja Amen". Jesu Menschwerdung und der Jubel der Auferstehung am Ostermorgen sind so angedeutet.

 

Auf die Bildtafeln sind gleich Schilden oder Siegeln noch sieben kleinere Platten aufgesetzt mit Hinweisen auf die sieben Sakramente unserer Kirche. Sie werden in einer folgenden Erläuterung im nächsten Pfarrbrief vorgestellt.

Das Konzept und die Ausführung dieser Bildfolge im neuen Treppenhaus entstand in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Holl & Partner, der Kath. Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat durch Erwin Holzbaur; die Fassmalerarbeiten fertigten Toni und Peter Mayer, die Schreinerarbeiten Hannes und Klaus Hirle, die farbige Hinterlegung Georg Weiher.

Die Verbindung der Szenen aus dem Leben des heiligen Stephanus mit den Zeichen der sieben Sakramente war ein besonderes Anliegen pastoraler und katechetischer Überlegungen unserer Priestergemeinschaft und ganz besonders Stadtpfarrers Wolfgang Schneck.

Die Arbeitsgemeinschaft von Erwin Holzbaur unterstützte diese Gedanken gerne, weil damit nicht nur auf ein historisches Ereignis aufmerksam gemacht wird, sondern der durch alle christlichen Jahrhunderte wirkende Gnadenstrom, der mit der Taufe als dem ewigen Lebensquell entspringt und immer neu beginnt, jeden Christen bewegt und bestimmt (E. H.)