Ab April liegt an unseren Schriftenständen der Bau- und Orgelreport zur Mitnahme auf.
Das Heftchen soll Sie über die wichtigsten Fragen rund um unser großes Bauprojekt informieren:
- Hintergründe
- Innenrenovierung
- Altarraumgestaltung
- Orgelneubau
Bitte greifen Sie zu!
Sie können die Broschüre auch hier herunterladen. - Achtung große Datei!
Bitte unterstützen Sie dieses große Unterfangen durch ihr Gebet, Spenden oder auch durch tatkräftige Mithilfe bei den Bauarbeiten!
AG
Innenrenovierung
Schäden und notwendige Baumaßnahmen
Wenn man unsere mittlerweile 600 Jahre alte Stadtpfarrkirche St. Stephan selbst nur oberflächlich betrachtet, fallen auf den ersten Blick zahlreiche Schäden ins Auge. Augenfällig ist wohl die starke Verschmutzung sämtlicher Wandflächen, die zudem von einem dichten Netz aus Putzrissen durchzogen sind.
Gerade im Gewölbe muss die Festigkeit des Putzes auf dem
Holzuntergrund einer genauen Prüfung unterzogen werden. Auch
die Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk werden behoben.
Danach wird die sehr verschmutzte Raumschale von einem Kirchenmaler umfassend gereinigt und fünfmal gekalkt.
Darüber hinaus sind die Bankpodeste an vielen Stellen morsch, mancherorts sogar schon durchgebrochen. Diese Stellen sind gefährliche Stolperfallen, vor allem für unsere älteren Gläubigen. Die Bänke selber müssen teilweise abgeschliffen und neu eingelassen werden.
Auch eine neue Bepolsterung ist geplant. Ebenso zeigen die Solnhofer Platten des Fußbodens viele Abplatzungen durch den massiven Einsatz von Streusalz im Winter. Auch hier müssen die gröbsten Schäden behoben werden.
Unser christlicher Glaube lebt von der Verkündigung der frohen Botschaft, doch gerade dieser Auftrag Jesu fällt in unserer Stadtpfarrkirche aufgrund der sehr schlechten Lautsprecheranlage äußerst schwer.
Daher muss auch die gesamte Beschallung erneuert und auf
einen zeitgemäßen Stand der Technik gebracht werden.
Die Induktionsschleife für Hörgeschädigte ist bisher nur provisorisch vorhanden und daher fest einzubauen. Weitere Arbeiten, die durchgeführt werden müssen:
- Baustelleneinrichtung mit Eingerüstung des gesamten Kirchenraums
- Einbau eines behinderten gerechten Zugangs an den südlichen Portalen
- statische Überprüfung der Emporen
- Reinigung der Altäre und der Fresken von Gebhard Fugel
- Erneuerung der Heizung und Elektroinstallationen
- Verbesserung der Beleuchtung
- Neutünchen aller Nebenräume (z. B. Sakristei, Mesnerwerkstatt)
Altarraumgestaltung
Warum braucht St. Stephan eine neue liturgische Mitte?
In unserer Stadtpfarrkirche St. Stephan war die letzte große liturgische und künstlerische Neuordnung des Altarraumes noch vor Beginn des 2. Vatikanischen Konzils. Am 30.1.1962 wurde der neue Hochaltar in St. Stephan durch Bischof Dr. Freundorfer konsekriert und in diesem Zusammenhang auch ein neuer Ambo, der die bisherige Kanzel ersetzte, geschaffen.
Ende der 70er Jahre entstand dann allerdings der Wunsch, einen zweiten Altar vorallem für Kinder- und Familiengottesdienste näher an der Gemeinde aufzustellen. Dieser relativ kleine und einfach gearbeitete Altar (120cm Breite, 80cm Tiefe, 96cm Höhe), der sogar mit Rollen beweglich
ausgestattet wurde, entwickelte sich unter Stadtpfarrer Wolfgang Schneck mehr und mehr zum Zelebrationsaltar.
Nachdem die Kinderbänke im Chorraum entfernt waren, gewöhnte sich die Gemeinde an den neuen Zelebrationsort und sehr viele Gläubige würde es heute befremden, wenn der Priester - räumlich weit entrückt (es sind über 15 m Entfernung vom Hochaltar zu den ersten Bänken) – am Hochaltar die hl. Messe zelebrieren würde.
So wurde aus dem Provisorium allmählich der eigentliche Ort der Zelebration in St. Stephan. Freilich ist dieser Altar aber bis heute optisch und funktional eine Übergangslösung geblieben. Auf dem Hintergrund des mächtigen und dominierenden Hochaltares konnte der kleine und unscheinbare Zelebrationsaltar nicht die liturgische Mitte der Stadtpfarrkirche bilden.
Vom Altar heißt es nämlich im Messbuch (AEM 299): „Der Altar
ist aber so aufzustellen, dass er wahrhaft den Mittelpunkt bildet, dem sich die Aufmerksamkeit der ganzen Versammlung der Gläubigen von selbst zuwendet. In der Regel hat er feststehend und geweiht zu sein.“ Deshalb hat Stadtpfarrer
Wolfgang Schneck – nach langen Überlegungen - im Jahr 2007 den Anschub für einen neuen Zelebrationsaltar gegeben, den er selbst allerdings nicht mehr verwirklichen konnte.
Die Kirchenverwaltung war sich einig, dass ein solches Projekt in die Innenrenovierung der Kirche eingebettet werden müsse. Und so wurden im Herbst 2011 die ersten Entwürfe und Vorschläge für den neuen Altar gesichtet.
Darüber hinaus zeichnete sich bereits in den Überlegungen von Stadtpfarrer Schneck ab,dass Altar und Ambo – also der Ort der Feier des hl. Messopfers und der Ort der Verkündigung – in der neuen Altarraumgestaltung eine stärkere Einheit bilden müssen. In den Richtlinien der Diözese Augsburg für die Gestaltung von
Kirchenräumen heißt es hierzu: „Altar und Ambo sollten gestalterisch eine Einheit darstellen. Das kann durch räumliche Bezogenheit aufeinander wie auch durch einheitliches Material verwirklicht werden.“
Aus diesem Grund haben wir zusammen mit den Entwürfen für einen neuen Altar auch den Entwurf eines neuen Ambos in
Auftrag gegeben.
Künstlerische Gestaltung von Altar und Ambo
Die Kirchenverwaltung hat – nach eingehender Beratung und Einbeziehung unterschiedlicher Vorschläge und Argumente – auf Empfehlung des Kunst- und Baureferates der Diözese Augsburg
und mit anschließender stiftungsaufsichtlicher Genehmigung einstimmig beschlossen, dass der in Markt Rettenbach ansässige Bildhauer Joachim Kraus den Auftrag für den neuen
Altar und Ambo erhält.
Der Entwurf von Joachim Kraus sieht die Bewahrung des Hochaltarretables und der Mensa vor. Außerdem soll das Fußbodenniveau im Altarraum um eine Stufe erhöht werden.
Der neue Altar
Der neue Altar ruht auf sechs Säulen, die einen Mahl-Tisch, aber auch einen Opfer-Stein umschreiben. Die Bodenplatte des Altares, auf der die Säulen ruhen, beschreibt die Form einer
Tumba und erinnert an das Grab Christi.
Die Ausführung des Altares verzichtet bewusst auf Dekor-Elemente und eine „aufgesetzte Symbolik“.
Je nach Blickwinkel wirkt der Altar ganz unterschiedlich: Mal sieht man nur drei Säulen, mal alle sechs, mal nur einen Teil davon. Licht und Schattenspiel bewirken ihr Übriges. Der Altar
erscheint dem Betrachter leicht und filigran, aber doch auch mächtig und massiv. Er ist kein Block, der den Altarraum abriegelt und den Hochaltar abschirmt, sondern er lässt
diesen als die „Seele“ der Stadtpfarrkirche und Ort des Tabernakels weiterhin den Kirchenraum prägen und bestimmen.
Mit seinen zwei „Kammern“ ist der neue Altar „das schlagende Herz“ der Stadtpfarrkirche, von dem Kraft uind Leben ausgeht, eine neue liturische Mitte.
Ganz bewusst nimmt der Altarentwurf Stilelemente der neoromanischen Raumschale auf, ohne sie einfach zu kopieren.
So erinnern die Säulen des Altares an die vielen Nischen, Säulen und Kapitelle des Kirchenraums. Der neue Altar wirkt harmonisch-sammelnd. Er stiftet eine Einheit und fügt sich gut in das Ganze ein.
Als Material wird beiger Jurakalkstein verwendet. Die Ausführung der Stipes-Säulen, der Mensa (Altarplatte) und der Bodenplatte sind künstlerisch und bildhauerisch hochwertige und qualitätsvolle Arbeiten.
Die Maße des Altares betragen 180cm Breite, 100cm Tiefe und 96cm Höhe.
Der neue Ambo
Der neue Ambo ist als „Tisch des Wortes Gottes“ gestaltet. Er ist gleichsam die siebte Säule des Altares und steht – auch gestalterisch - in enger Verbindung zu ihm.
Wort und Sakrament gehören zusammen. Die Zahl sieben gilt als heilige Zahl.
Der neue Ambo wird - wie der Altar - aus beigem Jurakalkstein geschaffen.
Die Höhe des Ambos beträgt 120cm (vorne) bzw. 100cm (rückwärtig).
Orgelreport
Ist die neue Orgel wirklich notwendig?
Eindeutig: Ja! Bereits im Jahre 2007 bestätigten Orgel-Fachleute, wie z.B. Pater Stefan Kling, Orgelsachverständiger der Diozöse Augsburg, dass es keine sinnvolle Alternative zum Neubau gibt.
Die Zeit hat ihre Spuren an der Orgel hinterlassen:
Der Spieltisch, die elektro-pneumatische Traktur, die Windversorgung u.a. wiesen bereits damals unübersehbare Schäden auf. Die Holzpfeifen, die Windladen, die Holzgerüste
und andere Holzteile zeigten deutlichen Wurmbefall. Dazu kommen Trockenschäden, bedingt durch die Beheizung der Kirche. Nach etwa 140 Jahren Beanspruchung seit der ursprünglichen Fertigstellung im Jahre 1867 ist das Werk dermaßen abgenutzt, dass die weitere Funktionstüchtigkeit des Instruments nicht mehr gewährleistet ist.
Hinzu kommen altersbedingte Schwachstellen in der Elektrik, also z.B. an Kabeln, Magneten und anderen Bauteilen. Diese stellen teilweise eine akute Brandgefahr dar. Die Einzelrenovierung aller dieser Bauteile wäre unverhältnismäßig
aufwändig und aus wirtschaftlicher Sicht unvertretbar.
Deshalb entschloss man sich, den Neubau in Angriff zu nehmen - allerdings mit Wiederverwendung der handwerklich-künstlerisch wertvollen Pfeifen aus dem Neubau von 1867, damals vom Orgelbauer G.F. Steinmeyer, Oettingen.
Diese Bauteile werden gereinigt und renoviert, sodass sie wie Neuteile zu betrachten sind. Das war nicht nur eine Auflage des Denkmalschutzes, sondern auch im Sinne unserer Organisten.
Unsere neue Orgel ist eine Allgäuerin
Unsere Orgel wird im Oberallgäu entstehen, nämlich in Knottenried, etwa sieben Kilometer von Immenstadt entfernt. Dort ist seit 1996/97 die seit 22 Jahren bestehende Werkstatt des Orgelbaumeisters Siegfried Schmid angesiedelt.
Vier Angebotsrunden
Nach vier Angebotsrunden und dem Vergleich aller Anbieter zeigte das Angebot von der Firma Schmid das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und überzeugte mit der geprüften Qualität bereits gelieferter Orgeln. Deshalb hat die Kirchenverwaltung in Absprache mit dem Orgelsachverständigen der Diözese und mit
anschließender stiftungsaufsichtlicher Genehmigung beschlossen, der Firma Schmid den Auftrag für die neue Orgel zu erteilen.
Die Referenzen von Schmid für Neubauten sind beachtlich. Einige Beispiele sind: In Witten/ Ruhr (St. Marien), in Augsburg-Lechhausen (St. Elisabeth), in Landsberg/Lech (Mariä Himmelfahrt), in Kaufbeuren (St. Martin) usw.
Konzeption der neuen Orgel
Die neue Orgel ist ein einziges großes Instrument in zwei Teilen, die an unterschiedlichen Orten in der Kirche angeordnet sein werden.
Man spricht von einer Hauptorgel auf der bisherigen Orgelempore und einem so genannten Fernwerk auf der nördlichen Seitenempore im Chorraum unserer Kirche, auch Chororgel genannt.
Seit dem 15. Jahrhundert gab es in St. Stephan vier verschiedene Chororgeln. Die letzte noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts.
Unsere neue Orgel wird einen Spieltisch auf der Orgelempore, mittig vor der Hauptorgel, haben. Von dort aus können Haupt- und gleichzeitig die Chororgel oder jeder Orgelteil allein gespielt werden. Dieser Spieltisch wird drei Manuale (Tastenreihen) und eine Pedalreihe haben. Im Chorraum der Kirche wird eine Klaviatur stehen, von der aus ebenfalls - mit elektrischer Steuerung - die Chororgel allein oder mit der Hauptorgel zusammen gespielt werden kann.
Zum Bau der Chororgel wird ein ganzer Teil der jetzigen Orgel (Schwellwerk) weiter verwendet. Trotz der daran auszuführenden Renovierungen und Ergänzungen ist die Errichtung der Chororgel aufgrund der Wiederverwendung des Schwellwerks eine sehr preisgünstige Maßnahme. Ein positiver Nebeneffekt:
Der frühe Einbau der Chororgel ermöglicht ihre Benutzung ab Herbst 2013, also ein halbes Jahr vor der Fertigstellung des Gesamtprojektes.
An Pfingsten 2014 soll dann die neue Orgel geweiht werden. Über die Disposition der neuen Orgel werden wir Sie im ächsten Orgelreport informieren.
Haben Sie Interesse an alten Orgelpfeifen?
Plangemäß soll nach Ostern 2012 die alte Orgel abgebaut werden. Das ist erforderlich, damit die Empore leer ist. Nur so kann ihre zulässige zukünftige Belastbarkeit von Fachleuten geprüft werden. Im Bedarfsfall sind daran eventuell Renovierungsarbeiten notwendig.
Ein großer Teil alter Pfeifen (z.B. jene aus dem Neubau der Orgel im Jahr 1867) sind handwerklich so wertvoll, dass sie aus künstlerischer und denkmalpflegerischer Sicht nach ihrer Renovierung wieder verwendet werden sollen.
Ein weiterer Teil alter Pfeifen und anderer Bauteile wird nicht wieder eingebaut und steht zur Verfügung. Diese sollen zu Gunsten der Orgelbau-Kasse verkauft werden. Zuerst seien hierzu eventuelle Interessenten aus unserer Gemeinde gefragt.
Bei Interesse an Pfeifen aus Metall oder Holz sollten Sie sich bitte im Pfarrbüro melden. Beim Abbau werden Sie dann benachrichtigt.
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