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Dr. Marianne Heimbach-Steins, Seniorprofessorin für Sozialethik in St. Stephan

27.02.2026 20:08

Ja zur Solidarität und sozialer Gerechtigkeit! Nein zu Ausgrenzung und Fremdenhass!

Großes Interesse am Vortrag des ökumenischen Arbeitskreises "Demokratie leben"

 

Eine große Zuhörerschaft fand sich zum Vortrag des ökumenischen Arbeitskreises „Demokratie leben" im Pfarrsaal von St. Stephan ein. Die extra aus Münster/Westfalen angereiste Frau Dr. Marianne Heimbach-Steins, Seniorprofessorin für Sozialethik, referierte zum Thema "Demokratie unter rechtsautoritärem Druck". Die renommierte Religionssoziologin und Theologin von der Universität Münster beschäftigt sich mit Themen wie der Menschenrechtsethik, der Genderthematik oder den Herausforderungen des Rechtspopulismus. Ursula Kiefersauer (KEB-Vorsitzende) und Gudrun Schraml (Vorsitzende des Ökumenischen Arbeitskreises) hatten zum Vortrag eingeladen. Dass gegenwärtig Krisen vorherrschen und bei den Menschen vor allem Sorgen und Ängste erzeugen, das stellte die Referentin gleich eingangs fest. Aber wie Heimbach-Steins betont, muss man Krisen als Zeit der Verunsicherung sehen, aber nicht pauschal als Katastrophe einordnen. Dazu gibt es genügend Beispiele aus der Bibel. Aber extreme Parteien, wie die Alternative für Deutschland, agieren oft so. Die Partei schürt Ängste und propagiert gleichzeitig eigene Parteiziele, wie z.B. völkisch geprägten Nationalismus, massive Ausgrenzung, ideologische Antihaltungen (Anti- Euro) und die Überbetonung des Leistungsprinzips vor sozialer Gerechtigkeit. Da muss sich jeder Bürger genau informieren und fachliche Informationen einholen. Im Gespräch bleiben ist ein Gebot der Stunde. Aus diesem Grund hat der ökumenische Arbeitskreis, als eine Gruppe von Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche, sowie den verschiedensten Verbänden und Ordensgemeinschaften wie Kath. Erwachsenenbildung, Kath. Frauenbund, Kath. Landvolk, Kolpingfamilie und Maristen zum Vortrag eingeladen. "Wir haben nämlich Tendenzen, die Demokratie fragiler zu machen," sagt die Referentin. Oft wird Demokratie als Etikett benutzt. Heimbach-Steins hat 2024 mit ihren Studenten die Programmatik der Alternative für Deutschland mit den Aussagen der christlichen Soziallehre verglichen und die Ergebnisse dazu veröffentlicht.  Ihre Forschungsergebnisse zu den Aspekten "Gender, Familie und Lebensschutz" hat sie an diesem Abend vorgestellt. Sie spricht von erkennbaren traditionellen Rollenbildern, Verzweckung der Familie, ethnische Eingrenzung und macht viele Unterschiede zur christlichen Soziallehre deutlich. Weitere Informationen dazu sind im Internet zu finden. Nach einer anschließenden, auch kontrovers geführten Diskussion unter Leitung von Gudrun Schraml endete ein hochinteressanter und auch spannender Abend für die Demokratie. 

 

Bericht: Ursula Kiefersauer

 

Auf dem Bild v.l.n.r.

Pfarrer Gottfried Fellner, Gudrun Schraml (Pfarreiengemeinschaft MN), Rainer Wirth (ev. Kirchenvorstand), Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins, Monika Färber (Kath. Frauenbund), Thomas Weinzierl (Kolping), Ursula Kiefersauer (KEB), Josef Neher (Kath. Landvolk), Manuela Schlögel (Pastoralrat Pfarreiengemeinschaft MN)