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18.09.2013 01:18

Grußwort des Primizianten Raphael Steber

Nun ist es also soweit: nach vielen Jahren der Ausbildung im Priesterseminar und im Pastoralkurs werde ich zum Priester geweiht. Damit beginnt ein ganz neuer Abschnitt in meinem Leben und ich darf Gott und den Menschen auf besondere Weise dienen.

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Was mir in den letzten Jahren zu immer mehr Entschiedenheit auf dem Weg zum Priestertum verholfen hat, war die Erkenntnis, dass Gott uns unwahrscheinlich nahe ist.

Das ist keine bloße Floskel, sondern wer sich Gott öffnet, der kann ihn wirklich „hautnah“ erfahren; - mehr noch, der kann von ihm durchdrungen werden. Schließlich glauben wir ja, dass es Jesus Christus selbst ist, den wir in der Eucharistie empfangen. Gott ist uns unglaublich nah; – für uns wurde er Mensch in Jesus Christus, er hat sich uns selbst offenbart, und in den Sakramenten ist uns Gott auch heute noch „zum Greifen nah“.

Durch und durch ging mir dieser Gedanke, als ich im Jahre 2010 das Turiner Grabtuch sehen durfte: ich sah auf dem Grabtuch die Spuren des Leidens Christi und staunte darüber, dass der große Gott sich für uns so klein und verletzbar gemacht hat. Dass Gottes Sohn wirklich für mich gestorben ist, um mich zu erlösen.

Wir dürfen an einen Gott glauben, der uns in der Bibel von sich erzählt hat, der in unser Leben eingreift und der uns in den Sakramenten und im Gebet wirklich begegnet. Sicher erleben wir das oft auch ganz anders. Wie oft haben wir den Eindruck, dass er nicht da ist? Dass er sich nicht für uns interessiert? Und doch durften es schon so viele Menschen erfahren: wer sich auf den Weg macht, dem wird Gott begegnen. Wer ihm wirklich das Herz öffnet, wer ihn wirklich sucht und ihm einen Platz in seinem Leben gibt, der findet ihn auch; - nur eben anders, als vielleicht erwartet.

Gott will uns heilen, befreien und erlösen. Gott will uns in Christus wirklich Retter und Erlöser sein. Dazu gehört, dass wir immer wieder neu zu ihm aufbrechen, ihm unsere Zeit im Alltag und Gebet schenken und neu anfangen, uns von ihm berühren zu lassen. Er will uns das ewige Leben schenken; – nehmen wir dieses Geschenk großherzig an. Lassen wir uns immer wieder von seiner unendlichen Liebe anrühren. Als Priester möchte ich versuchen, die Menschen zu Gott zu führen und ihnen zeigen, dass unser Gott wirklich der Immanuel, der Gott-mit-uns, ist.

Durch meinen Dienst in der Kirche möchte ich den Menschen helfen, dass sie bei Gott Heilung und Erlösung finden. Meinen Primizspruch „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet“ (Röm 12,12) habe ich ausgewählt, weil ich mir einfach dachte „das passt!“. Freude – Geduld – Gebet, das sind drei Elemente, die mir wirklich wichtig geworden sind und die mein priesterliches Leben hoffentlich prägen werden.

Nun bitte ich Sie ganz herzlich um Ihr begleitendes Gebet. Allen, die mich bisher auf meinem Weg durch ihr Gebet und ihre treue Begleitung unterstützt haben, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt.

Ihr Diakon Raphael Steber