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200. Geburtstag (*17. Januar 1819) von Domkapellmeister Karl Kempter

„Ohne die Kempter-Messe ist für mich nicht Weihnachten“

Cantate Domino im Augsburger Dom
29.01.2019 16:14

„Was für ein Erlebnis“, das dachten wohl viele der Besucher des Cantate Domino am vergangenen Samstag im Hohen Dom zu Augsburg, als sie die große Zahl an Sängerinnen und Sänger sahen, die sich auf den Stufen vor dem Volksaltar aufstellten. Um die 450 Sängerinnen und Sänger aus den Augsburger Dekanaten waren der Einladung der Augsburger Dommusik und des Amts für Kirchenmusik im Bischöflichen Ordinariat gefolgt

und teils in Chorstärke, teils als Einzelsänger, an die Wirkungsstätte von Karl Kempter gekommen, um dessen 200. Geburtstag mit der Aufführung seiner weit über die Bistumsgrenzen hinaus bekannten Pastoralmesse in G-Dur zu feiern.

In der ganzen Diözese waren es mehr als 1500 Chormitglieder, die am 19. und 20. Januar 2019 an zehn Orten im Bistum Augsburg unter der Leitung der jeweiligen Dekanatsmusiker/innen dieses opus 24 für Soli, Chor und Orchester zur Ehre Gottes und im Gedenken an Karl Kempter zu Gehör brachten. Die „Kemptermesse“ erklang auch in Burgau, dem Geburtsort Kempters, in Donauwörth, Kaufbeuren, Kempten, Memmingen, Nördlingen, Schrobenhausen, Sonthofen und Weißenhorn.

In Augsburg zeigten sich Weihbischof em. Josef Grünwald und Domkapellmeister Reinhard Kammler hoch erfreut, als sie die vielen Frauen und Männer im Dom begrüßten. Dies sei auch ein Zeichen, dass die Kirchenmusik lebt und dass es immer noch viele Menschen gibt, die große Freude empfinden beim Singen großer und kleiner Chorwerke. Bestens von ihren Chorleitern vorbereitet genügte eine kurze Verständigungsprobe am Nachmittag, um diese wunderbare Messe mit ihren lieblichen und klangschönen Melodien auch in dieser großen Besetzung feierlich und würdig darzubringen. Schon bei den ersten Tönen des professionellen Orchesters unter der großartigen, künstlerischen Leitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler konnte man reihum freudige Gesichter sehen. Vielen ist diese Messe seit Jahren vertraut und ein fester Bestandteil im jeweiligen Chorrepertoire. Eine Chorsängerin sagte gar: „Ohne die Kempter-Messe ist für mich nicht Weihnachten.“ Im Wechsel mit der Choralschola der Augsburger Domsingknaben und den hervorragenden Solisten gelang es dem Chor, im Nachklang der Weihnachtstage, den Charakter des Hirtenidylls an der Krippe noch einmal wunderbar aufscheinen zu lassen. In beeindruckender Weise führte Reinhard Kammler als würdiger Nachfolger Kempters die Musiker auch in dieser Chorstärke ruhig und klar, so dass auch Piano-Stellen gut zur Geltung kamen. So gelang eine ergreifende Aufführung, die durch das hohe musikalische Niveau dem „Geburtstagskind“ Karl Kempter sicherlich Freude bereitet hätte. Dessen Leben und interessanten Werdegang würdigte Pater Stefan Kling, der Leiter des Amts für Kirchenmusik, in seiner kurzweiligen Ansprache zwischen Gloria und Credo, worin er darlegte, wie „ein hochbegabter musikalischer Mann aus einfachen Verhältnissen […] die Frömmigkeit und den Glauben der Katholiken im Bayerisch-Schwäbischen verstanden hat“. So feiern wir einen Domkapellmeister aus Augsburg, dessen tiefer Glauben sich auch in seiner Pastoralmesse widerspiegelt und dessen Musik bis heute berührt.      

VERGELT'S GOTT KARL KEMPTER!     

 

Katholisch 1 TV hat eine Sendung über das CANTATE  DOMINO im Hohen Dom produziert. Hier der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=5Kd27JX-OMY

 

Kempter-Jubiläum in Burgau
Kempter-Jubiläum im Donauwörther Münster
Kempter-Jubiläum des Dekanats Neu-Ulm in Weißenhorn