Heilige
Lebensdaten: geboren um 1005 in Cañas bei Logroño, gestorben am 20. Dezember 1073 in Silos bei Burgos Lebensgeschichte: Domingo Manso wurde um 1005 in Cañas in einer wohlhabenden Bauernfamilie geboren. Beim Hüten der Herden lernte er Einsamkeit und Stille lieben und führte einige Jahre das Leben eines Einsiedlers. Mit 26 Jahren wurde er zum Priester geweiht und trat wenig später ins Benediktinerkloster San Millan de la Cogolla ein. Im Auftrag seines Vorstehers rief er das Priorat von Cañas wieder ins Leben und kehrte nach vier Jahren wieder in sein Kloster zurück, dessen Prior er 1038 wurde. Ein Güterstreit mit dem König von Navarra führte zu seinem Exil nach Kastilien, wo ihn König Ferdinand I. mit der Leitung des völlig heruntergekommenen Klosters in Silos betraute. Dominikus machte die abgelegene Abtei zu einem wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum, dessen Skriptorium und Bibliothek berühmt waren. Der von ihm beauftragte Kreuzgang ist heute eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Spaniens. Dominikus förderte die Kirchenreform in Spanien und wirkte segensreiche 30 Jahre, ehe er am 20. Dezember 1073 in Silos starb. Verehrung und Brauchtum: Schon gleich nach seinem Tod wurde Dominikus wie ein Heiliger verehrt. Im Mittelalter war sein Grab im heutigen Santo Domingo de Silos auf dem Jakobsweg ein viel besuchter Wallfahrtsort. Nach ihm erhielt der heilige Gründer des Dominikanerordens seinen Namen. Darstellung: im Abtsgewand mit Fesseln und Buch Patron: der Hirten und Gefangenen Weitere Heilige des Tages:
Holger von Bremen-Hamburg, Erzbischof
Vitus von Litauen
Holger von Bremen-Hamburg, Erzbischof
Vitus von Litauen
Lebensdaten: geboren am 16. August 1815 bei Turin, gestorben am 31. Januar 1888 ebendort Lebensgeschichte: Giovanni Melchiorre Bosco kam am 16. August 1815 in Becchi in einer armen Bauernfamilie zur Welt. Als er gerade einmal zwei Jahre alt war, starb der Vater; die Mutter musste unter schwierigsten Bedingungen sich und die drei Buben durchbringen. Erst mit neun Jahren durfte er im Nachbardorf lesen und schreiben lernen. In dieser Zeit hatte er einen Traum. Er sah raufende und fluchende Buben und wollte dazwischengehen. Doch eine Stimme sagte zu ihm: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst du sie dir zu Freunden machen.“ Johannes verstand nicht ganz, was der Traum bedeutete. Die Stimme versprach noch die Unterstützung einer „Lehrerin“ – gemeint war die Gottesmutter Maria. Dieser Traum sollte Programm seines Lebens werden. Mit 15 Jahren durfte er endlich richtig zur Schule gehen und das Gymnasium besuchen. Dort gründete er den „Club der Fröhlichen“ und ließ sich seine Fröhlichkeit auch durch nichts nehmen. Als Zwanzigjähriger trat er ins Priesterseminar ein, sechs Jahre später wurde er zum Priester geweiht. Sein Primizspruch lautete: „Gib mir Seelen, alles andere nimm“ (Gen 14,21). Als junger Don, wie die Weltpriester angeredet werden, trat er seine erste Dienststelle in Turin an. In dieser durch die Industrialisierung heruntergekommenen Stadt schockierte ihn vor allem der Zustand der Jugend, die arbeits- und zukunftslos herumlungerte und nicht selten straffällig wurde. In seinem ersten Jahr dort verirrte sich einmal einer dieser Jugendlichen in seine Sakristei. Don Bosco kam mit ihm ins Gespräch, erklärte ihm, was er hier so machte, und lud den Jungen ein, wiederzukommen. So entstanden erste Kontakte. Bald wurde die Gruppe größer, mit der Don Bosco zuerst nur seine Freizeit verbrachte; später lehrte er sie lesen, schreiben und den Katechismus. Als ihm Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden, gründete er sogenannte „Oratorien“, in denen sich die Jugendlichen aufhalten und lernen konnten. Später kamen Lehrwerkstätten, Schulen usw. hinzu; viele Helfer unterstützten ihn bei seiner Arbeit. Seine Mutter führte den Haushalt der kleinen Gemeinschaft. Doch das Ansehen der Kirche war in dieser Zeit der Industrialisierung äußerst schlecht; viele nahmen Anstoß an seinem Wirken, sogar einige Attentate wurden auf ihn verübt, bei denen Don Bosco aber nichts passierte. Sein ganzes Leben galt Gott und der Jugend. Er wollte die Jugendlichen mit Vernunft, Religion und Liebe führen und setzte seine ganze Kraft für sie ein. Dabei blieb er immer seinem bekannten Motto treu: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“ Im Jahr 1859 gründete er mit den besten Helfern und Jugendlichen die „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“, die Salesianer Don Boscos. Etwas später entstanden in Zusammenarbeit mit Maria Dominika Mazzarello die „Töchter Mariens, der Hilfe der Christen“. Auch eine Laienorganisation, die „Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter“, brachte Don Bosco noch hervor. Mit 72 Jahren starb er am 31. Januar 1888 in Turin. Zu diesem Zeitpunkt gab es 250 Häuser, in denen 130.000 Jugendliche Heimat fanden, davon 18.000 eine Ausbildung machen konnten und aus denen 6000 Priester hervorgingen. Verehrung: Im Jahr 1934 wurde Don Bosco heiliggesprochen. Zu seinem 100. Todestag 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum „Vater und Lehrer der Jugend“ ernannt. Ausspruch des hl. Don Bosco: „Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht.“ Weitere Heilige des Tages:
Emma, Königin
Emma, Königin
Lebensdaten: geboren um 290 in Caesarea, heute Kayseri, Türkei, gestorben 305 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Dorothea wuchs in einer vornehmen Familie auf, die während der Christenverfolgungen von Rom nach Caesarea geflohen war. Als der römische Statthalter Apricius um sie warb und sie ihn ihres Glaubens wegen abwies, ließ er sie zuerst martern – sie wurde mit Öl verbrüht, in den Hungerkerker gesperrt, gegeißelt und mit Fackeln verbrannt – und schließlich enthaupten. Auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung sagte sie: „Ich freue mich auf den Garten meines Herrn Jesus Christus, zu dem ich jetzt gehe, in dem ewig die Sonne scheint und ich Äpfel und Rosen pflücken werde. Dafür will ich gerne leiden.“ Ein Schreiber namens Theophilus, der ihre Worte gehört hatte, spottete, sie solle ihm doch solche Äpfel und Rosen zukommen lassen, wenn sie in diesem besonderen Land wäre. Dorothea versprach es, ohne auf seinen Spott zu achten. Dann kniete sie sich vor dem Scharfrichter nieder. Genau in dem Moment, da dieser ihr den Kopf abschlug, kam ein Kind auf Theophilus zu und übergab ihm – mitten im Winter – einen Korb schönster Äpfel und Rosen. Der Schreiber erschrak, sank auf die Knie und bereute seinen Spott zutiefst. Er bekehrte sich und ließ sich taufen. Auch er musste später den Märtyrertod sterben. Verehrung/Brauchtum: Die Nothelferin Dorothea gehört mit Katharina, Barbara und Margareta zu den verehrtesten jungfräulichen Märtyrinnen. Ihre Reliquien werden in Rom, Bologna und Breslau verehrt. In Cheb/Tschechien zogen früher Schulkinder am Dorotheentag singend durch die Straßen und erhielten dafür kleine Geschenke. Darstellung: mit einem Korb Rosen und/oder Äpfeln dargestellt, häufig auch mit den „drei heiligen Madln“ und der Gottesmutter, mit einem Blumenkranz um den Kopf Patronin: der Gärtner, Blumenhändler, Bergleute, Bierbrauer, Bräute, Jungverheirateten, Wöchnerinnen; Helferin bei Geburtswehen, Armut, Todesnot und falschen Anschuldigungen Weitere Heilige des Tages:
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Paul Miki und Gefährten, Märtyrer
Xenia, Einsiedlerin, Pilgerin
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Paul Miki und Gefährten, Märtyrer
Xenia, Einsiedlerin, Pilgerin
Lebensdaten: geboren am 25. Januar 1347 in Groß Montau (Mątowy Wielkie), gestorben am 25. Juni 1394 in Marienwerder (Kwidzyn) Lebensgeschichte: Dorothea Schwartze war das Kind einer holländisch-deutschen, wohlhabenden Bauernfamilie, die an der Weichselmündung siedelte, und verbrachte schon als Sechs- oder Siebenjährige heimlich die Nächte im Gebet, nachdem sie im Anschluss an eine schwere Verbrühung erste Visionen und Auditionen erfahren hatte. Mit 16 Jahren wurde sie mit dem wesentlich älteren Schwertfeger (Waffenschmied) Adalbert verheiratet und zog nach Danzig. Von ihren neun Kindern starben acht an der Pest, die einzig überlebende Tochter Gertrud ging ins Kloster. Wallfahrten führten Dorothea, die ständig fastete und sich selbst kasteite, unter anderem nach Aachen, Einsiedeln und Rom. Zwischen ihrem 30. und 40. Lebensjahr erlebte sie Stufe um Stufe die völlige mystische Vereinigung mit Gott, die sie später in Metaphern der Hitze und des Schmelzens beschrieb und die mit stigmatischen Wunden einherging. 1390 Witwe geworden, traf Dorothea auf den Marienwerder Domdekan und Deutschordenspriester Johannes, der ihr Seelenführer wurde und ihre religiösen Erfahrungen festhielt. Mit seiner Hilfe und nach langer und strenger kirchlicher Prüfung erhielt sie im Mai 1393 die Erlaubnis, sich als Reklusin an der Südseite des Marienwerder Doms einschließen zu lassen. Dort starb sie am 25. Juni 1394. Ihr Grab fand sie in der Bischofsgruft des Doms. Verehrung: Von vielen schon zu Lebzeiten als Heilige erkannt und verehrt, wurde bereits 1395 ihre Kanonisierung vom Deutschordensmeister und den Bischöfen Preußens beantragt. Der Heiligsprechungsprozess geriet 1404 ins Stocken, vermutlich wegen Dorotheas allzu freimütig geäußerter Kritik an kirchlichen Zuständen. Tatsächlich bestätigt wurde die Verehrung Dorotheas erst 1976 durch Papst Paul VI. Darstellung: mit ihren neun Kindern, mit Buch, Laterne und Rosenkranz Patronin: von Preußen und des Deutschen Ordens Weitere Heilige des Tages:
Burkhard von Mallersdorf, Abt
Eleonore, Königin, Ordensfrau
Burkhard von Mallersdorf, Abt
Eleonore, Königin, Ordensfrau
Lebensdaten: geboren 635 in Exning, gestorben am 23. Juni 679 in Ely Lebensgeschichte: Æthelthryth war die Tochter des Königs von Ostanglien und wurde um 652 mit dem benachbarten Stammesfürsten Tondberct verheiratet, von dem sie die Sumpfinsel Ely als Morgengabe erhielt. Weil sie Jungfräulichkeit gelobt hatte, führten sie eine Josefsehe. Nach Tondbercts Tod 655 zog sie sich nach Ely zurück, bis sie gezwungen wurde, den erst 15jährigen Königssohn Ecgfrith von Northumbrien zu heiraten. Nachdem ihr Mann den Thron bestiegen hatte und auf Vollzug ihrer Ehe drängte, wandte Æthelthryth sich an Bischof Wilfrith von York, der sie als Nonne ans Kloster Coldingham vermittelte. 673 gründete sie selber ein Doppelkloster auf Ely, das sie bis zu ihrem Tod am 23. Juni 679 als Äbtissin leitete. Verehrung: Ihre Schwester und Nachfolgerin als Äbtissin ließ 695 ihren unverwesten Leichnam erheben, und ihr marmornes Grab war bis zur Reformationszeit ein vielbesuchter Wallfahrtsort, an dem Blinde ihr Augenlicht wiedererlangen konnten. Ihr Patronat gegen Halsleiden geht auf ihr eigenes Halsgeschwür zurück, das Æthelthryth dem Schmuck zu verdanken glaubte, den sie in ihrer Jugend getragen hatte. Darstellung: als Äbtissin mit Jesuskind, Blütenzweig, Quelle, Teufel oder Buch Patronin: gegen Augen- und Halsleiden Weitere Heilige des Tages:
Josef Cafasso, Priester
Peter Friedhofen, Ordensgründer
Josef Cafasso, Priester
Peter Friedhofen, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren am 12. Oktober 1891 in Breslau, gestorben am 9. August 1942 in Auschwitz Lebensgeschichte: Edith Stein war das elfte Kind einer jüdischen Holzhändlerfamilie und verlor mit drei Jahren ihren Vater. Ehrgeizig absolvierte sie ihr Abitur mit Bestnoten und studierte Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte. Sehr zum Kummer ihrer tiefgläubigen Mutter hatte sie mit 15 Jahren ihren jüdischen Glauben abgelegt. Sie engagierte sich politisch für das Frauenwahlrecht und erhielt während des Ersten Weltkriegs eine Auszeichnung für ihren Dienst als Rotkreuzschwester. 1916 bei Edmund Husserl in Freiburg promoviert, versuchte sie jahrelang vergebens – als Frau – zu habilitieren. Nach dem Tod eines Freundes war sie von dem Trost überwältigt, den seine Witwe im Glauben fand, und als sie während eines Besuchs bei Freunden in einer Nacht die Autobiographie der heiligen Teresa von Ávila durchlas, stellte sie für sich fest: „Das ist die Wahrheit.“ Sie ließ sich mit 31 Jahren zum Entsetzen ihrer Mutter taufen und wollte schon bald ihren Wunsch verwirklichen, der „großen Teresa“ in den Karmelitenorden zu folgen, doch ihr Beichtvater empfahl ihr, erst einmal im katholischen Glauben richtig Fuß zu fassen. Nach Jahren, die sie als Lehrerin in Speyer, als Vortragsrednerin zu Frauen- und Erziehungsfragen, als häufiger Gast im Benediktinerkloster Beuron und vor allem als Übersetzerin und Verfasserin bedeutender philosophisch-theologischer Werke verlebte, trat sie am 14. Oktober 1933 in den Kölner Karmel ein und erhielt bei ihrer Einkleidung den Ordensnamen Teresia Benedicta a Cruce. Im Kloster blieb ihre Hauptaufgabe weiter die wissenschaftliche und geistige Arbeit. Als der Druck auf die Juden immer größer wurde, mussten sie und ihre Schwester Rosa, die seit dem Tod der Mutter ebenfalls im Karmel lebte, 1938 von Köln in den Karmel nach Echt in Holland fliehen. Dort fielen sie einem Racheakt der Nazis für ein kritisches Hirtenwort der holländischen Bischöfe zum Opfer: Sie wurden am 2. August 1942 von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz verschleppt. Sr. Teresia Benedicta a Cruce ermutigte ihre Schwester bei der Verhaftung mit den Worten: „Komm, wir gehen für unser Volk!“ In den zwei Tagen ihrer letzten Reise versuchte sie die vielen vor Verzweiflung erstarrten Mütter und Frauen zu trösten und sich um die verwahrlosten Kinder zu kümmern. Gleich nach ihrer Ankunft am 9. August 1942 kamen Edith und Rosa Stein in der Gaskammer um. Verehrung: 1987 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II. in Köln selig-, 1998 in Rom heiliggesprochen. Im Jahr darauf ernannte er sie zusammen mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena zur Patronin Europas. Patronin: von Europa Weitere Heilige des Tages:
Franz Jägerstätter, Märtyrer
Franz Jägerstätter, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 24. Januar 1540 in London, gestorben am 1. Dezember 1581 ebendort Lebensgeschichte: Edmund Campion war der Sohn eines Londoner Buchhändlers und fiel früh seiner Begabungen wegen auf. Ein Stipendium ermöglichte ihm den Besuch des gegenreformatorischen St John’s Colleges in Oxford, und doch musste er den Suprematseid auf die englische Königin als Kirchenoberhaupt ablegen, ohne den es kein berufliches Weiterkommen gab. 1564 wurde er trotz seiner katholischen Überzeugung zum Diakon der Anglikanischen Kirche geweiht, konnte aber seine Gewissensbisse und seinen Widerwillen nicht überwinden und reiste nach Irland, wo er eine Geschichte der Insel verfasste. Trotz hoher Protektion geriet er in Konflikt mit der protestantischen Partei und floh nach Douai, wo er mit der katholischen Kirche versöhnt wurde und ins Englische Kolleg zum Theologiestudium eintrat. Nach Abschluss seines Studiums und der Diakonenweihe wanderte Campion nach Rom und wurde in den Jesuitenorden aufgenommen. Das zweijährige Noviziat absolvierte er in Brünn und wurde 1578 zum Priester geweiht. Nach sechs Jahren Lehrtätigkeit am Prager Jesuitenkolleg wurde Campion gemeinsam mit Pater Robert Persons zur ersten Englandmission ausgesandt, wo sie, als Juwelenhändler getarnt, aber von Anfang an argwöhnisch beobachtet, den katholischen Glauben verkündeten und den verfolgten oder eingekerkerten Katholiken Beistand leisteten. Campion wollte den Vorwurf entkräften, seine wirkliche Mission wäre politisch und daher hochverräterisch, drückte sich aber in einer Schrift so unglücklich aus, dass er nur noch im Verborgensten tätig sein konnte. Als er noch ein lateinisches Pamphlet gegen die Gültigkeit der englischen Kirche verfasste, brach eine wahre Hetzjagd auf ihn los. Er wurde von einem Spion gefangengenommen, nach London verbracht und als Hochverräter vor Gericht gestellt. Campion widerstand den verlockendsten Angeboten, würde er seinem Glauben abschwören, sowie der Folter, und bestritt aufsehenerregende Streitgespräche mit anglikanischen Gelehrten so souverän, dass er viele Sympathien auf sich zog. Dennoch wurde er des Hochverrats für schuldig gesprochen: die Spaltung des Landes angestrebt und die Absetzung der Königin vom Thron betrieben zu haben, und zum Tode verurteilt. Am 1. Dezember 1581 wurde er mit den Mitpriestern Ralph Sherwin und Alexander Briant öffentlich gehängt, ausgedärmt und gevierteilt. Verehrung: 1886 seliggesprochen, wurde Edmund Campion 1970 von Papst Paul VI. als einer der 40 Märtyrer von England und Wales mit einem gemeinsamen Gedenktag am 4. Mai heiliggesprochen. Weitere Heilige des Tages:
Blanca, Königin
Charles de Foucauld, Priester, Einsiedler
Marinus, Glaubensbote
Natalia von Nikomedien, Wohltäterin
Blanca, Königin
Charles de Foucauld, Priester, Einsiedler
Marinus, Glaubensbote
Natalia von Nikomedien, Wohltäterin
Lebensdaten: geboren an einem 20. November um 1175 in Abingdon bei Oxford, gestorben am 16. November 1240 in Soisy-Bouy bei Auxerre Lebensgeschichte: Edmund war das älteste von sechs Kindern eines wohlhabenden Kaufmanns mit dem Beinamen „Rich“. In seinen Lebensschilderungen wird erzählt, dass er bereits als Kind samstags streng fastete, ein härenes Hemd trug und die Nächte vielfach im Gebet verbrachte. Nach anfänglichen Studien in Oxford zog er etwa 1195 nach Paris und kehrte fünf Jahre später mit einem Magistertitel nach Oxford zurück, wo er Mathematik sowie Dialektik unterrichtete und die Beschäftigung mit den Aristotelischen Schriften einführte. Von Edmund wird berichtet, dass er wegen des Schlafmangels und vielen Betens regelmäßig während seiner Vorlesungen kurz einzudösen pflegte und die Gebühren der Studenten für den Bau einer Marienkapelle verwendete. Nach ungefähr sechs Jahren erschien ihm seine verstorbene, fromme Mutter im Traum, worauf er das Studium der Theologie bis zur Promotion aufnahm, zum Priester geweiht wurde und sich neben seiner neuen Lehrtätigkeit einen Ruf als mitreißender Prediger und mildtätiger Pfarrer erwarb. 1222 wurde er mit dem Amt des Schatzmeisters der Kathedrale von Salisbury betraut, und 1227 warb er auf einer ausgedehnten Reise durchs Land für den sechsten Kreuzzug. 1233 wurde er von Papst Gregor IX. zum Erzbischof von Canterbury ernannt und nahm damit den wichtigsten Bischofssitz des Landes ein. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit erreichte er von König Heinrich III. unter Androhung der Exkommunikation die Entfernung des mächtigen Bischofs und Ministers Peter des Roches sowie die Versöhnung mit den rebellischen Baronen, wodurch ein zweijähriger Bürgerkrieg beendet wurde. Erzbischof Edmund hatte in der Folge weitere Konflikte mit dem Königshof auszustehen und setzte soweit wie möglich die Ansprüche der kirchlichen Gerichtsbarkeit gegen die weltliche durch, die größeren Schwierigkeiten bereiteten ihm allerdings die Brüder im bischöflichen Amt und die Klöster, als er an die Erfüllung seiner Rechte und Pflichten ging und die Bistümer und Klöster einer Visitation unterzog. Ihm begegnete so viel Opposition, dass er zweimal seine Sache in Rom vortragen musste. Bei seiner zweiten Reise wurde er unterwegs krank, kehrte um, verstarb aber unterwegs im burgundischen Augustinerpriorat Soisy. Verehrung: Edmund wurde in der nahegelegenen Zisterzienserabtei Pontigny bestattet, weil auch die Benediktiner von Canterbury seine Visitationen als Angriff auf ihre Unabhängigkeit empfunden hatten. Nachdem sich an seinem Grab Wunder ereignet hatten, wurde er 1246, sechs Jahre nach seinem Tod, heiliggesprochen. Er ruht bis heute in einem wunderbaren Grabmal aus dem 17. Jahrhundert. 1852 wurde in Pontigny die Ordensgesellschaft der Edmunditen gegründet, die vorwiegend in Nordamerika tätig ist. Darstellung: als Erzbischof mit Marienstatue oder Mitbischöfen Patron: von Abingdon, des Bistums Portsmouth, des St Edmund’s College, Cambridge, der St Edmund Hall, Oxford Weitere Heilige des Tages:
Margareta von Schottland, Königin
Otmar von St. Gallen, Klostergründer, Abt
Margareta von Schottland, Königin
Otmar von St. Gallen, Klostergründer, Abt
Lebensdaten: geboren in Nordengland, gestorben 819 in Caëstre bei Arras Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Elfriede war die Tochter des Königs Coenwulf von Mercien und hatte mit ihren Schwestern Edith und Sabine das Gelübde abgelegt, zu den Apostelgräbern nach Rom zu pilgern. Im Jahr 819 machten sie sich auf den Weg, landeten nach der Überquerung des Ärmelkanals in Mardyck und schlugen die schon nach Petrus (Fels, Stein) benannte Steenstraete ein, die nach Arras führte. In einem Wald, da, wo sich heute der Ort Caëstre (flämisch Kaester) befindet, wurden sie von Räubern, anderen Überlieferungen zufolge von Normannen, wieder anderen Überlieferungen nach von abgewiesenen Freiern beziehungsweise von deren gedungenen Mördern überfallen und auf bestialische Weise umgebracht. Einem blinden Edelmann, dem Ritter von Strazeele, erschien zur selben Zeit die Jungfrau Maria mit dem Rat, sich zum Tatort zu begeben und seine Augen mit dem Blut der Märtyrinnen zu bestreichen, um sein Augenlicht wiederzuerlangen. Als er tatsächlich wieder sehen konnte, errichtete er an jenem Ort eine Kapelle zu Ehren Unserer Lieben Gnadenfrau (Notre-Dame de Grâce), zu der sogleich eine Wallfahrt einsetzte. Die heutige Kapelle stammt aus dem 14. Jahrhundert. Weitere Feste und Heilige des Tages:
Maria Immaculata – Unbefleckte Empfängnis
Edith und Sabine von Kaester, Märtyrinnen
Maria Immaculata – Unbefleckte Empfängnis
Edith und Sabine von Kaester, Märtyrinnen
Lebensdaten: geboren im 9. Jahrhundert in Tischbe im Ostjordanland, entrückt bei Jericho Lebensgeschichte: Elijáhu wird zum Propheten bestellt, als der Herr eine Dürre über das Nordreich Israel verhängt, das unter König Ahab von ihm abgefallen ist und die Fruchtbarkeits- und Regengottheit Baal anbetet. Davon handelt das 1. Buch der Könige im Alten Testament. Auf dem Berg Karmel blamiert Elias bei einem Stieropferwettstreit 450 Baalspropheten und lässt sie als Scharlatane abschlachten. Dann fällt endlich Regen. Auf der Flucht vor der wütenden Königin Isebel gelangt Elias auf den Gottesberg Horeb, wo ihm der Herr erscheint und den Auftrag erteilt, Elischa zum Propheten zu salben, damit dieser den Baalskult ausrottet. Elias wirft Elischa aber seinen Mantel über und wird vor den Augen seines Nachfolgers auf einem feurigen Wagen mit flammenden Pferden in den Himmel entrückt (2 Kön 2,1–18). Verehrung und Brauchtum: Weil Elias den toten Sohn einer armen Witwe wieder zum Leben erweckt, wird er im Judentum, das seine Wiederkehr vor dem Eintreffen des Messias erwartet (siehe Mal 3,23–24), als Nothelfer verehrt. Die Eliaserwartung kommt an Pessach, dem jüdischen Osterfest, dadurch zum Ausdruck, dass ein Becher mit Wein bereitgestellt und die Tür für ihn geöffnet wird. Wegen seines leidenschaftlichen Einsatzes für den Herrn und seiner Standhaftigkeit gilt er als Inbegriff der Prophetie Israels und erscheint (gemeinsam mit Moses als Inbegriff des Gesetzes) als solcher bei der Verklärung Jesu. Beim sogenannten Eliasbrunnen auf dem Berg Karmel entstand Mitte des 12. Jahrhunderts der Karmelitenorden, der Elias als Mitbegründer verehrt. Im Petersdom gehört seine Statue daher zur Gruppe der Ordensstifter. Auf dem Balkan heißt sein Gedenktag am 20. Juli wegen der häufigen Unwetter „Elias, der Donner“, und die höchsten Berge auf den griechischen Inseln tragen traditionell seinen Namen. Wegen seiner feurigen Entrückung werden Dampflokomotiven auch als „Feuriger Elias“ bezeichnet. Darstellung: bei der Entrückung, bei der Speisung vom Himmel, mit der Witwe von Sarepta Patron: der Karmeliten, der Luftschifffahrt, Helfer bei Gewitter und Feuer Weitere Heilige des Tages:
Apollinaris von Ravenna, Bischof, Märtyrer
Bernhard von Hildesheim, Bischof
Margareta von Antiochien, Märtyrin
Apollinaris von Ravenna, Bischof, Märtyrer
Bernhard von Hildesheim, Bischof
Margareta von Antiochien, Märtyrin