Zum 300. Geburtstag von Matthäus Rieger

Matthäus Rieger

Am 13. September 1705, also vor nunmehr 300 Jahren wurde im Seehauser „Daberanwesen“ Matthäus Rieger geboren. Seine Eltern Matthias und Theresia Rieger lebten von den kargen Einkünften ihrer kleinen Landwirtschaft. Nach dem frühen Tod der Mutter kamen in 2. Ehe zu den bisherigen drei Buben noch fünf Kinder dazu. Man kann sich vorstellen, was für ein einfaches Leben diese große Familie führen musste. Matthäus Rieger war also gezwungen, sich bald auf die eigenen Füße zu stellen. Er wurde Buchhändler und brachte es anscheinend schon in Seehausen in noch jungen Jahren zu einem gewissen Wohlstand. Denn als er kaum volljährig die Seehauserin Clara Dräxl vom „Reindlanwesen“ heiratete, brachte er 200 Gulden in die Ehe mit und er erwarb dann noch für 350 Gulden das Elternhaus seiner Frau. Da Matthäus Rieger hauptsächlich religiöse Bücher verlegte, gründete er 1731 in Augsburg eine Buchhandlung, da dort der Absatzmarkt größer war. Seine Händler reisten damals durch ganz Deutschland, sowie bis nach Wien, Bozen und Straßburg. Als Rieger 1744 das Augsburger Bürgerrecht bekam, siedelte er mit seiner Frau und den acht Kindern ganz in die Fuggerstadt über. Er blieb aber seinem Geburtsort immer treu verbunden, denn als der Wunsch der Seehauser, die Inselpfarrkirche auf das Festland zu verlegen, immer größer wurde, finanzierte er alleine dieses große Vorhaben. Dazu bezahlte er auch noch den Bau des Pfarrhofs und einer Schule für die Seehauser Kinder. Die Fertigstellung der neuen Pfarrkirche konnte Matthäus Rieger leider nicht mehr erleben, da er 1775 starb. Aber seine Söhne Michael und Matthias brachten das Vermächtnis ihres Vaters zum Abschluss. Die Familie Rieger gibt es zwar heute nicht mehr in Seehausen, aber das Andenken an den größten Wohltäter der Gemeinde bleibt im Staffelseeort Seehausen bestehen.

Wir verstehen, dass der damalige Pfarrer Aloys Kaiser in einer seiner Festpredigten im Überschwange ausrief:

“Was der Eifer für das Haus Gottes kann, das kann ich euch nicht erklären; aber mit Fingern, sage ich, kann ich es euch zeigen: gehet nur nach Seehausen, gehet, und sehet, was ein Rieger gethan.“

Jakob Fischer

(Greiner Jakl)