St. Peter und Paul in Rieden

St. Peter und Paul

Der nachfolgende Text ist auszugsweise dem Heftchen "Vom Inselkloster zur Pfarrei am Staffelsee", gestaltet von Günter Bitala, entnommen.

Das Heftchen ist im Pfarrbüro erhältlich.

Der Bericht von der Renovierung 2016/17 und von der Einweihung der Glocken mit Foto stammt von Ingrid und Peter Paulus.

Ähnlich wie die Riedhauser Kirche geht auch die Kapelle St. Peter und Paul in Rieden auf erste römische Christen zurück, die in unserer Heimat lebten. Nur wenige Meter von der Kirche entfernt führte die Römerstraße vorbei.

Seit Renovierungsarbeiten vor wenigen Jahren geht man davon aus, dass die Kirche auf einer keltischen Kultstätte erbaut wure. Wahrscheinlich wurde das Gotteshaus im 15. Jahrhundert mit rechteckigem Chor, Sternengewölbe und mit einfachem flachgedeckten Langhaus erbaut.

1647 wurde der Hochaltar angefertigt und gefasst. Zweimal wurde dieser Altar renoviert, bis er sein heutiges Aussehen erhielt: Im Jahre 1800 und 1860 von Joh. Jos. Mangold aus Untergeißenberg.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Baufälligkeit und die Einsturzgefahr des Turmes erkannt: "...dass wegen augenscheinlicher Gefahr des Kirche Turms Einsturz weilen selber böslich auf den Kirchen-Gewölb, ohne selbst eigenen Grund aufgebaut ist, dan wegen beförchtlicher Zusammensinckung des Gewölbs und sich neigender Abfallung des Tachstuhls, der schon 2 Schuech über die ringsum zerspalte Haubt-Mauer fürgeschoben worden..." Es wurden Renovierungsvorschläge und Kostenangebote für den Neubau eingeholt.

Es kam zum Streit um die Finanzierung. Das Kloster Ettal verweigerte einen Zuschuss und forderte den Abbruch dieser überflüssigen Kirche. Kurfürst Maximilian Joseph setzte sich für die Erhaltung ein. Es wurden neuerliche Kostenvoranschläge für die notwendigsten Reparaturen vom Uffinger Maurermeister Georg Hözl und dem Aidlilnger Zimmerermeister Johann Paur eingeholt. 1779 begannen die Instandsetzungsarbeiten auf Kosten der Gemeinde Rieden, mit gestiftetem Bauholz aus den kurfürstlichen Wäldern.

Bereits im Oktober 2015 wurde von der Kirchenverwaltung ein Grundsatzbeschluss zur notwendigen Renovierung und die Verbesserung des Zugangs zur Filialkirche St. Peter und Paul in Rieden gefasst. Anfangs ging es hauptsächlich um die Instandsetzung des Turms (Dachreiter). Der soll sich – wennmöglich – wieder wie früher in weißer Farbe abheben und die Zwiebel verkupfert werden. Wird die Genehmigung nicht erteilt, wird die Zwiebel wieder geschindelt.

Während der Genehmigungszeit wurde der Kirchenverwaltung bewusst, dass man zeitgleich auch die jetzigen Stahlglocken erneuern könnte.

Daraufhin besichtigte der Glockensachverständige des Bistums die Riedener Kirche und kam zu dem Ergebnis, dass die Stahlglocken gegen neue Bronzeglocken ausgetauscht werden sollen und auch der Glockenstuhl erneuert werden muss.

Die geschätzten Kosten für die Erneuerung des Glockenstuhls, sowie der gesamten Außenhaut des Turmes und die Außenanlagen, liegen bei ca. 50.000,-- €. Die neuen Glocken werden gem. Angebot ca. 11.000,-- € kosten.

2017 war dann alles fertiggestellt. Weihbischof Florian Wörner segnete die neuen Glocken. Für das große Fest er Glockenweihe am Gedenktag der Apostelfürsten Petrus und Paulus waren die  Riedener für Wetterkapriolen gerüstet. Der feierliche Gottesdienst mit Weihbischof Florian Wörner konnte im Freien, aber auch in der festlich geschmückten Maschinenhalle der Familie Weingand stattfinden. Leichtes Nieseln am Vormittag des 29. Juni 2017 begleitete den Festzug, angeführt von Ministranten, gefolgt von der Blaskapelle Seehausen, den Fahnenabordnungen der Vereine, der Kutsche mit Weihbischof, Pfarrer Robert Walter, Bernhard Pantele und Jakob Fischer.

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