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St. Michael, Pfarrkirche von Seehausen am Staffelsee

St. Michael im Winter
St. Michael im Winter

Die Geschichte der Pfarrkirche ist unter "Wissenswertes" ausführlich erklärt.

Der nachfolgende Text und teilweise auch die Bilder sind auszugsweise dem Heftchen "Vom Inselkloster zur Pfarrei am Staffelsee", gestaltet von Günter Bitala, entnommen. Das Heftchen ist im Pfarrbüro erhältlich.

Nachdem 1773 durch den Augsburger Bischof Clemens Wenzeslaus und dem bayerischen Landesherren, Kurfürst Maximilian dem Kloster Ettal die Genehmigung abgerungen wurde, im Dorf eine neue Kirche zu errichten, begann Anfang April 1774 Hofbaumeister Mathias Gießl den Neubau am heutigen Standort. Der Mäzen Mathäus Rieger überwachte selbst die Arbeiten. Die Vollendung seines Lebenswerkes sah er nicht mehr. Genau ein Jahr nach Baubegin, am 2. April 1775, starb er.

Obwohl die Kirche bereits 1776 fertiggestellt war, erfolgte die Weihe durch Clemens Wenzeslaus erst am 21. Juni 1782.




Linker Seitenaltar
Linker Seitenaltar

Für die Innenausstattung waren Teile der Inselkirche verwendet worden. So das barocke Gestühl, die Beichtstühle, die Figuren des Hochaltares "St. Michael" und "St. Raphael", ein Altarblatt aus dem Jahr 1674, das die Verehrung des Allerheiligsten darstellt.

Linker Seitenaltar mit Seehauser Muttergottes

Eine Renovierung von 1882 war nicht sonderlich geglückt.

Die Originalfarben der Einrichtungsgegenstände und Figuren wurden dem

damaligen Zeitgeschmack angepasst und übermalt. Auch die Erneuerungsarbeiten an den Außenmauern und im Innenraum, 1960-zur Tausendjahrfeier der von Bischof Ulrich wieder aufgebauten Inselkirche - gelang nur zum Teil.

Erst eine sorgfältige Trockenlegung, die Ende 1975 begeann, konnte den Weg ebnen, um die Kirche 1982 zum 200. Geburtstag des Dorfneubaues in der alten barocken Schönheit zu erhalten.

Der Kunstmaler Johann Georg Kaiser schuf die Deckengemälde. Sie zeigen im Chorgewölbe eine Anbetung Jesu durch die Weisen aus dem Morgenland; links davon die wunderbare Brotvermehrung und rechts die Hochzeit zu Kana. Über dem Kirchenschiff dominiert die Kreuzigung Jesu.

Von Kaiser stammen auch die Fresken an den Wänden; gemalter Stuck umrahmt die Bildnisse der Evangelisten und der abendländischen Kirchenväter.


Der barocke Hochaltar
Der barocke Hochaltar
Rechter Seitenaltar
Rechter Seitenaltar

Der barocke Hochaltar mit den Figuren der Erzengel Michael und Raphael wird von Gottvater im Strahlenglanz gekrönt. Das Hauptbild des Hochaltares zeigt die eindrucksvolle Darstellung des Abendmahles. Der Maler war ein gewisser Franz-Xaver Strobl (1790).

Die beiden Seitenaltäre entsprechen nicht dem Hochaltar. Sie dürften später dazugefügt worden sein. Besonderheiten dieser Altäre sind die eingelassenen Hinterglasbilder der „Seehauser Muttergottes“ und des „Hl. Josef“. Die Schreinerarbeiten wurden von den Kistlern Predl aus Murnau und Anselm Bußjäger (1760 - 1820) aus Schöffau angefertigt. Die Kanzel ist ein Meisterwerk aus der berühmten Werkstatt der Familie Zwinck in Oberammergau.

Die erste Orgel stammte aus dem Jahr 1792 und wurde 1915 durch eine neue Orgel ersetzt. Diese Orgel war technisch so überaltert, dass im November 2003 eine neue Orgel eingeweiht werden konnte (Siehe dazu den Artikel unter „Wissenswertes“).

Seit jeher hängen vier Glocken im Turm. Die ersten stammten aus den Jahren 1487, 1784, 1851 und 1863. Diese mussten im Kriegsjahr 1917 abgeliefert werden. Im Sommer 1924 erhielt die Kirche in Seehausen ein neues Geläut. Auch dieses muußte dem Krieg (1942) geopfert werden. Die Kleinste jedoch - die Bronzeglocke von 1487 - blieb bis heute erhalten. 1948 wurden vier Stahlglocken dazugehängt.