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Ein Orgelleben ging zu Ende - ein neues begann

Auszug aus dem Leitartikel in der Festschrift zur Orgeleinweihung vom Kirchenpfleger Josef Marass


Am 6. Juli 2003 ließ unser Organist Franz Raith die aus dem Jahre 1915 stammende Orgel in der Pfarrkirche St. Michael Seehausen zum letzten Mal erklingen. Tags darauf, am 7. Juli begann der Abbau und damit das Ende des 88-jährigen Orgellebens, das am 25. Oktober 1914 mit dem Beschluß der damaligen Kirchenverwaltung unter Pfarrer Paul Bega mit Kirchenpfleger Jocher, Josef Gege und Johann Weingand begann. Die Technik der Orgel war in den Jahrzehnten ihres Dienstes sehr anfällig geworden und konnte auch durch immer wieder vorgenommene kostspielige Reparaturen nicht wesentlich verbessert werden. So konnte das Urteil mehrerer um Rat gebetener Fachleute nur lauten: Ein Neubau ist erforderlich.

Die Kirchenverwaltung unter Vorsitz unseres inzwischen verstorbenen Pfarrers Günter Matzke nahm dieses Urteil mit sehr gemischten Gefühlen entgegen, denn sie muß ja in erster Linie an die entstehenden Kosten denken. War doch erst kurz vorher die Renovierung der Inselkapelle mit großem finanziellen Aufwand abgeschlossen wordne. Als kleiner Lichtblick erschien uns da der Umstand, dass Pfarrer Matzke schon ab dem Jahr 2000 nicht- zweckgebundene Spenden der Gemeindemitglieder auf die "Hohe Kante" legte, um ein kleines Anfangskapital für besondere Zwecke zur Verfügung zu haben. Dieser besondere Zweck war nun gegeben. Durch diese Starthilfe ermutigt, beschloß die derzeitige Kirchenverwaltung mit Monsignore Pfarrer Werner Schnell, Kirchenpfleger Josef Marass, Michael Finsterwalder, Timotheus Kölbl und Paula Weingand am 13. Februar 2002 die Beschaffung einer neuen Orgel. Nun waren die Genehmigungen von der Bischöf. Finanzkammer, vom Amt für Kirchenmusik, vom Diözesanbauamt und der Staatlichen Denkmalschutzbehörde einzuholen. 3 Orgelbaufirmen wurden um Offerten gebeten, um eine Auswahlmöglichkeit und Preisvergleiche zu bekommen. Die Kirchenverwaltung entschied sich nach gründlicher Beratung für den Orgelbauer Siegfried Schmid aus Immenstadt, einer jungen, aufstrebenden Firma mit sehr guten Referenzen. Damit war nun auch der Preis einer für unsere Pfarrkirche maßgeschneiderten Orgel bekannt. Für die Beschaffung der notwendigen Gelder muß die Pfarrgemeinde selbst aufkommen, da die Diözese Augsburg für solche Vorhaben keine Zuschüsse gibt. Die Kirchenveraltung vertraute voll auf die Spendenbereitschaft der Pfarrgemeinde und wurde nicht enttäuscht.

Dafür danken wir allen Spendern und sagen ein herzliches Vergelt's Gott.

Sehr zu danken ist auch für Zuschüsse aus öffentlichen Geldern, die uns gewährt wurden von der politischen Gemeinde Seehausen, vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen, von der Jubiläumsstiftung der Sparkassen im Landkreis Weilheim und von der Bayerischen Landesstiftung. Mit all diesen Mitteln ist ein sehr großer Teil der Gesamtkosten abgedeckt.....


Josef Marass
Kirchenpfleger

Organist Franz Raith
Organist Franz Raith


1036 Orgelpfeifen (davon 955 aus Zinn und 81 aus Holz)

Die Orgel wurde am Sonntag, 23. November 2003 mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.