Ottilienkapelle Asbach

Die Kirche St. Ottilia Asbach 

Geschichtliches

Der Ursprung von Asbach ist beim Einzelhof Hagenried an der Grenze zu Laugna zu suchen und reicht bis 1280. zurück. Die Bewohner zogen später flußaufwärts und siedelten sich dort an. Diese Ansiedlung trug den Namen Hagsbach, von Hag = Hecke, Einfriedung. Doch der Name des Baches Aschbach = Eschenbach, wurde dann der endgültige Name.

Ursprünglich hatte der kleine Ort sogar zwei Kapellen, eine südostwärts auf dem Berg, der Hl. Ottilia geweiht, die zugleich ein gern besuchter Wallfahrtsort war und schon 1355 urkundlich erwähnt wurde. Bei dieser Kapelle errichteten die Lehnsherren, die Marschalken von Hohenreichen, ein Benefizium (Kaplanstelle), das mit dem von Hohenreichen vereint war Als die Kapelle baufällig geworden war, verlagerte sich die Wallfahrt zur heutigen Otillienkapelle. Es ist dankenswerter weise geplant, dort wieder eine kleine Kapelle zu bauen.

Die Kapelle im Dorf, unsere heutige Ottilienkapelle, war ursprünglich  dem Hl. Magnus geweiht. Beide Kapellen wurden baufällig, so dass sie abgerissen werden mußten. Mit deren Baumaterial wurde die jetzige Ottilienkapelle an stelle der ehemaligen Magnuskapelle 1785/86 erbaut. In Erinnerung an die ehemalige Ottilienkapelle auf dem Berge und deren Herrn trägt der Chorbogen der heutigen Kapelle das Wappen der Pappenheimer.  Die leichtere Glocke, 1716, wurde von der ehemaligen Ottilienkapelle übernommen. und die schwerere, 1731, für die jetzige Kirche in Augsburg gegossen. Bei der Renovierung 1909 wurde die Kapelle künstlerisch mit Bildern und Ornamenten ausgemalt.

 

Beschreibung

Beim Betreten der Kapelle empfängt uns der Hochaltar, um 1780, mit dem Bildnis der Äbtissin der Hl. Ottilia, um 1730. Dieses Bild wurde wahrscheinlich von der ehemaligen Ottilienkapelle auf dem Berg übernommen. Die Hl. Ottilia wurde blind geboren. Bei der Taufe durch Bischof Erhard von Regensburg wurde sie auf wunderbare Weise von ihrer Blindheit geheilt. Daher trägt der Engel das Buch mit  zwei Augen darauf. Sie gründete auf ihrem väterlichen Schloß Hohenburg, in der Nähe von Straßburg, das Kloster Odilenberg und stiftete später sogar noch das Kloster Niedermünster. Beiden Klöstern stand sie als Äbtissin vor bis zu ihrem Tode im Jahre 720. Der andere Engel trägt ihren Äbtissinenstab. Sie ist die Landespatronin vom Elsaß. St. Ottilia wird vor allem auch bei uns als Nothelferin für Augenleiden angerufen. Daher war Asbach früher auch ein viel besuchter Wallfahrtsort.

Im Auszug des Hochaltares das kreisförmige Ölgemälde des Hl. Magnus, um 1750, von der früheren Magnuskapelle übernommen.  In der Mitte der Tabernakel, 1909, gleichsam das Herz der Kapelle.  Hier werden die Heiligen Hostien für Krankenkommunion aufbewahrt, hier ist Christus Tag und Nacht in unserer Mitte gegenwärtig. Daher brennt die rote Ewiglichtlampe.

Im Chor das längsovale Deckengemälde mit dem Auge Gottes im Strahlenkranz von Putten umgeben, 1909. Als Vorlagen sollten Asbacher Schulkindern den Künstlern gedient haben.

Auf der linken Seite des Chores in einer Nische sehen wir noch einige Votivtafeln, die in Dankbarkeit für Hilfen der Hl. Ottilia gewidmet sind. Sie reichen bis 1802 zurück.

Auf der linken Seite des Chorbogens steht die Statue des Hl.Leonhard. Der Heilige Leonhard lebte im  6.Jahrhundert und stammte aus einem edlen fränkischen Geschlecht.  Er wurde Priester. und Bischof. Zog sich jedoch in die Einsamkeit bei Limoges zurück. Aus seiner Einsiedelei entstand dieses berühmtes Kloster, dem er als Abt vorstand. Den Bauern in seiner Umgebung half er bei den Viehkrankheiten. Daher wurde er der Patron der Tiere, besonders der Pferde. Ihm lagen auch die Gefangenen sehr am Herzen. Den Entlassenen gab er Land, so dass sie resozialisiert wurden. Die Kette, nicht bei dieser Statue, das Attribut des Heiligen, verweist darauf, wurde allerdings später als zerbrochene Tierkette mißverstanden. Bei unserer Statue trägt der Heilige den Hirtenstab. Er starb im Jahre 559. Gegenüber auf der rechten Südseite des Chorbogens steht  die Statue der Hl. Ottilia, um 1750. Auch sie stammt von der ehemaligen Ottilienkapelle.

Die Fresken der Kapelle wurden erst 1909 durch Kunstmaler Kögl aus Pasing und Dekorationsmaler  Schmer aus München  im damals beliebten Zopfstil gemalt.

Das Langhausdeckengemälde mit dem  Thema der Glaube.  Die Frauengestalt = ecclesia = Kirche, zeigt das     große Kreuz im himmlischen Strahlenkranz. Am Kreuz ist Heil, vom Kreuz kam die Erlösung, lehrt uns der Glaube. Links hält uns der Engel den Kelch mit der Hl. Hostie entgegen. Gottes Liebe verwandelt Brot in den Leib und Wein in das Blut Christi, damit wir so gestärkt im Glauben treu bleiben können. Am Fuße des Kreuzes liegen die päpstliche Tiara und der päpstliche Hirtenstab. Der Papst ist die uns von Gott gegebene Garantie, dass wir in der richtigen Lehre Jesu Christi verbleiben.  Jesus sagte daher zu Petrus: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen, Matthäus 16,18.  Ein kleiner Engel trägt das Buch der Bücher, die Heilige Schrift. Zum gelungenen Leben  helfen uns  auch die Tafeln mit den 10 Geboten, die ein Engelchen uns entgegenhält.

An der linken Wand  des Langhauses hängt das Kreuz, das von einem  Asbacher Bürger der Kapelle gestiftet wurde.

Auf der gleichen Seite sehen wir  das Maria Hilf Bild, um 1750, nach italienischem Vorbild ein Geschenk des Dekans Maurus Krumm aus Wertingen, 1828. Gegenüber auf der südlichen rechten Seite des Langhauses das Ölbild der Vierzehn Nothelfer, ebenfalls um 1780. Sie wurden von den Gläubigen vor allem in Zeiten von Not und Bedrängnis angerufen. Sie sind: Achatius, der Soldat, Ägidius, Barbara, Blasius von Sebaste, Christopherus,, Cyriakus von Rom, Dionysius von Paris, Erasmus, Euchstachius, Georg, Katharina von Alexandrien, Margarete von Antiochien, Pantaleon, Vitus. Bisweilen kann auch ein Nothelfer durch einen Lokalheiligen ersetzt werden, z.B. Antonius d. Gr., Magnus von Füssen, Leonhard, Wolfgang.

Die Hinterglasbilder der Kreuzwegstationen stammen aus der Zeit um 1750, und wurden von Eleonore Mayr 1826 aus Wertingen dem Kirchlein gestiftet. Es ist ein heilsamer Brauch, den Kreuzweg vor allem in der Fastenzeit betend abzuschreiten. So können wir das Leiden des Herrn noch tiefer verinnerlichen.

Der Volkaltar und Ambo wurden nach der Liturgiereform des Vaticanum II,  1995 in die Kapelle gestellt. Entworfen vom Diözesankunstreferenten Felix Landgraf und angefertigt vom Meister Schipf aus Osterbuch. Nach heutigem Liturgieverständnis sind sie die wichtigsten liturgischen Orte der Kirche. Denn vom Ambo aus wird das Wort Gottes verkündet. Auf dem Altare wird bei jeder Heiligen Messe das Lebensopfer Jesu Christi dem himmlischen Vater dargebracht.

Wir feiern jährlich das Ottilienfest am ersten Sonntag im September. Dann wird das Kirchlein zu klein, weil auch viele Leute von den umliegenden Gemeinden daran teilnehmen. Daher feiern wir die Festmesse an der Südseite des kleinen Abhangs. Den Gläubigen reicht der Priester die echte Reliquie der Heiligen Ottilia zur Berührung. Die Echtheit ist anerkannt durch den Augsburger Bischof Klemens Wenzeslaus, 1806. Außerdem feiern wir in Asbach jeden Freitag die Heilige Messe, beten den Rosenkranz oder Andachten.

Wir danken allen, die uns dieses Kleinod überlassen haben und die es mit viele Liebe so schmuck und sauber erhalten. Möge die Fürsprache unserer Heiligen Ottilia uns immer die Augen für unsere schöne Heimat offen halten.

Text: Pfarrer Anton Wagner

Bild: Familie Keis