Hat Jesus wirklich den Tempel geputzt? Inchenhofener Grundschüler veröffentlichen Bildband zu Glaubensthemen
Vier Monate lang haben 38 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Inchenhofen recherchiert und gemalt. Entstanden sind kleine Kunstwerke zu Themen des katholischen Glaubens. Die sind jetzt im Buch „Mit Kinderaugen den Glauben sehen“ veröffentlicht worden. Was der katholische Religionslehrer George Banzer erreichen wollte, hat er geschafft: den Glauben zum Gesprächsthema zu machen.
Die Dritt- und Viertklässler sind nicht nur zu Experten für ihr jeweiliges Thema geworden, sondern sie diskutieren auch angeregt darüber. Doch Banzer denkt weiter: „Ich wünsche mir, dass die Schüler auch in 20 oder 30 Jahren das Buch noch zur Hand nehmen und der Glaube in ihrem Leben dadurch immer wieder lebendig wird.“
Bereits im Mittelalter sei der Glaube durch Bilder weitergegeben und erklärt worden. Die Schüler würden mit ihren Gemälden nun den Erwachsenen den Glauben erklären, so Banzer. Weihbischof Florian Wörner, Leiter der Hauptabteilung „Schule“ im Bistum Augsburg, nennt den Bildband in seinem Vorwort daher eine „kleine Schule des Sehens“, um „den Glauben mit Kinderaugen – vielleicht neu – kennenzulernen“.
Per Los haben die Schüler ihr jeweiliges Thema erhalten. „Soll ich jetzt wirklich malen, wie Jesus den Tempel geputzt hat?“, fragte sich Matthias Menhart, als er die „Tempelreinigung“ gezogen hat. Nach seiner Recherche weiß es der Grundschüler natürlich besser: Eindrucksvoll zeigt sein Bild, wie Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben hat. Neben neutestamentlichen Themen fertigten einige Kinder Bilder zu ihren Namenspatronen an. Karina Lohner entdeckte dabei ein spannendes Detail: „Ich wusste ja schon, dass die heilige Karina von Angora für ihren Glauben gestorben ist, aber nicht, dass Kaiser Julian sie töten ließ.“ Warum das so interessant für die Viertklässlerin ist? „Mein Bruder heißt auch Julian.“
Ein ganz bestimmter Heiliger durfte natürlich nicht fehlen: der heilige Leonhard. Ihm ist die bekannte Inchenhofener Wallfahrtskirche geweiht. Der Renovierung der Pfarrkirche wird dann auch der Erlös des Kunstprojektes zugutekommen. Finanziert wurde der Bildband durch Sponsoren, darunter die Hauptabteilung Schule der Diözese Augsburg.
Recherchiert und gemalt haben die Kinder in ihrer Freizeit. Doch das haben sie gern getan, denn „es macht Spaß, ein Thema zu malen“, erklärt Shana Trott. Und Andreas Christl denkt schon an die Zukunft: „Das Buch ist eine schöne Erinnerung, die man später mal den eigenen Kindern zeigen kann.“
Romana Kröling
Das Buch „Mit Kinderaugen den Glauben sehen“ ist im Maaruf-Verlag, Pleinfeld, erschienen und ist unter der ISBN 978-3-943333-24-4 für 14,90 Euro im Buchhandel erhältlich.