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BDKJ und Jugendstelle Kaufbeuren

Quer durch Seeg und das Buch der Psalmen - Eine biblische Schatzsuche mit Jugendreferent Christian Lieb

13.05.2016 12:16

Mit quietschenden Bremsen kommt der rote Doppeldeckerzug zum Stehen. Nur wenige Menschen steigen aus. Die großen weißen Buchstaben am Bahnhofsgebäude ziehen die Blicke sofort auf sich: Seeg im Allgäu. Hier – am Seeger Bahnhof – beginnt der Spiricaching-Pfad des BDKJ Ostallgäu und Kaufbeuren.

„Der Spiricaching-Pfad ist eine Schatzsuche quer durch das Buch der Psalmen und quer durch Seeg“, erklärt Christian Lieb, Jugendreferent an der katholischen Jugendstelle Kaufbeuren und geistlicher Begleiter des BDKJ Ostallgäu.

(Foto: Romana Kröling/pba)

Elf Stationen führen durch Seeg und Umgebung. Am Ziel wartet dann ein kleiner „Schatz“ auf die Wanderer. Die reine Gehzeit des Weges beträgt eine Stunde. Doch da beim Spiricaching an jeder Station zwei Aufgaben gelöst werden müssen, kann die Tour dann durchaus auch zwei bis drei Stunden dauern. Was, bitte sehr, ist denn der „Allgäuer“? Die Bewohner der Alpenregion können wohl nicht damit gemeint sein. Schließlich geht es bei der Aufgabe an der ersten Station ja darum, die Ringe unter dem Allgäuer zu zählen. Wo kann sich denn der „Allgäuer“ hier am Seeger Bahnhof versteckt haben?

Beim Vergleich der Koordinaten auf dem GPS-Gerät mit denen auf dem Aufgabenblatt wird schnell klar, wo das Problem liegt. Fünf Meter weiter nach Norden und zwei Meter weiter nach Osten, dort muss er sein, der Allgäuer. Und tatsächlich: Hält man sich an die Koordinaten im Aufgabenblatt, ist die Lösung ganz einfach …

Mit Bibel und GPS

Doch bevor es weitergehen kann zur nächsten Station, müssen die Schatzsucher noch eine Frage zum Buch der Psalmen beantworten. Erst wenn sie beide Aufgaben gelöst haben, können sie die Koordinaten der folgenden Station ausrechnen. „Alles, was man für das Spiricaching braucht, ist eine Bibel in der Einheitsübersetzung, ein GPS-fähiges Gerät und die Aufgabenstellung, die man bei der katholischen Jugendstelle Kaufbeuren von der Homepage downloaden kann“, erklärt der Jugendreferent.

Das Haus ist weg

Der BDKJ Kreisverband Ostallgäu und der Stadtverband Kaufbeuren haben den Spiricaching-Pfad vergangenen Sommer ins Leben gerufen. Regelmäßig kontrolliert Lieb, ob die Tour noch funktioniert. Bei der fünften Station beispielsweise sollten ursprünglich die Fenster eines Gebäudes gezählt werden. „Wer konnte denn ahnen, dass das Häuschen dort nur vorübergehend steht?“, so der Jugendreferent. Doch eine Lösung für das Problem ist schnell gefunden und die Aufgabe wurde umformuliert.

Quer durch Seeg, aber auch über Wiesen und durch Wälder gelangen die Wanderer schließlich ans Ziel. Hier erwartet sie schon der sogenannte Cache, ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch und ein kleiner Tauschgegenstand befinden. Noch kurz in das Logbuch eintragen und schon kann der „Schatz“ gegen einen selbst mitgebrachten Gegenstand ausgetauscht werden.

Romana Kröling

GPS-Geräte können gegen eine Gebühr von fünf Euro bei der Tourist Info Seeg und beim Kreisjugendring Ostallgäu nach vorheriger Anmeldung ausgeliehen werden. Das Aufgabenblatt und weitere Informationen zum Spiricaching gibt es auf den Seiten der katholischen Jugendstelle Kaufbeuren.