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Vernissageeröffnung zum Tag der Pflege – Menschen lieben. Gesichter und Geschichten aus der Pflege

04.05.2016 18:52

Die Ausstellung „Menschen lieben. Gesichter und Geschichten aus der Pflege“ und die dazugehörigen Veranstaltungen verstehen sich als Rahmenprogramm zum internationalen Tag der Pflege, der am 12. Mai jeden Jahres besonders die Anliegen von Pflegenden und Gepflegten in den Fokus rückt. Die Ausstellung ist im Unteren Fletz des Rathaus Augsburg noch bis zum 13.05. zu sehen. Organisiert wurde sie von der katholischen Altenseelsorge und der evangelischen Altenheimseelsorge Augsburg zusammen mit der Altenhilfe der Stadt Augsburg.

Am Freitag, 29.04.2016 fand im Rathaus die Vernissage der Ausstellung statt. Pfarrerin Bühler von der evangelischen Altenheimseelsorge und Diakon Ischwang als Diözesan Altenseelsorger begrüßten die ca. 90 Interessierten aus dem Bereich der stationären und ambulanten Pflege, der Ausbildung und Fachberatung sowie pflegende Angehörige und Senioren. Das gerade frisch verhüllte Rathaus könne ein Bild davon abgeben, wie unsere Gesellschaft mit Themen wie Hilfsbedürftigkeit und Pflegebedürftigkeit im Altern umgehe, betonte Diakon Ischwang in seinem Grußwort. Diese Seiten des Älterwerdens würden oft ebenso in den Schatten gestellt, wie die Menschen, die sich in der ambulanten wie stationären Pflege um die älteren Menschen kümmerten. Diese Bildsprache und die Ortswahl der Ausstellung, das Rathaus, aufgreifend betonte Frau Pfarrerin Bühler, dass genau darum ein öffentlicher Ort wie das Rathaus der richtige Platz für eine derartige Ausstellung sei. Den Veranstaltern gehe es darum, dieses so wichtige Thema in die Mitte der Gesellschaft zu holen und dort zu beleuchten.

Dr. Stefan Kiefer, 3. Bürgermeister und Sozialreferent der Stadt Augsburg schilderte in seinem Grußwort seine persönlichen Erfahrungen aus der Studentenzeit als Sozialpraktikant in der Altenpflege und ging auf die Situation junger Menschen in der Pflegeausbildung ein. Fehlende Wertschätzung der Pflege gegenüber drücke sich einerseits sicherlich durch eine schlechte Entlohnung aus, noch mehr jedoch würde ein mangelnder Bezug zum Thema Pflege in Formulierungen wie dieser deutlich: „Was, du bist in der Pflege tätig? Das wäre für mich unvorstellbar!“ Wie kann Pflege wieder zu einem Beruf werden, der in die Nähe des Vorstellbaren, in den Bereich des Denkbaren wandert und auch als Beruf verstanden wird, der bereichernd, wertvoll und vielseitig ist?

Als Kooperationspartnerin und Ideengeberin der Ausstellung führte Frau Pfarrerin Dorothea Bergmann mit grundlegenden Gedanken zu Entstehung und Zielsetzung in die Ausstellung ein. Sie betonte, wie wichtig für eine Pflege in Würde, die dem Titel „Menschen lieben“ gerecht wird, der Blick auf den ganzen Menschen ist: Neben der Erkrankung und Gebrechlichkeit auch die Kräfte, Fähigkeiten und Möglichkeiten der Menschen zu sehen, die gepflegt werden. Neben der heute 92-jährigen schwerkranken Frau auch die adrett gekleidete, jugendliche Tänzerin, die liebevolle Mutter, die berufstätige Frau und die rüstige Rentnerin in einer gepflegten Person zu entdecken, um den Menschen mit ihrer Lebensgeschichte und Lebenserfahrung zu sehen und gerecht zu werden. Und damit gleichzeitig selbst Kraft daraus zu schöpfen und nicht nur die leidvolle Geschichte dieser Person wahrzunehmen.

So wurde bei der Vernissage Pflege als ganzheitliches Geschehen hervorgehoben: als unausweichlich zu unserer Gesellschaft gehörend, als vielseitiges Handeln als Handeln, das dem ganzen Menschen gerecht wird.

Weitere Veranstaltungen zum internationalen Tag der Pflege sind eine Andacht am Mittwoch, 11. Mai um 14 Uhr im Caritas Wohnheim St. Verena sowie am Donnerstag, 12. Mai ab 14 Uhr ein Nachmittag, an dem unter dem Motto „Der Seele einen Raum geben“ Ansätze von Seelsorge, Musikalisches und Clownerie im Rathaus vorgestellt werden. Alle Angebote sind so konzipiert, dass sie gleichermaßen Bewohnern, Mitarbeitern in der Pflege und Interessierten der Seniorenarbeit wohl tun.