Großer Bildungstag

Bericht zum Großen Bildungstag 1./2. Oktober 2021

Wir wagen es!
Altenseelsorge veranstaltet 7. Großen Bildungstag für Ehrenamtliche und Hauptberufliche in der Seniorenarbeit in Augsburg
Augsburg, 05.10.2021
„Wir wagen es trotz Coronapandemie, trotz Abstandsregeln, Maskenpflicht und 3 G-Regeln!“, so begrüßte Diözesan-Altenseelsorger Robert Ischwang die rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Vortragsabend des Großen Bildungstages am 01. Oktober im Haus Sankt Ulrich in Augsburg. Er drückte seine Freude darüber aus, dass so viele trotz der schwierigen aktuellen Situation gekommen waren. Dies zeige, wie wichtig es den Menschen sei, endlich wieder zusammen zu kommen und das Vertrauen, dass es trotz Einschränkungen gut weitergehen kann, noch nicht ganz verloren sei.

Im Anschluss daran begrüßte Bildungsreferentin Maria Hierl, die durch den Abend führte, Privatdozentin Dr. med. Katharina Schmid. Die Pathologin und Buchautorin referierte zum Thema „Kopfsache gesund - die Wissenschaft entdeckt die Heilkraft der Gedanken“ - ein Thema, dass nicht passender zur aktuellen Situation hätte sein können.

In einem äußerst kurzweiligen Vortrag erklärte sie in einer sehr bildhaften Sprache die Vorgänge, die in den einzelnen Gehirnregionen ablaufen, wenn wir uns Gedanken machen und welchen Einfluss vor allem Stress auf diese Abläufe hat. Am Tag machen wir uns bis zu 70.000 Gedanken, die meisten davon sind flüchtig. Was die Gedanken in uns bewirken, hängt damit zusammen, ob es negative Gedanken sind, die wir meist bei Stress haben, oder Gedanken, die uns froh stimmen. In der heutigen Zeit sind wir ständig negativem Stress ausgesetzt, der auf Dauer das Immunsystem belastet. Um zu verstehen, was in unserem Gehirn bei Stress abläuft, ist ein Streifzug durch die menschliche Gehirnentwicklung und ein Blick auf die einzelnen Gehirnregionen nötig. Vor allem das limbische System - unter anderem Sitz unserer Gefühle - und der Hirnstamm, der sich evolutionstechnisch aus dem Reptiliengehirn entwickelt hat, spielen hier zusammen mit dem Groß- und Kleinhirn, die unter anderem komplexe Denkvorgänge ermöglichen, eine wichtige Rolle.
Wie können wir nun unsere Gedanken so beeinflussen, dass man von der Heilkraft der Gedanken sprechen kann? Wir alle haben schon erlebt, dass es uns bei Stress nicht gelingt, klare Gedanken zu fassen und gute Entscheidungen zu treffen. Das liegt daran, dass im Stress, so Dr. Katharina Schmid, unser limbische System und unser Reptiliengehirn, das evolutionsgeschichtlich darauf ausgerichtet ist, bei Gefahr auf Flucht oder Angriff zu schalten, veranlasst, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, die dann Groß- und Kleinhirn mehr oder weniger blockieren, in Aufruhr geraten. Dr. Katharina Schmid gab mehrere einfache Tipps, wie es uns gelingt, unser limbisches System und das „Reptiliengehirn“ in Sicherheit zu wiegen. Das gelingt zum Beispiel durch eine bewusste Atmung. Eine gezielte Lenkung unserer Gedanken führt wissenschaftlich nachweislich dazu, dass unser Immunsystem gestärkt wird. Anschließend an den Vortrag bestand die Möglichkeit für Fragen und zur Diskussion.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Vincent Semenou, Pastoralreferent der Altenseelsorge, und Pastoralreferent Peter Frasch, die zu afrikanischen Klängen die Besucher motivierten, mit zu singen und so passend zum Thema für Entspannung sorgten.

Traditionell gab es am 2. Tag des Großen Bildungstages für die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Seniorenarbeit ein breitgefächertes Workshopangebot. Nach einer kurzen spirituellen Einstimmung in der Basilika St. Ulrich und Afra, die von Bildungsreferentin Johanna Maria Quis und Pastoralreferent Vincent Semenou gestaltet wurde, konnte sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer jeweils einen Workshop am Vormittag und Nachmittag auswählen. Das vielfältige Angebot reichte von A wie Achtsamkeit als Ressource über B wie Bewegung trotz(t) Demenz oder Biografiearbeit zu Chanten, Geschichten erzählen, Heilkraft der Gedanken, Internetkurs, Lachyoga, Neurokinetik, Netzwerk für gute Nachbarschaft, Sitztänzen und Kosmetiktipps. Trotz der geltenden Coronabeschränkungen und den damit verbundenen Teilnehmerbeschränkungen in den einzelnen Räumen, konnten fast 130 Ehrenamtliche und Hauptamtliche an der Veranstaltung teilnehmen. Wegen der großen Vielfalt, dem professionellen Angebot und der schönen Atmosphäre wird der Tag nicht nur von den Ehrenamtlichen in der Seniorenarbeit, sondern auch von den Pflegekräften aus den Senioreneinrichtungen als Fortbildung sehr geschätzt.

Mit einer spirituellen Verabschiedung bei strahlendem Sonnenschein auf den Stufen zur Basilika St. Ulrich und Afra, bei der Diakon Robert Ischwang allen für ihr Kommen dankte und auch ein großes Lob an sein Team aussprach, ging ein absolut gelungener Tag zu Ende.
Der nächste Große Bildungstag ist für 29. - 30. September 2023 geplant.

Maria Hierl