Nationale Demenzstrategie & Co.

In den letzten Jahren wurden einige Unterstützungsangebote für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, und ihre pflegenden Angehörigen von der Politik ins Leben gerufen. Sie möchten Kommunen, Pfarrgemeinden und Vereine dabei unterstützen und motivieren, Angebote zu installieren, die Erkrankten und Angehörigen weiterhin ermöglichen, ein aktives Teil der Gesellschaft und Kirche zu bleiben.

1.   Nationale Demenzstrategie

Am 01.07.2020 wurde von der Bundesregierung die Nationale Demenzstrategie verabschiedet.

„Ziel der Nationalen Demenzstrategie ist es, die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Deutschland in allen Lebensbereichen nachhaltig zu verbessern. Dazu soll der Blick insbesondere auf die Maßnahmen gerichtet werden, die für die Alltagsgestaltung und die gesundheitliche und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz vor Ort von Bedeutung sind.

Die Strategie definiert dafür vier Handlungsfelder:

  • Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen
  • Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen
  • Medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz weiterentwickeln
  • Exzellente Forschung zu Demenz fördern“

www.nationale-demenzstrategie.de

Geplant wurden 162 Maßnahmen, die von 74 Akteuren bis 2025 umgesetzt werden sollen. Auch die katholischen Kirche hat verschiedene Ziele formuliert. Diese können Sie unter dem Punkt 1.6 des Positionspapiers einsehen.

2.   Bayerische Demenzstrategie

Die Bayerische Demenzstrategie wurde im Jahr 2013 vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ins Leben gerufen. Wie auch die Nationale Demenzstrategie möchte sie die Bevölkerung in Bayern für diese Erkrankung sensibilisieren, aber auch Verbesserungen für die Lebensqualität von Erkrankten und deren Angehörigen schaffen.

Dafür wurden zehn Handlungsfelder erstellt:

    Handlungsfeld 1 – Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit

    Handlungsfeld 2 – Prävention

    Handlungsfeld 3 – Aus-, Fort- und Weiterbildung

    Handlungsfeld 4 – Häusliche Unterstützung – Entlastung pflegender Angehöriger

    Handlungsfeld 5 – Versorgung im Krankenhaus

    Handlungsfeld 6 – Versorgung in ambulant betreuten Wohngemeinschaften und in Pflegeeinrichtungen

    Handlungsfeld 7 – Palliativversorgung und Sterbebegleitung

    Handlungsfeld 8 – Vernetzung und kommunale Strukturen

    Handlungsfeld 9 – Grundlagen- und Versorgungsforschung

    Handlungsfeld 10 – Rechtliche Aspekte

Quelle: https://www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-fach-und-pflegekraefte/demenzprojekte/

In den letzten Jahren konnten schon einige Projekte durchgeführt werden, die Sie auf https://www.stmgp.bayern.de/pflege/demenz/ einsehen können. Diese können auch Impulse für Vorhaben in der eigenen Gemeinde geben. Im Zuge der Strategie ist u. a. die Seite https://digidem-bayern.de/ entstanden. Webinare, die kostenlos besucht werden können, aber auch die Angehörigenampel oder der digitale Hörtest laden ein, sich über das Krankheitsbild Demenz auf dem Laufenden zu halten.

Der „Bayerische Demenzfond“ ermöglicht es, innovative Ideen vor Ort umzusetzen. https://www.stmgp.bayern.de/service/foerderprogramme/bayerischer-demenzfonds/

 3.   Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Die Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz wurde 2018 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ins Leben gerufen. Sie möchte lokale Demenznetzwerke beim Auf- und Ausbau ihrer Angebote und Strukturen unterstützen und in einem bundesweiten Netzwerk zusammenzuführen.

Sie finden auf ihrer homepage hilfreiche Ideen für die Praxis und Veranstaltungshinweise.

https://www.bagso.de/projekte/netzwerkstelle-lokale-allianzen-fuer-menschen-mit-demenz/

Diese Vorhaben können aber nur verwirklicht werden, wenn wir alle dabei mithelfen, diese Projekte zu unterstützen. Dabei können wir zugleich feststellen, welche Bereicherung die Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich für unser Glaubensleben und das Zusammenleben in den Gemeinden sein kann.

Margaretha Wachter, Gemeindereferentin