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Wallfahrt der Seniorenkreise

Wallfahrt der Seniorenkreise 2026

Am 4. und 5. Mai pilgerten über 500 Seniorinnen und Senioren aus der gesamten Diözese Augsburg nach Wettenhausen zur Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, der ehemaligen Stiftskirche des Klosters Wettenhausen im Kammeltal im schwäbischen Landkreis Günzburg.

Das Kloster Wettenhausen war bis 1802 ein Reichsstift der Augustiner-Chorherren. Heute gehört es dem Orden der Dominikanerinnen.

Das Gnadenbild der Muttergottes von Wettenhausen ist ein beliebtes Ziel von Pilgern aus der ganzen Diözese. Schon in den unruhigen Zeiten des 17. Jahrhunderts, geprägt von kriegerischen Auseinandersetzungen und familiären Schwierigkeiten im Hause Lothringen, erlangte das Gnadenbild von Wettenhausen große Bedeutung.

Eine Chronik zur Wallfahrt in dieser Gegend berichtet:

Während des zweiten Eroberungskrieges Ludwigs XIV. (1672 – 1679) hatte Herzog Karl von Lothringen ein Jahr lang sein Hauptquartier als kaiserlicher Oberfeldherr in Günzburg. Seine Gemahlin Eleonore von Österreich, Schwester Kaiser Leopolds I. und verwitwete Königin von Polen, hielt sich dort längere Zeit auf. Herzog Karl betete in dieser Zeit häufig in der Kirche zu Wettenhausen vor dem Hochaltar und vor dem Gnadenbild der Schmerzhaften Gottesmutter um einen Stammhalter.

Auf einer Reise nach Innsbruck am 20. Februar 1679 erkannte Eleonore, dass ihr Wunsch in Erfüllung gehen werde, sie ließ den Wagen anhalten, dankte Gott und gelobte an Ort und Stelle eine Säule errichten zu lassen, die am 15. Juli 1679 als Feldkapelle erbaut wurde. Nach der Geburt ihres Sohnes Leopold Josef am 11. September 1679 schenkte die dankbare Mutter ein eigenhändig gesticktes kostbares Gewand zur Bekleidung der Schmerzhaften Gottesmutter von Wettenhausen. Der Prinz wurde später Vater des deutschen Kaisers Franz I. Am 9. Februar 1680 kam Herzog Karl – der überaus glückliche Vater - nach Wettenhausen, um vor der „Wundertätigen Muttergottes“ in einer Andacht Dank zu sagen.

Quelle:  https://bistum-augsburg.de/Pfarreiengemeinschaften/ Kammeltal/Seelsorge/Wallfahrt-zur-schmerzhaften-Muttergottes

Die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes blieb bis heute lebendig. Die Muttergottes wurde 2024 restauriert und bekam einen neuen blauen Schleier.

Der festliche Wallfahrtsgottesdienst wurde am Montag von Hochschulpfarrer Gabriel Bucher zelebriert, Konzelebrant war Pfarrer Rainer aus Wertach. Am Dienstag zelebrierte Pfarrer Georg Leonhard Bühler aus Affing den Wallfahrtsgottesdienst, Konzelebrant war Pater Thomas Madavana VC aus Wilburgstetten.

Sehr herzlich begrüßte der Leiter der Altenseelsorge, Diakon Robert Ischwang, die Wallfahrer und stellte die einzelnen Pilgergruppen vor.

In seiner Predigt ging Diakon Ischwang der Frage nach, an welcher Kleidung man Christen erkennen könne. Nicht nur bei den Bildungstagen der Altenseelorge in Nonnenhorn mit dem Thema „Kleider machen Leute“, sondern auch bei der Taufe von drei Kommunionkindern in der Osternacht, spielte tatsächlich ein „Gewand der Christen“ eine Rolle: das Taufgewand.

Im Paulusbrief an die Galater (3,27) heißt es: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“

„Christus anziehen“ ist ein Bild dafür, in das Leben und die Haltungen Jesu ein Leben lang hineinzuwachsen, sein Leben bewusst an Jesus auszurichten. Es geht um ein „inneres Gewand“, das an den Haltungen im eigenen Leben und im Alltag sichtbar wird: um Barmherzigkeit und Güte, um Friedfertigkeit und Gerechtigkeit, um Liebe, Zuwendung, Güte und vieles mehr. 

Im Anschluss an den Wallfahrtsgottesdienst gab es für die Teilnehmer ein gemeinsames Mittagessen in der Klostergaststätte. Die vielen Teilnehmenden waren dabei in verschiedenen Sälen aufgeteilt. Einige Gruppen durften sogar im Refektorium der Schwestern sitzen.

Nach dem Mittagessen war Gelegenheit, an einer Klosterführung teilzunehmen. Dabei konnte besonders der prunkvolle Kaisersaal bewundert werden. 

In den Mittelpunkt der festlichen Maiandacht am Nachmittag, hatte das Team der Altenseelsorge angesichts der schwierigen Weltwirklichkeit Friede und Hoffnung gestellt. 

Schon 1971 träumte John Lennon im Lied „Imagine“ von einer friedlichen Gesellschaft ohne Grenzen, Krieg, fanatische Religionen oder materielle Gier. Und in seinen Abschiedsreden sagt Jesus im Johannesevangelium seinen engsten Freunden, seinen täglichen Begleitern, seiner Mutter etwas sehr Tröstliches:

 „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ - Was für ein Zuspruch!

Aber der Friede Gottes und die Hoffnung darauf will mehr sein als ein Friede und ein Leben nach dem Tod, wo ein Platz bei Gott bereitet ist. Dies soll nicht vertrösten. Bereits hier und heute kann er beginnen, der Friede.

Das wird auch im Gnadenbild sichtbar: in Form der Pietà hält Maria ihren toten Sohn im Arm. Ein Bild tiefsten Schmerzes – und zugleich tiefster Hoffnung. Viele Menschen können sich bei ihr wiederfinden: Trauernde, Leidende, Verzweifelte. Obwohl die Szene den Tod zeigt, wirkt Maria nicht nur traurig: Für sie und den Gläubigen schwingt die Hoffnung auf Auferstehung mit. Der Tod ist nicht das Ende. Christen haben Hoffnung über den Tod hinaus.

Der Blick auf die trauernde Maria will jeden Menschen ermutigen, den eigenen Blick nicht von den Menschen abzuwenden, die leiden, die trauern, die am Schmerz zerbrechen zu drohen. Darin liegt eine große Hoffnung: Bei jedem Menschen kann er beginnen, der Friede und das Herz erfüllen.

Eindringlich wurde im Anschluss der Katechese um Frieden und Hoffnung gebetet und gesungen.

Nach dem eucharistischen Segen und dem gemeinsamen „Segne du Maria“, durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Räumen des Klosters noch Kaffee und Kuchen genießen, bevor sie sich, erfüllt von Gebeten, Begegnungen und Gesprächen wieder auf den Heimweg zu den verschiedenen Orten der Diözese machten.

Wir danken allen, die in jeglicher Weise zum guten Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben.

Rita Sieber, Gemeindereferentin

Wir freuen uns auf eine WIEDERSEHEN am 10. oder 11.5.2027 in Dießen!
Hier noch ein Bericht der Augsburger Allgemeinen Land:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/nordendorf-die-wallfahrt-der-senioren-fuehrte-in-diesem-jahr-zum-kloster-wettenhausen-114234723?fbclid=IwY2xjawSCO6tleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeF7TLIY9S4WekOB0YeIxopE_CRda2NiAzCt-kxja_qDpUdHpOjgJGmRLpPlg_aem_wAOKPlYaCK5dmTsYmqkg8Q