Wallfahrt der Seniorenkreise

Unsere traditionelle Seniorenwallfahrt 2019 fand dieses Jahr zu einem eher „versteckten“ Marienwallfahrtsort statt. Die Wallfahrt zur „Muttergottes vom Berge Karmel“ ist tatsächlich gut versteckt: wenn man im Internet eine Kirche in Kirch-Siebnach sucht, findet man auf den ersten Blick nur den Hl. Georg als Patronatsträger. Betritt man jedoch dann diese Georgs-Kirche, so wird einem beim Blick auf Deckenfresken und Altar aber schnell klar, dass dies ein besonderer Marien-Pilgerort sein muss, denn der Hl. Georg ist nur als Nebenfigur am Hochaltar zu sehen.

„Versteckt“ aber auch, weil dieses Kleinod der Marienverehrung abseits der großen Verkehrswege liegt: Auf einer kleinen Erhöhung, nahe bei dem Ort Siebnach, am Rande der Stauden, nicht ganz leicht zu finden.

Auf Grund der großen Anmeldezahlen der vergangenen Jahre entschied unser Fachbereich dieses Jahr erstmals, die Wallfahrt auf drei Tage auszudehnen. Doch auch diese drei Tage waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Insgesamt 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Diözese haben sich schließlich auf den Weg zur „Maria auf dem Berge Karmel“ gemacht.

Die Geschichte der Kirche wurde vor dem Gottesdienste vom ehemaligen Kirchenpfleger, Herr Reiber, anschaulich erklärt. Er führt auch sonst interessierte Gruppen gerne durch die Kirche.

Im festlichen Gottesdienst sprachen P. Michael Darlyvilla OPraem und Diakon Robert Ischwang den Pilgern Mut zu, sich wie Maria für Jesus zu öffnen. Der Karmel steht dabei nicht nur als bibelgeschichtlicher Erfahrungsort des Propheten Elija für die Nähe Gottes oder als Siedlungsort von Karmelitern, wie Diakon Ischwang in seiner Predigt ausführte, sondern auch als Sinnbild für die kargen, dunklen Zeiten in unserem Leben. Der Berg Karmel in seiner Schroffheit und Unwirklichkeit will uns ermutigen, gerade in den schweren Zeiten unseres Lebens, Gott zu suchen. Dafür stehen auch berühmte Persönlichkeiten des Karmeliterordens wie z. B. die Hl. Teresia von Avila, der Hl. Johannes von Kreuz und die Hl. Teresia Benedikta vom Kreuz - Edith Stein. Maria vom Berge Karmel gibt uns die Kraft, unser Herz weit zu machen, damit dort Jesus Platz hat. Wenn er für uns dort spürbar ist, dann können wir anderen Menschen verzeihen, anderen helfen und voll Mut in die Zukunft sehen.

Nach dieser seelischen Stärkung ging es mit den Bussen in das Gemeindezentrum von Mittelneufnach. „Nicht nur die Seele braucht ihre Nahrung, sondern auch der Körper“. Musikalisch begleitet wurde das Mittagessen am ersten Tag von der Landsberger Musikgruppe. An allen drei Tagen erklärte Herr Wegener den Mittelneufnacher Besinnungsweg – ein weiterer Höhepunkt der Region, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Er bietet nicht nur reguläre Führungen auf dem Weg an (er ist teilweise auch mit Rollstuhl befahrbar), sondern auch z. B. Weinproben auf dem Weg oder Wanderungen bei Vollmond. Der Weg besitzt zwei Schleifen: Auf der einen liegt der Schwerpunkt darauf, seinen Platz  und seine Verantwortung in der Gemeinschaft zu überdenken, wobei der andere einem bei persönlichen Entscheidungsfindung helfen soll.

Gestärkt fuhr man dann wieder zurück in die Kirche. In einer feierlichen Maiandacht brachten Johanna Quis und Margaretha Wachter den Wallfahrerinnen und Wallfahrern zwei der vielen Aspekte Mariens näher: Einerseits, Maria vom Berg Karmel, die Anteil an der göttlichen Weisheit und Gnade hatte und für uns die Verbindung zwischen dem Irdischen und Göttlichen herstellt. Andrerseits aber auch die Frau, die wie alle Menschen, Ängste ausgestanden, wahrscheinlich Fragen gestellt und vielleicht manche Nacht wach gelegen hat - sowie auch wir, wenn die Sorgen zu viele werden. Trotz all dem setzte sie sich aber mutig für ihren Sohn auch über dessen Himmelfahrt hinaus ein. So wird sie für uns Maria, bei der wir Ruhe finden können. Nach dem eucharistischen Segen durch Diakon Ischwang und dem gemeinsamen „Segne du Maria“, machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerlich gestärkt wieder auf den Weg nach Hause.

Herzlichen Dank sagen wir an dieser Stelle auch allen denen, die in ihren Pfarrgemeinden und für Ihre Seniorenkreise diese Wallfahrt organisieren. Wir wissen, mit wie viel Aufwand dies verbunden ist. Aber für viele Senioren- und Seniorinnen ist es noch die einzige Möglichkeit, sich auf Wallfahrt zu begeben bzw. auch einmal wieder etwas Neues zu sehen.

„Vergelt‘s Gott“ auch dem Team der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Kirch-Siebnach, die uns drei Tage umsorgt und wesentlich zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben: Pater Michael Darlyvilla OPraem, Herr Anwander (Kirchenpfleger), Herr Reiber (Kirchenführer), Herr Wagner (Mesner), Frau Müller (Organistin), der Gastwirtschaft „Füchsle“ für die unkomplizierte Bereitstellung ihrer Toiletten und dem Ehepaar Zott und ihrem Team (Gastwirtschaft Adler in Mittelneufnach) für die kulinarischen Köstlichkeiten.

Margaretha Wachter

Öffnungszeiten Kirch-Siebnach: April bis Oktober Sonntag 14:00 Uhr – 16:00 Uhr und zu den Gottesdienstzeiten