Wallfahrt der Seniorenkreise

2023

Die Wallfahrt im nächsten Jahr findet am: 08. oder 09.05.2023 statt.

Der Ort wird noch bekanntgegeben. 

 

Bericht von der Seniorenwallfahrt 2./3.5.2022:

Bei herrlichem Frühlingswetter pilgerten am 2. und 3. Mai insgesamt 180 Seniorinnen und Senioren aus der gesamten Diözese Augsburg in die oberschwäbische Kreisstadt Mindelheim, um die Hauptkirche des Dekanats Mindelheim, St. Stephan, zu besuchen. Die Kirche steht innerhalb Mindelheims Altstadt in direkter Nähe zur Stadtmauer. Aus der gotischen Basilika aus dem Jahr 1409 entstand ab 1712 ein barocker Neubau von Schiff und Chor, dem im 19. Jahrhundert die Entbarockisierung und eine neuromanische Ausgestaltung des Raumes folgte, die im 20. Jahrhundert wieder entfernt wurden. Ältere Silberarbeiten der Seitenaltäre, Skulpturen und Gemälde fanden den Weg wieder zurück in die Kirche. Nach Renovierungen in den 60-er Jahren wurden in den Jahren 2012 und 2013 eine Innenrenovierung und Neugestaltung des Altarraums durchgeführt.

Beim Betreten der Kirche, einem pilastergegliederten Saalbau, fällt sofort die Helligkeit auf, die den Blick sofort auf das Hochaltarretabel von Erwin Holzbaur (1962) lenkt. Dieses moderne Werk, im unteren Teil dunkel gehalten, glänzt in Gold und vielen klaren Farben und fesselt das Auge auf wunderbare Weise.

Es tut dem Betrachter und Beter gut, dass die Ausstattung der Kirche zurückhaltend und schlicht gehalten ist.   

Bei der Begrüßung zum festlichen Wallfahrtsgottesdienst, der von Msgr. Dr. Ortwin Gebauer und Konzelebrant Pfarrer Edward Wastag aus Unterthingau zelebriert wurde, begrüßte der Leiter der Altenseelsorge, Diakon Robert Ischwang, die Wallfahrer. Er beschrieb die schwierige Zeit von Corona, die nun erst nach 3 Jahren eine Wallfahrt wieder zuließ. Er betonte, dass zwar noch viele fehlten und sich manche Seniorenkreise in den Pfarreien immer noch nicht treffen dürfen, aber auch viele sich nicht unterkriegen ließen und nun anreisten, sowie auch in den jeweiligen Heimatgemeinden ihr Ehrenamt wiederaufnahmen.

 

In seiner Predigt ging Diakon Ischwang darauf ein, dass die Seniorenwallfahrt für viele ein Höhepunkt jeden Jahres ist, das viel Freude bringt. Viele machen sich jedes Jahr auf, um an besonderen Orten ihre Anliegen vorzubringen und Impulse aus der Geschichte zu erhalten.

In diesem Jahr ist vieles ganz anders: nach der schweren Zeit von Corona, mit stark eingeschränkten Kontakten, mit viel Mühe auch, um Kontakte nicht abreißen zu lassen, mit einem schlimmen Herbst 2020 mit vielen Verstorbenen in den Einrichtungen, meinte man, das Schlimmste nun überstanden zu haben.“ 

Dann kam der 24. Februar 2022! Russland marschierte in der Ukraine ein! Der Lesungstext des Gottesdienstes, die Bilder aus der Apokalypse, die in der Offenbarung des Johannes beschrieben werden, bilden die Grausamkeit des Krieges ab. Ebenso stellte Diakon Ischwang eine Verbindung zum Evangelium her: Wie bei der Hochzeit zu Kanaa der Wein, so geht auch heute vieles aus: von Speiseöl und Haferflocken, bis zu Rohstoffen und Erdgas. Und heute: Was steht uns noch bevor? So wie es einmal war, wird es vielleicht nicht mehr werden.

Diakon Ischwang forderte die Wallfahrer auf, mit ihm die Ikone der Gottesmutter von Wladimir zu betrachten. Das Bild führt nach Kiew, wo es aus Konstantinopel kommend, erstmals verehrt wurde. Über Wladimir gelangte das Gnadenbild im 14. Jahrhundert nach Moskau, wo es zur meistverehrten Ikone Moskaus wurde. Immer wenn es schlimm stand, beteten die Menschen zur Gottesmutter.

Die Ikone ist ein sehr passendes Bild zum momentanen Leid vieler Menschen.  Es ist nicht das Bild der Herrscherin und Königin, sondern das der leidenden Mutter, die weiß, was kommen wird.

Die Mitleidende, die Erbarmende, die „Eleusa“ schaut auf alles Dunkle und nimmt Not und Elend in den Blick. Maria lässt sich vom Leid bewegen – und Menschen lassen sich von der Situation in der Ukraine bewegen – und handeln. So geschieht Mitgefühl und Erbarmen am Platz der Menschen, an den sie gestellt sind.

Im Anschluss an den Wallfahrtsgottesdienst gab es für die Teilnehmer ein gutes gemeinsames Mittagessen im Forum in Mindelheim. Nach einer kurzen Freizeit ging es wieder in die Kirche.

In den Mittelpunkt der festlichen Maiandacht hatte das Team der Altenseelsorge das „Magnificat“ gestellt. Nach dem Originaltext aus der Bibel, wurde gemeinsam eine moderne Fassung gebetet, danach sogar in einem schwungvollen Kanon „Lobe den Herrn meine Seele…“ intoniert. Das Lied entpuppte sich als echten Ohrwurm, der bewegt von allen gesungen wurde und bestimmt auch noch auf der Heimfahrt nachklang.
Nach dem eucharistischen Segen und dem gemeinsamen „Segne du Maria“, machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfüllt von Gebeten, Begegnungen und Gesprächen wieder auf den Heimweg zu den verschiedenen Orten der Diözese.

Wir danken allen, die in jeglicher Weise zum tollen Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben.

Rita Sieber, Gemeindereferentin