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Bericht von den Besinnungstagen - Advent in Augsburg

20.12.2022 11:53

„Propheten und Prophetinnen“

intensive Besinnungstage „Advent in Augsburg“ 2022

Unter dem Motto „Propheten“ trafen sich vom 28. bis 30. November - nach zwei Pandemiejahren, in denen keine Besinnungstage stattfinden konnten, wieder Engagierte aus der Seniorenarbeit im Haus St. Ulrich zum „Advent in Augsburg“. Mit sehr viel Herzblut vorbereitet und ausgerichtet werden diese Tage vom gesamten Team der Altenseelsorge.   

Schon in der Ankommensrunde ging es prophetisch zu, vier aktuelle „Aufreger“ wie setzte das Team kontrovers in Szene: der Krieg in der Ukraine, die Klimakleber, die Doppelmoral in der Kirche und die korrupte Rolle der FIFA bei den Fußballweltmeisterschaften. Meldungen, die mittlerweile unerträglich geworden sind und die Menschen belasten. „Wer will das noch hören …?!“. Über die lebhafte Diskussion und die zahlreichen eigenen Beiträge der Teilnehmerinnen geriet die Vorstellungsrunde dann ganz in Vergessenheit.

Sich über Missstände aufzuregen, darauf aufmerksam zu machen, ist uns mit der Salbung mit Chrisam bei der Taufe als ein Teil des Prophetischen gleichsam auf die Stirn geschrieben worden: Du bist gerufen als Prophetin und Prophet, selbst wenn das im christlichen Leben von heute nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint.

Orientieren können wir uns auch heute noch am Beispiel der biblischen Propheten und Propheten. Intensiv beschäftigten sich die Teilnehmerinnen in Gruppen am Beispiel von Prophetenbildern mit jeweils einem Lebenslauf bzw. der jeweiligen Botschaft „ihres“ Bildes.

Die abendliche Besinnung in der Hauskapelle unter dem Titel „Jeremia hoch Drei“ öffnete den Blick auf das Leben und die Verkündigung des großen alttestamentlichen jüdischen Propheten auf dreifache Weise: mir dem Text aus der Bibel, der ersten Sinfonie des Juden und Komponisten Leonard Bernstein „Jeremiah“ und dem gleichnamigen Bild des großen deutsch-jüdischen Malers Lesser Ury. Diakon Robert Ischwang zeichnete die weite Lebensreise des Propheten nach: Vom Auftrag zu warnen und zu drohen („ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen“) über die Klage bis zum Mitleid und einer Religion des Herzens.

Am Dienstag ging es nach einer Aufwachübung weiter mit Workshops, die von allen Teilnehmerinnen im Wechsel besucht werden konnten: „Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor…“ (Rita Sieber) und „Was soll am Ende der Welt anders werden – Prophetische Verheißung für heute“ (Vincent Semenou).

Der Nachmittag stand wie jedes Jahr zur freien Verfügung. Wer wollte, konnte sich bei einer besonderen Domführung über die wunderschönen Prophetenfenster im Dom informieren, die die alttestamentlichen Propheten Jona, Daniel, Hosea, David und Moses als frontale Standfiguren darstellen. Die über 900 Jahre alten Fenster haben bis heute nicht an ihrer Strahlkraft verloren und werfen, gerade bei Sonnenschein, ein wunderbares Licht zurück.

Das absolute Highlight der Besinnungstage war der Adventliche Abend. Bei wunderbarer Musik der Gruppe „Saitenpfiff“ unter der Leitung von Monika Gritsch war es nicht schwer in die richtige adventliche Stimmung zu kommen. Bei Kerzenschein konnte die Teilnehmerinnen mitgebrachte Texte, Geschichten und Impulse vortragen. Anschließend wurde noch lange bei einem guten Gläschen Wein miteinander gesprochen und gelacht.

Am Mittwochvormittag stellte Margaretha Wachter einen ganz anderen Propheten, nämlich die Möwe Jonathan nach einer Erzählung von Richard Bach vor. Sie machte Mut nicht immer so zu sein wie alle anderen, sondern auch den Mut zu haben, seinen Lebenstraum zu leben und damit zum Segen für andere zu werden.

Danach wurde es kreativ. Martina Vizethum und Margaretha Wachter zeigten den Frauen wie sie nachhaltig aus Teebeutelverpackungen wunderbare Sterne basteln können. Die Frauen waren total begeistert.

Mit einem Wortgottesdienst in der Hauskapelle des Hauses St. Ulrich und einem gemeinsamen Mittagessen gingen die Besinnungstage zu Ende. Die Frauen waren sich einig: „Da möchte ich das nächste Mal wieder dabei sein!“

 

Rita Sieber, Maria Hierl, Robert Ischwang