Beispiel für den Ablauf einer Kinderkirchen-Liturgie

Gleichnis vom barmherzigen Samariter(Lukas – Evangelium 10,25-37)Kinderkirche am 19. Juni 2005

B:

Klangschale

Lied:

„Es läuten alle Glocken..“

K:

Begrüßung: Altar mit Bibel, Kerze, Blumen schmücken. Kreuzzeichen

K: B:

Hinführung: Helfen
– Erwachsene helfen Kindern
– Große den Kleinen
– Heilige, die uns vom Helfen erzählen
– Kinder helfen Kindern
– ...

K:

Bibel vom Kreuz bringen lassen. Wir hören heute das Gleichnis vom barmherzigen Samariter aus der Bibel.
Dazu bauen wir erst einmal zusammen in der Mitte den Ort auf, an welchem sich die Geschichte zugetragen hat. Auf der einen Seite bauen wir die Stadt Jerusalem auf. Es ist eine besondere Stadt. Deshalb bauen wir große Häuser auf. (Kinder legen große Häuser zum Kreis) In der Stadt Jerusalem ist Jesus gewesen. ( Ein Kind darf die Jesuskerze in die Mitte der Stadt legen)
Und dann war da der Ort Jericho. Er war kleiner als die Stadt Jerusalem. Wir bauen die Häuser des Ortes Jericho auf die andere Seite unseres Bodens (die Kinder legen kleine Häuser zu einem Kreis auf der anderen Seite der Mittelfläche).
Von Jerusalem führte ein Weg nach Jericho. (die Kinder legen den Weg mit braunen Tüchern)
Einmal erzählte Jesus folgende Geschichte:
Es war einmal ein Mann, der von Jerusalem in den Ort Jericho ging. Der Weg zwischen Jerusalem und Jericho war schön. Es blühten Blumen am Wegesrand (die Kinder dürfen bunte Blumen legen). Allerdings war der Weg auch gefährlich. Links und rechts neben dem Weg gab es hohe Berge und tiefe Täler (Die Kinder bauen aus schwarzen und braunen Tüchern dunkle Berge und legen Dornen auf den Weg) Der Weg war aber besonders gefährlich, weil sich hinter den Bergen Räuber versteckten. Sie lauerten Reisenden auf, um sie dann zu überfallen. (Wer möchte denn ein Räuber sein? Rasseln werden an Kinder verteilt) Der Mann von dem Jesus erzählte, ging also eines Tages den Weg von Jerusalem nach Jericho und ahnte nichts Böses. Da plötzlich sprangen hinter den Bergen und Büschen Räuber hervor. (Kinder dürfen jetzt wild rasseln) Sie stürzten sich auf den Mann. Schlugen ihn nieder. ( Rotes Tuch auf den Weg) Brachen seine Koffer auf. Nahmen alles Geld auf dem Koffer und verschwanden. (Die Kinder geben die Rasseln wieder her) Der Mann lag da. Blutend voller Wunden und ganz hilflos. Ganz allein lag er da im Strassengraben. Stille.

Plötzlich hört er etwas: (Schläge auf den Klanghölzern, erst leise dann lauter) Da ist jemand, jemand der näher kommt.(Holzschläge still) Ja , jemand ist gekommen! Es ist ein Priester. Er bleibt bei dem Verwundeten stehen; er sieht den Mann am Boden liegen. Doch der Priester dreht sich um und geht weiter. (Schläge auf Klanghölzern gehen weg)
Sein Herz ist kalt und hart. Wie kann er den armen Mann einfach so liegen lassen. (Als Zeichen legen wir einen Stein neben den Mann).

Jetzt liegt der Mann wieder allein am Straßenrand.
Doch da ist nochmals etwas zu hören..(Schläge auf Klanghölzern, erst leise dann lauter) Nochmals kommt jemand vorbei. (Die Schläge hören plötzlich auf) Auch er bleibt stehen. Es ist ein Levit, ein Mann, der ebenso wie der Priester im Tempel zu Jerusalem arbeitet. Der Levit sieht den blutenden Mann am Boden liegen. Doch er dreht sich um und geht weiter (Klanghölzer leiser werden). Auch sein Herz ist hart und kalt. (als Zeichen legen wir noch einen Stein neben den Mann)

Dem verwundeten Mann geht es immer schlechter. Ihm wird schwarz vor Augen. Stille. Doch da, da ist doch wieder etwas! (Zarte Schläge auf Trommel mit Schellenkranz erst ganz leise, dann stärker werdend, plötzlich aufhörend) Man hört die Hufe eines Tieres. Ein Esel kommt näher. Auf ihm sitzt ein Mann aus Samaria, ein Samariter also, ein Fremder. Samariter wurden von den Israeliten gemieden und gar nicht gemocht. Sie sprachen nicht mit ihnen. Der Samariter ritt bis zu dem verwundeten Mann.Und dann zog er an den Zügeln. Der Esel blieb neben dem Verwundeten stehen. Der Samariter sieht den Mann am Boden. Und er hat Mitleid mit ihm. Schnell steigt er vom Esel. Er geht auf den Verwundeten zu, er beugt sich über ihn. Der Samariter streichelt den Verwundeten, dann verbindet er ihm die Wunden. Wie gut dass der Samariter kam! Wie gut dass der Samariter ein Herz hatte für den armen verletzten Mann am Boden! Der Samariter war ein wirklicher „Lichtblick“ auf diesem dunklen Weg (Als Zeichen zünden wir ein Teelicht an der Jesuskerze an und stellen sie neben den Mann auf den Weg)

Schließlich hob der Samariter den Mann auf den Esel. Auf dem Weg nach Jericho gab es eine Herberge, ein sicheres Haus. (Wir legen ein Haus an den Weg) Dorthin brachte der Samariter den Verwundeten. (wir legen das rote Tuch in das Haus) Der Samariter gab dem Wirt des Hauses noch Geld, damit der Wirt den Mann versorgte. In der Herberge war ein Bett für den Verwundeten. Hier wurde er von dem Wirt gesund gepflegt. (wir stellen das Teelicht vom Weg in das Haus neben das rote Tuch).

B:

Diese Geschichte erzählte Jesus. Wer hat denn von den drei Männern richtig gehandelt? Der Samariter hat geholfen. Obwohl er ja eigentlich gar nicht gemocht wurde. Trotzdem war er so lieb und hat geholfen. Er hätte ja auch denken können: Dir helfe ich nicht, Du verachtest mich weil ich aus Samarien komme, warum soll ich dann zu dir nett sein. Aber der Samariter hat nicht so gedacht. Er hatte ein liebes Herz. Er wollte helfen. Er war ein wahrer Lichtblick für den armen Verwundeten.

Wir singen deshalb jetzt ein Lied, das heißt: „Mache dich auf und werde Licht“

Fürbitten:

-Lass uns helfen, wenn wir gebraucht werden
-Viele Menschen sind einsam und alleine. Schick ihnen Menschen, die ihre Freunde werden.
-Schenk uns ein Herz, das spürt, wenn ein anderer unser Hilfe braucht
-Lass uns behutsam mit unserer schönen Natur umgehen.

Gebet:

Jesus, Du hast gesagt: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Öffne unsere Augen, Ohren und Herzen für alle, die jetzt gerade Hilfe brauchen.
Du aber schenke ihnen neue Kraft, damit sie durchhalten auf dem Weg zu dir, der Du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen.

K:

Vater Unser

K:

Segen: es segne uns, der Vater der Sohn und der Heilige Geist Amen.

Abschlusslied: (Melodie „Spanger langer Hansel“)
Wege gehen, Wege gehen wir tagaus tagein.
Lieber Gott begleite uns, lass uns nicht allein,
Geh mit uns auf Schritt und Tritt. Und bei Tag und Nacht.
Guter Gott beschütze uns, und gib auf uns Acht.