St. Stephan

Foto: Pfr. Werner Pfundstein

Wenn man auf der B 2 von Süden Richtung Augsburg fährt, kann man nach Mering schon von weitem den mächtigen Turm der Kissinger St. Stephanskirche sehen. Sie ist die Pfarrkirche der Gemeinde Kissing.

 

Baugeschichte

In ihrer Grundsubstanz geht das heutige Gotteshaus in die Zeit um das Jahr 1200 zurück. Die zu dieser Zeit noch recht kleine romanische Kirche wurde nach ihrer Zerstörung um 1400 im gotischen Stil wieder aufgebaut. Zu dieser Zeit hatte die Kirche noch die Funktion einer Wehrkirche, in die sich Mensch und Tier in Zeiten der Gefahr zurückziehen konnten.

1723 – während der Zeit der jesuitischen Hofmark – wurde die Kirche barockisiert und nach Westen verlängert. Der Turm musste 1750 wegen Baufälligkeit teilweise abgetragen werden und wurde nun neu – mit Satteldach – wieder aufgebaut.

Bei einer „Purifizierung“ in den 1960er Jahren wurden Einrichtungsgegenstände teils entfernt, teils neu gefasst, der Stuck gereinigt und mit neuer Farbigkeit versehen, die alten Fresken durch neue ersetzt.

 

Innenraum

Der barocke Hauptaltar mit seiner viersäuligen Anlage (1658) und dem feuervergoldeten Tabernakel (1837) bildet den Blickfang dieses Gotteshauses. Das dominierende Altarbild (1893) von Sebastian Staudhammer stellt den hl. Stephanus dar, der wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus um das Jahr 36 n. Chr. zur Steinigung verurteilt wurde.

Die beiden Seitenaltäre sind zum einen der Gottesmutter Maria, zum anderen dem hl. Sebastian geweiht.

Die Stuckatur (1725) stammt von Matthias Lotter. Die Decken-Fresken (1973) mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte hat der Augsburger Kunstmaler Severin Walter,  das Letzte Abendmahl an der Emporenbrüstung der Augsburger Kunstmaler Hermenegild Peiker neu gemalt.

Beachtenswert sind noch die viel beachtete Anna Selbdritt (um 1700) in der Südwand des Chores, die zwölf Apostel (1730) des Friedberger Bildhauers Bartholomäus Öberle und die reich verzierte Kanzel (17. Jh.) mit ihrem ausladenden, polygonalen Corpus, in den die vier Evangelisten eingelassen sind.

Kostbarstes Ausstattungsstück der Kirche ist der romanische Taufstein (12.Jh.), eine der bedeutendsten romanischen Steinmetzarbeiten dieser Art in Südbayern. In das kelchförmige Becken sind in ganz flachen Reliefs die vier Evangelistensymbole: Adler für Johannes, Stier für Lukas, Löwe für Markus und Engel für Matthäus eingearbeitet.

Das Geläute mit den vier neuen Glocken (2008) stammt aus der Glockengießerei des Klosters Maria Laach.

Ausführlichere Informationen sind dem „Kirchenführer“ zu entnehmen, der in allen Kissinger Kirchen ausliegt.

Text: Hanns Merkl

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