Trauer und Bestattung

Erntedank

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; Kohelet 3,1-2,4

Alles hat seine Stunde, auch das Sterben und Weinen. Der Verlust eines lieben Verwandten oder eines treuen Freundes macht traurig. Nach einer gewissen Zeit verwandeln sich das unbeschreibliche Leid und die Hilflosigkeit in Wut. Nach einer gewissen Zeit überwiegen dann die guten Erinnerungen an den Verstorbenen. Die Zeiten des Gedächtnisses werden zwar immer weniger und kürzer, aber sie werden nie ganz entfallen. Es genügt oft, wenn sie ein bestimmtes Wort, einen Satz hören, wenn sie einen bestimmten Ort aufsuchen, ein bestimmtes Bild oder einen Gegenstand sehen oder eine Situation noch einmal durchleben.

Der trauernde Mensch will lieben. Er will den verstorbenen Ehepartner (die verstorbene Ehepartnerin) oder sein verstorbenes Kind lieben. Nichts und niemand kann dies abfangen oder gar verhindern. Der Trauernde setzt seine ganze Kreativität ein, um diesen Mensch weiter zu lieben. Für ihn ist der Verstorbene da, obwohl man ihn nicht mehr sieht. Er ist in seinen Träumen, in seinen Gefühlen und in seinen Gedanken. Also, auf einer andern Ebene des Lebens. Dies ist Auferstehung.

In unserem Glauben ist uns die Auferstehung von den Toten, dass wir ganz bei Gott sein werden, verheißen.

 

Allgemeines Bestattungsverständnis

Nach neuerem liturgiewissenschaftlichem Verständnis ist das christliche Begräbnis (Erdbestattung) der Abschluss eines christlichen, österlichen Weges, der mit der Taufe begonnen hat. Besondere Verehrung wird daher dem Leib eines Verstorbenen gewährt, der zu Lebzeiten Tempel des Heiligen Geistes war. Mit unserem Leib erwarten wir die Auferstehung von den Toten.

Durch die Bischofskonferenz wird nachdrücklich empfohlen, dass ein Sarg in Anwesenheit der Trauergemeinde ins Grab hinabgelassen wird. So werden der letzte Gang und der Ritus der Wirklichkeit des Abschiedes sinnfällig gemacht. Die Schaufel Erde, die auch die Angehörigen auf den Sarg werfen sollten, ist der Beginn der endgültigen Zuschüttung des Grabes und verdeutlicht diesen nicht mehr umkehrbaren Zustand und die endgültige Verabschiedung. Dies gibt nach überwundener Trauerarbeit Trost mit der Gewissheit: „Hier ruht unser geliebter Verstorbene“.

 

Bestattungsformen in Kissing

Aus dem oben dargestellten Verständnis heraus, wird in Kissing eine leicht unterschiedliche Art und Weise der Bestattung praktiziert.

Die letzte liturgische Verehrung gilt dem Leichnam, der zu Lebzeiten wie es im Bestattungstext heißt: „Tempel des Heiligen Geistes“ war. So sind besondere Zeichen dieser Verehrung das Weihwasser und der Weihrauch. Bei der Erdbestattung werden diese Zeichen am Grab gegeben, im Falle einer Verbrennung bei der Aussegnungsfeier vor der Verbrennung.

Nach der Verbrennung ist die Asche „nur“ noch Materie der Vergänglichkeit, das heißt es hat die gleiche Bedeutung wie die Erde, in die der Leichnam übergegangen ist. „Mein Gott, lass sie dahinwirbeln wie Staub, wie Spreu vor dem Wind!“ (Ps 83,4) Aus diesem Grunde ist die Bestattungsform einer Urne ohne Aussegnung sehr einfach und ohne besondere Riten.

 

Hinweise:
  • Der erste Ansprechpartner im Trauerfall ist ein Bestattungsinstitut Ihrer Wahl. Von dort erfolgt die terminliche Abstimmung mit dem Pfarramt.
  • Vor der Trauerfeier findet ein Trauergespräch statt. Sobald Ihr Pfarrer bzw. das Pfarramt vom Sterbefall benachrichtigt wurde, vereinbart er einen Termin für das Trauergespräch mit Ihnen.
  • Im Trauergespräch gibt es Gelegenheit, das Leben des/ der Gestorbenen noch einmal zu bedenken und genug Zeit, Ihren Kummer und Ihre Sorgen auszusprechen. Hier besprechen Sie auch gemeinsam mit dem Pfarrer den Ablauf der Trauerfeier. Er versucht hierbei Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Der Pfarrer sucht dann ein Bibelwort für die Traueransprache aus, das das Leben des/der Verstorbenen beleuchten soll. Manchmal gibt es einen Taufspruch, Firm- oder Trauspruch; es wäre schön, wenn Sie diesen dann bereithalten.
  • Für viele Hinterbliebene und Trauernde ist es ein zusätzlicher Schock, im Nachhinein zu erfahren, dass ihr Angehöriger aus der Kirche ausgetreten war. Der Austritt aus der Kirche bedeutet eine eindeutige Willenserklärung, nach der die betroffene Person nichts mehr mit der Institution Kirche zu tun haben möchte. Es wäre also ein Handeln gegen diesen Willen, würde die Kirche durch einen hauptamtlichen Seelsorger bei der Bestattung aktiv teilnehmen.

 

Kirchliche Trauerbegleitung:

Trauertelefon: 0821/3497349

jeden Mittwoch von 19.00 - 22.00 Uhr