Reihe „Kirche und Gesellschaft“

Heft über Folgen der Coronakrise

23.04.2021 08:25

In der Reihe „Kirche und Gesellschaft“ ist vor kurzem ein Heft über die Coronakrise erschienen. Der Bochumer Sozialethiker Joachim Wiemeyer beleuchtet darin nicht nur deren Folgen für die Weltwirtschaft, er denkt auch über Konsequenzen nach, die sich aus der Pandemie für ökologische Fragen ergeben könnten.

Die Reihe „Kirche und Gesellschaft“, herausgegeben von der KSZ (Grafik: KSZ)

In dem 16-seitigen Beitrag beschreibt Wiemeyer, Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, zunächst verschiedene Probleme der „Hyperglobalisierung“. So dringe „die wachsende Zahl der Menschen immer tiefer in bisher weitgehend naturbelassene Gebiete (Regenwälder) vor“ (S. 4). Er nennt dabei auch das unkontrollierte Wachstum von Megacities.

Mit Blick auf die Folgen der Pandemie benennt er zudem verschiedene Grundbedingungen eines menschen- und schöpfungsgerechten Wirtschaftens. Dabei kommt er auch auf die für ihn zentrale Frage der Verteilungsgerechtigkeit zu sprechen: „Ausgewogenere Verteilungen könnten leichter zu einer gemeinsamen Konsensbildung über die Relevanz, Bedeutung und Instrumente für Klima- und Umweltschutz führen“ (S. 10), so Wiemeyer.

Hinauslaufen könnte die Pandemie, so klingt es in dem Heft schließlich an, auf eine „partielle ökonomische Deglobalisierung“ (S. 14). Eine solche erscheint Professor Wiemeyer nicht nur realpolitisch wahrscheinlich, sondern entsprechend der demokratischen Selbstbestimmung in Nationalstaaten und im Sinne des Subsidiaritätsprinzips der kirchlichen Soziallehre als legitim.

Damit ist für den Autor auch die Hoffnung auf eine „Atempause“ für Umwelt und Klima verbunden: Durch das temporäre Runterschrauben weltweiter Verkehrsströme könnten in der internationalen Klima- und Umweltpolitik erfolgreichere Ansätze internationaler Kooperation Raum gewinnen, schreibt er. (Text: Karl-Georg Michel)

Joachim Wiemeyer, Die Weltwirtschaft nach der Coronakrise. Anmerkungen aus wirtschaftsethischer Sicht (=Kirche und Gesellschaft, Nr. 477)

Zu beziehen bei der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) oder auch in digitaler Form bzw. als PDF-Datei auf deren Homepage.