Grundlegendes
Papst Franziskus hat mit der Enzyklika "Laudato si" Maßstäbe gesetzt. Er konnte dabei auf seine Vorgänger Benedikt XVI. und Johannes Paul II. zurückgreifen. Auch von unserem Bischof Bertram und der Deutschen Bischofskonferenz gibt es grundlegende Texte für einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung. Diese Übersicht versteht sich als Anregung. Sie ist nicht vollständig. Aber sie kann Ihnen dazu dienen, sich schnell einen Überblick zu verschaffen.
Dokumente der Päpste
Papst Franziskus
Laudate Deum: Apostolisches Schreiben über die Klimakrise (4. Oktober 2023)
Dazu gibt es vom Vatikan auch ein kurzes Video auf YouTube und einen erklärenden Text des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Bischof Bertram hat dieses neuerliche Schreiben begrüßt und an unsere Verantwortung für die Schöpfung erinnert.
Laudato sì': Enzyklika über die Sorge um das gemeinsame Haus (24. Mai 2015)
Artikelserie in der Katholischen SonntagsZeitung zum 10-jährigen Jubiläum der Enzyklika
Fratelli tutti: Enzyklika über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft (3. Oktober 2020)
Wichtige Impulse finden sich auch bei den Botschaften anlässlich des Weltgebetstages für die Bewahrung der Schöpfung.
Benedikt XVI.
In „laudato si“ bezieht sich Papst Franziskus mehrmals auf Texte von Benedikt XVI. Hervorzuheben ist vor allem:
Caritas in veritate: Enzyklika über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit (29. Juni 2009)
Auch auf die Ansprache von Benedikt XVI. im Berliner Reichstagsgebäude anlässlich seines Besuchs im Deutschen Bundestag (22. September 2011) greift Franziskus in „laudato si“ zurück.
Johannes Paul II.
Stellvertretend für die zahlreichen Dokumente, in denen sich der heilige Johannes Paul II. mit Fragen der Umwelt und der Schöpfung befasst, sei hier genannt:
Centesimus annus: Enzyklika zum hundertsten Jahrestag von Rerum Novarum (1. Mai 1991)
Bischof Bertram: „Schöpfungslobbyisten, nicht Klimaaktivisten"
Bischof Dr. Bertram Meier hat gleich sein erstes Hirtenwort als unser Diözesanbischof der Schöpfungsverantwortung gewidmet. Es lautete: "Schöpfung bewahren - Umwelt schützen" (4. Oktober 2020)
Auch in seinem Hirtenwort „Geschwisterlichkeit schafft Einheit“ (Aschermittwoch 2023) zur Fastenzeit 2023 hat er noch einmal ausdrücklich Bezug zur christlichen Schöpfungsverantwortung genommen. „Im Schrei der Armen und im Seufzen der Schöpfung hören wir die Stimme Gottes“, schrieb er darin.
Darüber hinaus hat Bischof Bertram bei verschiedenen anderen Anlässen betont, wie wichtig ihm unser gemeinsames Haus, die Erde, ist:
Während eines Rosenkranzgebets aus der Bischöflichen Hauskapelle hat er sich am 3. Oktober 2020 in einer Statio Fragen unseres Umgangs mit der Schöpfung gewidmet. Sie liegt in digitaler Form bei YouTube vor (Beginn ab 02:50).
Im Advent 2020 hat er diese Thematik während Katechesen im Hohen Dom zu Augsburg vertieft:
Der Schöpfer wird Mensch. Adventskatechesen 2020 (Augsburger Schriftenreihe, Heft 65), Augsburg. Das Heft kann beim Sankt Ulrich Verlag bezogen werden.
Weiter ausgeführt hat Bischof Bertram dies zudem bei verschiedenen Gottesdiensten. Anlässlich des Internationalen Tages der Schöpfung rief er Anfang September 2021 zu einem ehrlichen Umgang mit der Klimakrise auf. „Ein sinnvoller Weg in die Zukunft führt nur über die Bewahrung der Schöpfung“, sagte er während eines Gottesdienstes der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Lindau am Bodensee. Dazu gehöre, den Menschen als Krone der Schöpfung zu würdigen, ergänzte er. „Daraus folgt, dass die Würde des Menschen unantastbar und damit zu schützen ist – von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.“ Der Schutz des menschlichen Lebens dürfe uns aber nicht vergessen lassen, dass die ganze Schöpfung wie eine Familie sei und dass wir verschwistert mit allem seien, was lebe.
Im Oktober 2021 äußerte er sich im Rahmen der Klimaaktionswoche im Ostallgäu zur christlichen Schöpfungsverantwortung. „Christen sind weniger Klimaaktivisten, sondern Schöpfungslobbyisten“, richtete er sich an die Besucher eines Familiengottesdienstes in Füssen. Unser Engagement entspringe nicht einem politischen Programm, sondern unserer Quelle in der Heiligen Schrift.
Wie sehr ihm dabei auch der Bezug zur Lebensrealität der Menschen wichtig ist, verdeutlichte er im Herbst 2021 bei einem Gottesdienst in einem Bauernhof in der Nähe von Kaufbeuren. Er würdigte dabei das Wirken der Bäuerlichen Familienberatung im Bistum Augsburg und nahm bei einem Hofrundgang richtigen „Stallgeruch“ auf.
Als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz hat er im April 2023 während einer Reise nach Indonesien Menschen getroffen, die auf der Insel Flores in besonderer Weise vom Klimawandel betroffen sind.
Im Oktober 2023 äußerte sich Bischof Bertram zum Apostolischen Schreiben "Laudate Deum" von Papst Franziskus. Es „unterstreicht die Dramatik der heutigen Situation“, so der Bischof. „Wir haben den Auftrag, alles dafür zu tun, die Schöpfung als Garten Gottes zu bewahren und zu verhindern, dass sie zur Müllhalde wird.“
Deutsche Bischofskonferenz
Auch auf überdiözesaner Ebene gibt es verschiedene Grundlagentexte. Sie sind auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz in einem eigenen Bereich "Klima und Umwelt" zusammengefast:
Eigens hinweisen möchten wir Sie auf folgende Dokumente:
Die Deutschen Bischöfe: 10 Thesen zum Klimaschutz. Ein Diskussionsbeitrag (2019)
Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag. Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen (2018)
Wie sozial-ökologische Transformation gelingen kann. Eine interdisziplinäre Studie im Rahmen des Dialogprojektes zum weltkirchlichen Beitrag der katholischen Kirche für eine sozial-ökologische Transformation im Lichte von Laudato si’“ (2021)
Unser Einsatz für die Zukunft der Schöpfung – Klima- und Umweltschutzbericht 2021 der Deutschen Bischofskonferenz (2021)
Wichtig ist auch eine Pressemitteilung vom 14.05.2021, in der Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), der in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen zuständig ist, die Verantwortung der Kirche gegenüber den bereits geborenen und nicht geborenen Generationen betont hat. Er nahm dabei Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021.