Grundlegendes

Papst Franziskus hat mit der Enzyklika "Laudato si" Maßstäbe gesetzt. Er konnte dabei auf seine Vorgänger Benedikt XVI. und Johannes Paul II. zurückgreifen. Auch von unserem Bischof Bertram und der Deutschen Bischofskonferenz gibt es grundlegende Texte für einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung. Diese Übersicht versteht sich als Anregung. Sie ist nicht vollständig. Aber sie kann Ihnen dazu dienen, sich schnell einen Überblick zu verschaffen.

 

Blick von den Vatikanischen Gärten auf den Petersdom. Diese Gartenanlage mit Pflanzen aus aller Welt reicht bis ins Mittelalter zurück (Foto: Donata Demartin)

Dokumente der Päpste

Papst Franziskus

Laudato si: Enzyklika über die Sorge um das gemeinsame Haus (24. Mai 2015)

Fratelli tutti: Enzyklika über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft (3. Oktober 2020)

 

Benedikt XVI.

In „laudato si“ bezieht sich Papst Franziskus mehrmals auf Texte von Benedikt XVI. Hervorzuheben ist vor allem:

Caritas in veritate: Enzyklika über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit (29. Juni 2009)

Auch auf die Ansprache von Benedikt XVI. im Berliner Reichstagsgebäude anlässlich seines Besuchs im Deutschen Bundestag (22. September 2011) greift Franziskus in „laudato si“ zurück.

 

Johannes Paul II.

Stellvertretend für die zahlreichen Dokumente, in denen sich der heilige Johannes Paul II. mit Fragen der Umwelt und der Schöpfung befasst, sei hier genannt:

Centesimus annus: Enzyklika zum hundertsten Jahrestag von Rerum Novarum (1. Mai 1991)

 

Bischof Bertram: „Schöpfungslobbyisten, nicht Klimaaktivisten"

Bischof Dr. Bertram Meier hat gleich sein erstes Hirtenwort als unser Diözesanbischof der Schöpfungsverantwortung gewidmet. Es lautete: "Schöpfung bewahren - Umwelt schützen" (4. Oktober 2020)

Auch während eines Rosenkranzgebets aus der Bischöflichen Hauskapelle hat sich Bischof Bertram am 3. Oktober 2020 in einer Statio Fragen unseres Umgangs mit der Schöpfung gewidmet. Sie liegt in digitaler Form bei YouTube vor (Beginn ab 02:50).

Im Advent 2020 hat er diese Thematik während Katechesen im Hohen Dom zu Augsburg vertieft:

Der Schöpfer wird Mensch. Adventskatechesen 2020 (Augsburger Schriftenreihe, Heft 65), Augsburg. Das Heft kann beim Sankt Ulrich Verlag bezogen werden. 

Weiter ausgeführt hat Bischof Bertram dies zudem bei verschiedenen Gottesdiensten. Anlässlich des Internationalen Tages der Schöpfung rief er Anfang September 2021 zu einem ehrlichen Umgang mit der Klimakrise auf. „Ein sinnvoller Weg in die Zukunft führt nur über die Bewahrung der Schöpfung“, sagte er während eines Gottesdienstes der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Lindau am Bodensee. Dazu gehöre, den Menschen als Krone der Schöpfung zu würdigen, ergänzte er. „Daraus folgt, dass die Würde des Menschen unantastbar und damit zu schützen ist – von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.“ Der Schutz des menschlichen Lebens dürfe uns aber nicht vergessen lassen, dass die ganze Schöpfung wie eine Familie sei und dass wir verschwistert mit allem seien, was lebe.

Im Oktober 2021 äußerte er sich im Rahmen der Klimaaktionswoche im Ostallgäu zur christlichen Schöpfungsverantwortung. „Christen sind weniger Klimaaktivisten, sondern Schöpfungslobbyisten“, richtete er sich an die Besucher eines Familiengottesdienstes in Füssen. Unser Engagement entspringe nicht einem politischen Programm, sondern unserer Quelle in der Heiligen Schrift.

Wie sehr ihm dabei auch der Bezug zur Lebensrealität der Menschen wichtig ist, verdeutlichte er im Herbst 2021 bei einem Gottesdienst in einem Bauernhof in der Nähe von Kaufbeuren. Er würdigte dabei das Wirken der Bäuerlichen Familienberatung im Bistum Augsburg und nahm bei einem Hofrundgang richtigen „Stallgeruch“ auf.

  

Deutsche Bischofskonferenz

Auch auf überdiözesaner Ebene gibt es verschiedene Grundlagentexte. Sie sind auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz in einem eigenen Bereich "Klima und Umwelt" zusammengefast:

Eigens hinweisen möchten wir Sie auf folgende Dokumente:

Die Deutschen Bischöfe: 10 Thesen zum Klimaschutz. Ein Diskussionsbeitrag (2019)

Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag. Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen (2018)

Wie sozial-ökologische Transformation gelingen kann. Eine interdisziplinäre Studie im Rahmen des Dialogprojektes zum weltkirchlichen Beitrag der katholischen Kirche für eine sozial-ökologische Transformation im Lichte von Laudato si’“ (2021)

Unser Einsatz für die Zukunft der Schöpfung – Klima- und Umweltschutzbericht 2021 der Deutschen Bischofskonferenz (2021)

Wichtig ist auch eine Pressemitteilung vom 14.05.2021, in der Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), der in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt-​ und Klimafragen zuständig ist, die Verantwortung der Kirche gegenüber den bereits geborenen und nicht geborenen Generationen betont hat. Er nahm dabei Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021.

  

Haben Sie Interesse, sich in Ihrer Pfarrgemeinde und in Ihrem Verband mit solchen Texten zu befassen? Dann kommen Sie gerne auf die diözesanen Umweltbeauftragten zu.