Geschichtliches

Die Entstehung des ökumenischen Tages der Schöpfung reicht bis ins Jahr 1989 zurück. Damals hat der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios I. vorgeschlagen, einmal im Jahr gemeinsam „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“.

Der Patriarch war mit diesem Anliegen nicht allein. Viele Christinnen und Christen engagierten sich bereits für den konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Frucht und Stationen dieses Prozesses waren die europäischen ökumenischen Versammlungen in Basel (1989), Graz (1997) und Sibiu (2007).

In Graz und Sibiu griff man den Vorschlag des Ökumenischen Patriarchen auf und plädierte nachdrücklich dafür, ihn gemeinsam umzusetzen. In der Botschaft der Versammlung in Sibiu heißt es: „Wir empfehlen, dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten.“ Auch die von den Kirchen Europas 2001 verabschiedete Charta Oecumenica empfiehlt, „einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen“.

Die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) haben die Charta Oecumenica auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes für Deutschland angenommen. So ist es nur folgerichtig, dass die ACK auch die Empfehlung der Charta, einen ökumenischen Schöpfungstag einzuführen, aufgriff. Es wurde ein Beratungsprozess in Gang gesetzt, bei dem es sowohl um die inhaltliche Zielsetzung als auch um die praktische Verwirklichung eines ökumenischen Schöpfungstags ging. Eine Fachtagung in Brühl 2008 schloss mit einem Appell, diesen Tag in Deutschland einzuführen.

 

Die ACK begeht den Ökumenischen Tag der Schöpfung seit dem Jahr 2010 (Grafik: ACK)

Im Mittelpunkt stehen drei Aspekte

Drei Aspekte sollten dabei im Mittelpunkt stehen: „die Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung, der Lobpreis des Schöpfers und das Einüben konkreter Schritte (‚Schule des Mit-Leidens‘)“. In der Folgezeit wurden die Leitungen der Mitgliedskirchen der ACK um ihr Votum zu diesem Vorhaben gebeten. Die Antworten fielen positiv aus, so dass auf einer weiteren Tagung (2009 in Mainz) die Umsetzung des Schöpfungstags in Liturgie und kirchlicher Praxis beraten werden konnte.

Als Termin für die bundesweite Feier dieses Tages setzte die Mitgliederversammlung der ACK im März 2010 den ersten Freitag im September fest. Dieser Termin fällt in den von der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu genannten Zeitraum. Er wurde in Anlehnung an den Weltgebetstag der Frauen gewählt, der am ersten Freitag im März begangen wird. Der ursprünglich favorisierte Termin 1. September erschien für die bundesweite Feier nicht geeignet, weil dieser Tag dem Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 gewidmet ist.

Für die ACK verbinden sich mit dem ökumenischen Schöpfungstag mehrere Anliegen: das gemeinsame Gebet zu Gott, dem Schöpfer, und das öffentliche gemeinsame Bekenntnis zu ihm sowie das gemeinsame Engagement für die Bewahrung der Schöpfung. Der Tag der Schöpfung ist somit von den grundlegenden Dimensionen der Ökumene geprägt, denen sich die ACK verpflichtet weiß: Gebet, Zeugnis und gemeinsames Handeln.

Die ACK stellt den Schöpfungstag jeweils unter ein bestimmtes Motto. Für 2021 lautet es: „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“. Die deutschlandweite Eröffnung am Samstag, 4. September, wird heuer auch in Lindau am Bodensee stattfinden.

Der Text dieses Beitrags stammt weitgehend von Elisabeth Dieckmann und wurde der ACK-Broschüre „Gottes Schöpfung feiern. Ökumenischer Tag der Schöpfung“ entnommen. Wir danken der ACK für die freundliche Genehmigung, diesen Text auch hier aufgreifen zu dürfen.

Ausführliche Informationen zum Ökumenischen Schöpfungstag und zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen.

Programm im Bistum