Ethische Überlegungen

Klimawandel und Osteuropa

19.05.2021 07:42

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) widmet eine komplette Ausgabe dem Klimawandel. Dabei geht es auch um die Frage, wie die Kirchen und die Christen mit dieser Herausforderung umgehen. Darf der Mensch Gottes Schöpfung aufs Spiel setzen?

OWEP: Zeitschrift für den Dialog zwischen Ost und West (Grafik: OWEP)

Herausgegeben wird die Schriftenreihe OWEP vom Osteuropa-Hilfswerk Renovabis und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Deshalb beleuchten die elf Beiträge des Heftes das Thema vor allem mit Blick auf die Situation in den Ländern Ostmittel- und Osteuropas. Auf rund 80 Seiten nähern sie sich dem Thema „Klimawandel“ dabei unter verschiedenen Gesichtspunkten: So gibt es eingangs zwei theologisch gehaltene Beiträge. Sie führen den Leser in die Sichtweise der katholischen und orthodoxen Kirche ein. Durchaus kontrovers angelegt sind zwei Plädoyers: das eine für, das andere gegen den Einsatz der Atomenergie als Klimaschutztechnologie.

Die Zeitschrift war und ist schon immer darauf ausgerichtet, den Dialog zwischen Ost und West zu fördern und die Leser an gesellschaftlichen, sozialen, politischen und kirchlichen Fragen und Trends teilhaben zu lassen. So befasst sich ein Beitrag mit den Herausforderungen des „Green Deals“ der Europäischen Union für deren Mitgliedsländer in Ostmittel- und Südosteuropa. Dieser Strukturwandel könne dort zwar nicht ohne weiteres geschultert werden, dennoch biete diese ökologische Transformation für diese Länder auch Chancen, heißt es dazu (vgl. S. 116).

Wie sich die Situation vor Ort konkret darstellt, zeigen Artikel über Polen, Rumänien, Russland, den Südkaukasus und Armenien. Sie zeichnen ein sehr vielfältiges, teilweise widersprüchliches, insgesamt aber positives Bild der Situation. Trotz aller Schwierigkeiten, insbesondere auch bei Großprojekten, scheint der Gedanke des Umwelt- und Klimaschutzes eine immer wichtigere Rolle zu spielen. Impulse kommen dabei sowohl von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie NGOs, aber auch politisch scheint das Thema an Bedeutung zu gewinnen, wie etwa das Beispiel Russland zeigt (vgl. S. 143f).

Die Beiträge des Heftes, es wird am Ende noch um zwei Seiten mit Hinweisen für die weiterführende Lektüre ergänzt, tragen zu einem Perspektivenwechsel bei: Indem sie die Situation in ausgewählten Ländern beleuchten, zeigen sie die globale Dimension des Klimawandels und dessen Folgen auf. Sie machen dabei auch Hoffnung, wie etwa in einem Interview über ein Trinkwasserprojekt in Armenien deutlich wird. (Text: Karl-Georg Michel)

Globale Krise. Die Schöpfung im Klimawandel – Herausforderung für das 21.  Jahrhundert. Ethische Überlegungen – Umweltschutz und Klimadebatte – Atomkraft: Pro und Contra. (=OST-West. Europäische Perspektiven, 22. Jahrgang, 2021, Heft 2, Seiten 81-159)

Das Heft kann zum Preis von 6,50 EUR zzgl. Versandkosten bezogen werden. Das Jahresabo kostet 19,80 EUR.

Ausführliche Informationen zum Heft und zu den Bestellmöglichkeiten gibt es auf der Internetseite von OWEP.