Fastenzeit

Stoffbeutel statt Plastiktüte

03.02.2021 09:21

Wenn Max Bauernfeind heute auf dem Wochenmarkt unterwegs ist, fallen ihm vor allem die vielen wiederverwertbaren Einkaufsnetze auf, die von den Menschen dort verwendet werden. Für ihn ein sichtbares Ergebnis der Aktion Plastikfasten, die vor zwei Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Hl. Geist / Zwölf Apostel in Augsburg-Hochzoll während der Fastenzeit stattgefunden hat. Vom Bistum Augsburg wurde das Projekt mit dem Schöpfungspreis ausgezeichnet.

Mit Stempeln konnten die Gläubigen sagen: "Ich mache auch mit" (Foto: Marita Nonte)

„Unser Ziel war es, mit einer besonderen Aktion der Pfarreiengemeinschaft am Schöpfungspreis des Bistums mitzumachen. Schnell kam dann die Idee auf, in der Fastenzeit das Thema ‚Plastikfasten‘ aufzugreifen“, erinnert sich Max Bauernfeind, Mitglied im Arbeitskreis Eine Welt und im Weltladen-Team der Pfarrei. Am Aschermittwoch sei die Aktion dann in beiden Gemeinden gestartet worden: „Beide Pfarreien haben das Thema im Gottesdienst aufgegriffen und vorgestellt. Jede auf eigene Weise und mit unterschiedlichen Aktionen.“

So seien in den Kirchen zum Beispiel Stellwände und Plakate aufgestellt worden, die über das Thema „Plastik“ informierten, aber auch mündlich sei man auf die Aktion eingegangen: „Im Gottesdienst haben wir zum Beispiel szenische Texte gelesen und am Ende einer jeden Messe in der Fastenzeit gab es ganz konkrete Hinweise zur Plastikvermeidung.“ Der Tipp, loses Obst zu kaufen, sei mit dem Angebot von Stoffbeuteln flankiert worden, schildert Max Bauernfeind. „Uns war es wichtig, dass die Gläubigen sich mit dem Thema auseinandersetzen und selber aktiv werden, also auch ihre eigene Meinung kundtun“. An Roll Up-Bannern, die an den Kirchenausgängen für Kommentare aufgestellt waren, war dies möglich.

Alle Generationen wurden einbezogen

Um das Thema als ein die Generationen übergreifendes vorzustellen, seien zudem alle Altersgruppen mit einbezogen worden: Angefangen von den Kindergartenkindern über die Firmlinge bis hin zu den Erwachsenen. „Bei allen Veranstaltungen, die wir organisiert haben, waren immer mehr Interessierte da, als wir erwartet hatten. Da waren wir überrascht und haben uns sehr darüber gefreut“, sagt Bauernfeind und macht auf einen weiteren positiven Zugewinn aufmerksam: „Das gemeinsame Projekt hat dazu beigetragen, die beiden Pfarreien der PG noch stärker einander anzunähern. Es war gut, etwas zusammen auf die Beine zu stellen.“

Auch wenn wegen Corona derzeit noch keine neuen Aktionen geplant sind: Das Thema Bewahrung der Schöpfung ist in der Pfarreiengemeinschaft Hl. Geist / Zwölf Apostel noch längst nicht vom Tisch. „Wir haben vor dem Plastikfasten schon umweltspezifische Themen umgesetzt und bleiben da sicher auch weiter dran. Die Pfarrei ist eine Ebene, in der man Menschen persönlich erreicht. Da bleiben die Dinge eher im Gedächtnis“, sagt Bauernfeind. Denn er ist überzeugt: „Das Thema muss sich in den Köpfen der Menschen festsetzen.“ 

In Max Bauernfeinds eigenem Kopf ist das längst passiert: Statt Shampoo gibt es in seinem Haushalt Haarseife, statt Plastiktüte einen Stoffbeutel. (Text: Maria Steber/pba)

 

Für weiterführende Infos:

Schöpfungspreis 2019

Homepage der Pfarreiengemeinschaft