Religionsunterricht

„Meine Rede an die Menschheit“

03.12.2021 07:24

Leonie, Miriam und Natanya sind drei Schülerinnen der Klasse 4c in Langenneufnach. Im Religionsunterricht haben sie und ihre Mitschüler aufrüttelnde Worte an die Erwachsenen gerichtet und eine „Rede an die Menschheit“ geschrieben.

„Wo werde ich leben, wenn ihr die Welt kaputt macht?“, fragt die 9-jährige Natanya in ihrer Rede. „Die ganze Erde leidet unter Schmerzen“, klagt sie und fordert die Erwachsenen auf, umweltfreundlich zu sein und auch mal zur Arbeit zu laufen. „Ich weiß, dass ihr das könnt!“, ermuntert sie.

„Hört mir zu, Ihr Menschen! Brief von Natanya“ (Foto: Ursula Mayr)

 

Miriam wünscht sich in ihrer Rede, dass die Menschen an die Tiere denken sollen, statt ihnen ihr zuhause im Wald wegzunehmen und Wald für Felder und Einkaufsläden abzuholzen. Sie ärgert sich auch über den vielen Müll. „Im Meer ist das Leben von vielen Tieren in Gefahr“, erklärt sie am Beispiel von Schildkröten: „Sie denken, dass die Plastik-Tüten Quallen sind und verheddern sich.“

„Hört mir zu, Ihr Menschen! Brief von Miriam“ (Foto: Ursula Mayr)

 

„Ihr wollt doch auch, dass unsere Erde in Ordnung bleibt!!“ schreibt Leonie in ihrer Rede mit gleich zwei Ausrufezeichen. „Wenn wir die Erde nicht kaputt machen wollen, dann müssen wir der Schöpfung Gottes beistehen.“ Sie macht sich dabei ganz konkret Sorge um ihre eigene Zukunft: „Ihr Menschen wollt doch auch, dass eure Kinder, Enkel oder Urenkel noch 2060 leben, oder nicht?“

„Hört mir zu, Ihr Menschen! Brief von Leonie“ (Foto: Ursula Mayr)

 

Entstanden ist die Idee für diese sehr persönlichen Reden der Kinder im Religionsunterricht beim Thema Schöpfung. „Wir haben die Rede der kanadischen Umweltaktivistin Severn Cullis-Suzuki gelesen. Sie hat als 12-Jährige auf dem Umweltgipfel der Vereinten Nationen 1992 in Rio eine beindruckende Rede gehalten“, erklärt Religionslehrerin Ursula Mayr. „Meine Schülerinnen und Schüler der 4c waren sehr beindruckt von Severns Mut, vor Erwachsenen zu sprechen“.

Und so sei die Idee mit der Rede an die Menschheit entstanden. Verknüpft wurde sie mit dem Gedanken, dass wir Christen die Welt als von Gott geschaffen betrachten. „Die Kinder waren voll dabei“, lobt Ursula Mayr ihre Klasse. „Fast jeder hat seine Rede dann vor den anderen gehalten und es war zu merken, wie ernst sie die Sache nahmen. Der Eifer hat mich schließlich auf die Idee gebracht, die Reden öffentlich zu machen und gleichzeitig den SchülerInnen zu zeigen, dass die Diözese Augsburg sich aktiv für die Umwelt und damit für die Schöpfung einsetzt.“