Pfarrei St. Peter und Paul/Kaufbeuren
Bereits seit dem Jahr 2019 gibt es in der Pfarrei St. Peter und Paul in Kaufbeuren die „Arbeitsgruppe Schöpfung“. Als Sachausschuss des Pfarrgemeinderats lädt sie die Gläubigen regelmäßig zur Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ein, um sie so zu entsprechendem Handeln anzuregen.
Im Einvernehmen mit der Kirchenverwaltung nimmt die Gruppe auch Einfluss auf verschiedene bauliche Vorhaben. Perspektivisch wird bis zum Jahr 2026 auch eine Zertifizierung mit dem kirchlichen Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“ angestrebt.
In der Bewerbung um den Schöpfungspreis werden insgesamt 26 Projekte aufgezählt, die in den vergangenen Jahren angeregt und durchgeführt wurden. Zur geistig-spirituellen Sensibilisierung werden zum Beispiel in der Regel halbjährlich Schöpfungsgottesdienste gestaltet, auch einen Schaukasten „Heute schon die Schöpfung bewahrt“ mit regelmäßig neuen Impulsen betreut die Gruppe und sie schreibt Artikel für den Pfarrbrief.
Ein praktisches Projekt war schon im Oktober 2019 die Einführung anderer, wieder verwendbarer Hüllen für die Opfer- und Tabernakellichter; dies wurde in der Zwischenzeit auch auf Grablichter ausgeweitet. Ebenfalls zur frühen Phase der Arbeitsgruppe zählt die Anregung zur Installation von PV-Anlagen auf der Kita und dem Pfarrhaus, die rund 30 Prozent des Stromverbrauches im Pfarrzentrum und Kindergarten liefern. Als jüngere Vorhaben werden eine Kooperation mit dem Trägerverein des Kaufbeurer Unverpacktladens und eine Beteiligung an der Aktion „Drei Wochen ohne Plastik“ genannt.
Mit Blick auf all diese Projekte und Vorhaben lässt sich feststellen: Die Arbeitsgruppe hat viel Pionierarbeit geleistet und dabei etliches angestoßen. Sie hat das Themengebiet „Bewahrung der Schöpfung“ sehr intensiv und unermüdlich beackert – von der Schöpfungsspiritualität bis hin zu Alltagsfragen wie dem Sammeln von Müll mit den Kommunionkindern, dem Anlegen einer Benjes-Hecke mit den Jugendlichen oder einem Car-Sharing Standort auf dem Kirchengelände. Auch Erfahrungen des Scheiterns gehörten dazu: Eine Wildblumenwiese neben dem Kirchenvorplatz konnte wegen zu geringer Flächen und der Bodenbeschaffenheit leider nicht realisiert werden.
Begründung der Jury
Die Jury würdigt damit echte Pionierarbeit für die Schöpfung. Jahrelang, mit großer Ausdauer und damit sehr nachhaltig wurden Projekte umgesetzt.
Dabei wurde immer auch auf die Bewusstseinsbildung in der Pfarrei und Schöpfungsspiritualität geachtet.
Insgesamt ist es sehr beeindruckend, was alles auf die Beine gestellt wurde: Seit 2019 waren es bisher 26 Projekte. Allein schon dieses rein zahlenmäßig umfangreiche Engagement der „Arbeitsgruppe Schöpfung“ des Pfarrgemeinderats von St. Peter und Paul in Kaufbeuren hat so Vorbildcharakter weit über die Pfarreigrenzen hinaus. Das möchte die Jury auch im Sinne des weiteren Dranbleibens mit dem Schöpfungspreis honorieren.