Mastodon
Engagierter Umweltschützer

Unterwegs am Retzenbach im Ries

21.04.2026 08:00

In den vergangenen Jahren hat André Holzinger den Retzenbach am Südrand des Rieses in vielen kleinen Schritten und mit großer Mühe ökologisch aufgewertet. Bei dieser Exkursion hat er erklärt, wie er das gemacht hat und wie wir alle auch selber zum Gewässerschutz beitragen können.

André Holzinger erklärte, was einen gesunden Bach ausmacht. (Foto: Hedwig Leib)

Die Katholische Erwachsenenbildung Donau-Ries hat dazu in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich „Umwelt und Kirche“ sowie der Seelsorge-Außenstelle Donau-Ries am 18. April eingeladen. Beim Treffpunkt am Wanderparkplatz Burgruine Niederhaus konnten Hedwig Leib von der Außenstelle und der diözesane Umweltbeauftragte Karl-Georg Michel zahlreiche Naturliebhaber und Familien mit Kindern begrüßen.

„Bachpate“ André Holzinger führte die Gruppe über die Wiesen zum Retzenbach und lud zunächst ein, ganz still zu sein und zu lauschen: dem Plätschern des Bachs, dem Rauschen der Bäume, die das Ufer säumen, dem Gezwitschert der Vögel. „Wenn all das wahrnehmbar ist, dann deutet das auf einen gesunden Bach, der auch uns Menschen guttut“, so Holzinger. An verschiedenen Stationen beschrieb er, wie ein struktur- und fischarmer Bach mit persönlichem Engagement wieder zu einem lebendigen Habitat für viele Tiere und Pflanzen werden kann.

Wenn das Wasser durchgängig fließen darf und mit natürlichen Struktureinbauten vielfältige Lebensräume geschaffen werden, dann profitieren viele Insekten und Kleinstlebewesen, Fische sowie Krebse, Muscheln und Amphibien. Bäume, Stauden und Sträucher am Gewässerrand sorgen für Beschattung, halten das Wasser kühl und bieten wiederum Lebensraum und Nahrung für Vögel, Reptilien und Säugetiere.

André Holzinger begeisterte die Teilnehmer mit seinem umfassenden Wissen und seinem gesamtheitlichen Blick auf die gesamte Flora und Fauna. Beeindruckend ist, wie er mit handwerklichem Fleiß mit Handhacke und Sense im und am Gewässer arbeitet, um möglichst schonend vorzugehen.

Unter seinem Lable „Bachliebe“ schult er Fischereivereine, Bachpaten und Gemeindemitarbeiter für die Pflege von Gewässern. „Dazu bedarf es keines großen Materialaufwands, alles, was man braucht, ist in der Natur zu finden - und sichtbare Ergebnisse stellten sich rasch ein. So kann Artenvielfalt erhalten und Schöpfung bewahrt werden“. Bachpate und „Hobbyprediger“ Holzinger hofft, dass er viele Nachahmer findet.

Text: Hedwig Leib 

Für sein Engagement wurde André Holzinger mit dem Diözesanen Schöpfungspreis ausgezeichnet.