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Schöpfungspreis/2. Preisträger

Maria-Ward-Gymnasium Günzburg

17.01.2026 11:27

Am Günzburger Maria-Ward-Gymnasium haben zwei Schülerinnen biologische Alternativen für die Aufbewahrung von Lebensmitteln getestet. Ausgangspunkt des Projekts von Emma Weichenmeier (15) und Lena Schmid (14) war ein großes Problem: In Deutschland verbraucht jede Person pro Jahr durchschnittlich 38 Kilogramm Plastik.

Die beiden Forscherinnen Lena Schmid (links) und Emma Weichenmeier. (Foto: MWG)

In globaler Perspektive werden von der Herstellung bis zur Entsorgung von Plastik enorme Mengen an Treibausgasen ausgestoßen. Außerdem benötigt es mehrere hundert Jahre, bis sich Plastik vollständig zersetzt. Vorher zerfällt es in Mikroplastik, an dem viele Tiere sterben; auch in den menschlichen Körper kann es gelangen.

Dabei könnte die Lösung ganz einfach sein: Die beiden Schülerinnen stellten, betreut von ihrer Chemie-Lehrerin Dr. Judith Schimana-Pfeifer, aus biologischen und damit erneuerbaren Rohstoffen Folien zum Einpacken von Lebensmitteln her. Mögliche Rezepte dafür recherchierten sie in einem ersten Forschungsschritt im Internet. Basierend darauf stellten sie sieben Folien selbst her. Die Grundstoffe bestanden etwa aus Stärke, Gelatine und dem Algen-Extrakt Agar, einem Ersatzstoff für Gelatine.

Diese testeten sie daraufhin in Versuchen hinsichtlich ihrer Eigenschaften für die Konservierung von Lebensmitteln wie Obst, Wurst und Käse. Auch ihre biologische Abbaubarkeit prüften sie. Außerdem gingen sie der Frage nach, wie diese alternativen Folien von Tieren verdaut werden können. Vergleichsobjekt waren dabei herkömmliche Verpackungsfolien aus Plastik.

Die von ihnen untersuchten Kunststoffe haben zwar immer noch Verbesserungspotenzial, was beispielsweise den Flüssigkeitsverlust von Lebensmitteln wie Obst, Wurst und Käse betrifft. Aber dennoch konnten Emma Weichenmeier und Lena Schmid zeigen, dass es bereits Lösungsansätze in Richtung Müllvermeidung und Nachhaltigkeit gibt. Sie wollen ihre Erkenntnisse auch mit Herstellerfirmen diskutieren.

In Anerkennung ihrer Forschungsergebnisse haben die beiden Schülerinnen beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ den zweiten Preis gewonnen, verbunden mit dem Sonderpreis Umwelttechnik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

   

Begründung der Jury

Die Abfallproblematik ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit - vor allem mit Blick auf die damit verbundenen langfristigen Folgen für Menschen und Tiere. Dabei würde es längst Mittel und Wege geben, es auch anders zu machen. Emma Weichenmeier und Lena Schmid vom Maria-Ward-Gymnasium in Günzburg haben das mit ihrer hochinnovativen und aufwändigen Versuchsreihe sehr überzeugend dargestellt. Für die Jury ist das eine großartige Idee mit einem schlüssigen Ergebnis, das tatsächlich zu nachhaltigeren Verpackungslösungen beitragen könnte.

   

Maria-Ward-Gymnasium Günzburg

Schöpfungspreis 2025