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Begegnungsort Vieler

Garten der Schöpfung in Peißenberg

22.08.2022 09:19

Neben der Kirche St. Johann in Peißenberg lädt seit Juni 2022 der Garten der Schöpfung zu einem Besuch ein. Die Pfarrgemeinde will damit einen Beitrag im Sinne der Enzyklika Laudato si' leisten. Dabei geht es um die biblische Schöpfungsgeschichte, aber auch den Erhalt der Artenvielfalt.

Etliche Stationen des Gartens wurden von einem Glaskünstler bearbeitet. (Foto: Herbert Böhm)

Die Eröffnung des Gartens fand nach vierjähriger Vorarbeit am 24. Juni 2022 statt – bei strömendem Regen, was in Zeiten von Dürre und großer Trockenheit durchaus als Zeichen göttlichen Segens gedeutet werden kann. Pfarrer Georg Fetsch bedankte sich während dieser Feier bei allen Mitwirkenden.

Wie es zu dem Garten kam

Nach dem Abriss des ehemaligen Mesnerhauses bei der Kirche St. Johann in Peißenberg hat der Pfarrgemeinderat bereits im Jahr 2018 damit begonnen, Ideen einer neuen und sinnvollen Nutzung für diese brachliegende Fläche zu entwickeln. Schnell konnte sich das Gremium mit der Kirchenverwaltung darauf einigen, einen überkonfessionellen Begegnungs- und Aufenthaltsraum entstehen zu lassen, der sich mit dem Thema Schöpfung auseinandersetzt.

Das Thema Schöpfung sollte dabei von der biblischen Betrachtung der sieben Schöpfungstage her dargestellt werden. Gleichzeitig sollte jedoch genügend Raum für eigene Interpretationen der Besucher bleiben. Der Garten stellt somit einerseits eine sehr niederschwellige Einladung an die Besucher dar, in Kontakt mit der Pfarrgemeinde zu treten, ist aber andererseits offen für alle, unabhängig von Religion oder Konfession.

Mit dem Thema Erhalt der Schöpfung und der Artenvielfalt wurde damit auch ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufgegriffen. Doch nicht erst seit der Enzyklika Laudato si‘ ist die Bewahrung der Schöpfung eine wichtige Aufgabe der Pfarrgemeinde. Der Schöpfungsgarten soll einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Finanzierung und Umsetzung

Bevor die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer mit der Umsetzung beginnen konnten, war zunächst die Finanzierung zu sichern. Die Realisierung wurde in erster Linie möglich, weil der Garten der Schöpfung durch das Bayerische Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit einem Betrag von über 20.000 Euro aus LEADER-Mitteln gefördert wird.

Das ist ein Programm zur Förderung innovativer Ideen und Projekte, die zur Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes beitragen, wobei unter anderem Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung wesentliche Elemente sind – Kriterien, die von diesem Projekt ideal erfüllt werden. Daneben konnten eine Reihe von Spendern gewonnen werden, die das Anliegen ebenfalls finanziell unterstützen. Der verbliebene Eigenanteil wurde von der Kirchenstiftung St. Johann getragen.

Die Umsetzung des Projektes erfolgte in der Zeit zwischen August 2021 und Juni 2022. Der Garten ist noch nicht komplett fertiggestellt, es stehen noch kleinere Arbeiten aus.

Begegnungsort, Kunstobjekte und Artenvielfalt

Der neben Friedhof und Kirche gelegene Garten der Schöpfung dient einerseits als Treffpunkt und ist offen für alle, er steht aber auch für liturgische Angebote, Aktionen für Jugendliche oder Stehempfänge zur Verfügung. Natürlich gibt es auch mehrere Ruhebänke, um insbesondere den älteren Besuchern eine Möglichkeit zum „Rasten und Ratschen“ zu bieten. Die neu entstandenen Wege ermöglichen neue Verbindungen zwischen Kirche, Friedhof, Aussegnungshalle und Parkplatz und werden bereits rege genutzt. Diese wurden barrierefrei gestaltet.

Die Wege des Garten greifen die sieben Tage der Schöpfung symbolisch auf. (Grafik: Pfarrgemeinde)

Entlang der Wege werden die sieben Tage der Schöpfung symbolisch an sieben Stationen dargestellt. Wesentliches Gestaltungselement sind dabei Glaskunstobjekte in unterschiedlicher Ausführung. Ein Beispiel ist ein großer Regenbogen, der die Treppe zur Kirche als Zeichen für die Schöpfung des Himmels überspannt. Links und rechts des Weges werden an einer anderen Stelle Licht und Finsternis in Form von hellen und dunklen Glasstelen symbolisiert.

Der mit der Umsetzung beauftragte Glaskünstler Tobias Schmitt hat aber nicht nur selbst Stationen hergestellt. Jugendliche und Mitglieder des Pfarrgemeinderates konnten unter seiner fachkundigen Anleitung auch selbst Glaselemente gestalten, die sich nun an den Stationen zu Sonne, Mond und Sternen und Fischen und Vögeln finden. Eine gestaltete Mitte mit Sitzsteinen symbolisiert den siebten Schöpfungstag und lädt zur Ruhe ein. Texttafeln mit den entsprechenden Bibelstellen und Impulsen laden dazu ein, sich immer wieder neu mit den dargestellten Themen auseinanderzusetzen.

Aber natürlich soll der Garten nicht nur theoretisch über die Schöpfung informieren und Besucher für das Thema Schöpfungsbewahrung sensibilisieren, sondern er soll auch einen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt leisten. So wurden insekten- und vogelfreundliche Sträucher und Blühwiesen sowie zwei Obstbäume gepflanzt – in Ergänzung zur bereits bestehenden Bepflanzung. Die Früchte der Bäume und Sträucher werden zukünftig nicht nur den Vögeln, sondern allen Besuchern zur Verfügung stehen und können von diesen geerntet werden.

Ein großer Dank gilt allen an der Planung und Umsetzung beteiligten Ehrenamtlichen, den beauftragten Firmen, der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel und der zuständigen LEADER-Förderstelle sowie den Firmen und Organisationen, die mit ihren Spenden zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.

Wir danken Susanne Lengger, Vorsitzende des Pfarrgemeinderat Peißenberg. Sie hat uns diesen Text für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 

Homepage der Pfarrei St. Johann

Filmbeitrag von katholisch1.tv