Donaumoos-Zweckverband
Der Baierner Flecken, ein Projekt des Donaumoos-Zweckverbands, ist das bislang größte Moorschutzgebiet im Donaumoos. Dieses rund 80 Hektar umfassende Areal im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen kombiniert Ziele des Arten- und Biotopschutzes, des Hochwasserschutzes, der Landwirtschaft und des Moorkörperschutzes miteinander und trägt so auch zur Bewahrung der Schöpfung bei.
Seine Anfänge hatte das Projekt bereits im Jahr 2006, als ein 40 Hektar großer Hochwasserrückhalteraum mit einem Volumen von 300.000 Kubikmetern entstand. Im Jahr 2023 konnte der Donaumoos-Zweckverband das Areal dank der Zustimmung der Eigentümer Ulla und Dr. Franz Eller auf die doppelte Fläche erweitern.
Dadurch ist das bislang größte Moorschutzgebiet im Donaumoos entstanden. Es dient zahlreichen bedrohten Arten als Lebensraum: Pflanzen wie der Sumpf-Egge oder dem Lungen-Enzian, aber auch Blaukehlchen, Kiebitz und dem Großen Brachvogel. Ornithologen haben dort bereits mehr als 100 Vogelarten gesichtet. Außerdem leben in den Gewässern Bachmuscheln und seltene Insekten und Amphibien.
Gleichzeitig wird das Areal während der Sommermonate auf etwas mehr als der Hälfte der Fläche von Murnau-Werdenfelser Rindern beweidet, Tieren einer mittlerweile stark bedrohten Nutztierrasse. Auch für Niederwild ist der Baierner Flecken ein wichtiger Rückzugsort.
Schließlich dient das Areal durch die Wiedervernässung seiner Flächen auch noch dem Klimaschutz. Hierfür wird durch entsprechendes Wassermanagement in den bereits vorhandenen Gräben und durch die Errichtung von insgesamt 15 Querbauwerken der Grundwasserstand zum Schutz des Moorkörpers auf einem hohen Niveau gehalten. Dadurch wird die weitere Zersetzung des Torfes gestoppt. Bis zu 1.400 Tonnen Kohlenstoffdioxid und andere Treibhausgase bleiben auf diese Weise im Boden gespeichert, die sonst in die Atmosphäre gelangen würden.