Sortenerhaltungsgarten Benediktbeuern
Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) hat im Rahmen des Projekts „Apel.Birne.Berge“ einen Sortenerhaltungsgarten angelegt. Im Sinne der Zielsetzungen des ZUK dient das Projekt der Bildung, Kultur- und Traditions-Pflege. Es schafft weitere Verbindungen zum Dorf und der Region.
Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion wurden dafür im Ortsteil Häusern mehrere Dutzend Bäume gepflanzt. Das Kloster Benediktbeuern stellte ein ideal geeignetes Areal zur Verfügung: Eine Streuobstweise gibt es dort bereits seit 400 Jahren, vermutet Salesianerpater Karl Geißinger, der Initiator des Projekts.
Ein Altbestand war somit vorhanden. Manche dieser uralten Bäume sind bereits abgestorben und dürfen als Lebensraum zum Beispiel für Spechte und andere Totholz- und Höhlenbewohner stehen bleiben. Dazwischen sind aber auch Lücken entstanden. Diese wurden im Herbst 2023 mit 50 Bäumen alter und in Vergessenheit geratener Sorten neu gepflanzt. Weitere 20 Bäume haben Platz auf einer angrenzenden Wiese gefunden.
Das Projekt dient zugleich als Sortenerhaltungsgarten des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Es soll im Rahmen von „Apfel.Birne.Berge“ dem Erhalt und der Wiederverbreitung „vergessener“ Sorten aus dem Voralpenland dienen und hat somit für die Obstbaum- und Streuobstpflege überregionale Bedeutung. Allein entlang der sechs Landkreise im oberbayerischen Alpenvorland konnten mittlerweile mehr als 250 verschiedene Sorten gefunden und bestimmt werden.
Qualifizierte Baumwarte pflegen die Bäume. Auf der Fläche des Gartens weiden den Sommer über Alpine Steinschafe, eine mittlerweile ebenfalls selten gewordene Nutztierrasse.
Mit dem Garten fördert das ZUK den regionalen Wissenstransfer und das Interesse am Thema Streuobst. Künftig soll es dort Baumschnittkurse geben. Auch für die Umweltjugendbildung der Salesianer soll der Garten eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen extensive Streuobstbestände in Zukunft weiter ausgebaut werden, um die hohe Artenvielfalt zu fördern.