Jan-Erik Ahlborn: Der Wespenretter
Jan-Erik Ahlborn hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, zusammen mit seiner Frau Bettina das Leben von Wespen zu retten. Theologisch gesehen, könnte gesagt werden: Der berufliche Werdegang des Unterallgäuers ist von einem intensiven und sehr nachdrücklichen Bekehrungserlebnis geprägt gewesen.
Denn nach seiner Zeit als Berufssoldat bei der Bundeswehr absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer. Wieder einmal sollte er ein Wespenvolk töten. Aber dann geschah es: Als er den wehrlosen und friedlichen Tieren, die er vernichten sollte, sozusagen in die Augen blickte, beschloss er, diese nicht mehr zu bekämpfen und dabei als ganzes Volk zu töten, sondern an für sie sichere Orte umzusiedeln.
Gemeinsam mit seiner Frau Bettina gründete er seine „Wespenberatung“ – ein Projekt, in das beide sehr viel Leidenschaft und Energie stecken. Seit inzwischen gut zwanzig Jahren haben sich beide nun schon mit ihrem in Mindelheim ansässigen Kleinunternehmen dem Schutz heimischer Wespenarten, von Wildbienen – insbesondere Hummeln – und von Waldameisen verschrieben. Nebenberuflich sind sie auch als Naturpädagogen tätig.
In Bayern und darüber hinaus arbeiten sie dafür mit staatlichen Naturschutzbehörden zusammen. Sie bilden auch Wespenberater aus, wie es sie zum Beispiel in vielen Imkervereinen gibt. Wichtig ist ihnen außerdem die Beratung und Aufklärung der Öffentlichkeit sowie die Reduktion von Pestiziden bei der Bekämpfung von Wespen.
Auch der Wildbienen-Lehrpfad in Mindelheim geht auf die Initiative von Jan-Erik Ahlborn zurück. Er ist in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit entstanden, wurde beim Wettbewerb „Deutschland Summt“ mit einem zweiten Platz ausgezeichnet und hat den BeeBetter Award 2023 gewonnen.
Für ihr Engagement mit den Wespen wurden Bettina und Jan-Erik Ahlborn bereits mit dem deutschen und bayerischen Tierschutzpreis 2017 ausgezeichnet. Auch Medien wie das Bayerische Fernsehen haben ihr Lebenswerk gewürdigt, unter anderem in der Sendung „Lebenslinien“.