Schöpfungspreis 2025
Bischof Dr. Bertram Meier hat am 17. Januar 2026 im Rahmen einer Feierstunde im Haus Sankt Ulrich in Augsburg die Preisträgerinnen und Preisträger des diözesanen Schöpfungspreises 2025 ausgezeichnet.
Die Jury hatte aus den Kategorien "Kindergärten und Kitas", „Pfarreien und PGs“, „Verbände und Sonstige“ sowie „Jugendliche und Schulen" jeweils drei Preisträger ermittelt. Darüber hinaus wurden zwei Sonderpreise verliehen.
Insgesamt sind für den Preis, der heuer bereits zum fünften Mal verliehen wurde, 36 Bewerbungen eingegangen.
Digitale Karte: Schöpfungspreis
Alle eingegangenen Bewerbungen, die von der Jury für den Preis nominiert wurden, wurden als Zeichen der Anerkennung ihres Engagements mit der Laudato si-Plakette geehrt.
Digitale Karte: Laudato si-Plaketten
Den Schöpfungspreis in der Kategorie "Kindergärten und Kitas" erhielt die Kita St. Mauritius in Edelshausen. Im Bereich „Pfarreien und PGs“ gewann die „Arbeitsgruppe Schöpfung“ des Pfarrgemeinderats von St. Peter und Paul in Kaufbeuren. Für sein Engagement als „Bachpate“ wurde André Holzinger in der Kategorie „Verbände und Sonstige“ ausgezeichnet, der „DPSG Diözesanverband Augsburg“ durfte sich über den Sieg im Bereich „Jugendliche und Schulen" freuen.
Zwei Sonderpreise wurden darüber hinaus an die Kita St. Georg in Stätzling für ihr langjähriges und beharrliches Umweltengagement verliehen sowie an zwei miteinander verwandte Initiativen, das Umweltteam der Pfarrei St. Michael Elchingen und die Elchinger Musiktage. Darüber hinaus kürte die Jury in den einzelnen Kategorien auch zweite und dritte Preisträger für ihre Arbeit zur Bewahrung der Schöpfung.
Die Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger übernahm Bischof Dr. Bertram Meier, der wie all die Jahre vorher erneut als Schirmherr des Preises fungierte. Mit großem Dank wandte er sich in seiner Begrüßung an die zahlreich Engagierten und erinnerte an das diesjährige kleine Jubiläum des Preises: „Mit den letztjährigen 36 Projekten ergibt sich eine Zahl von bisher - sage und schreibe - 173 Einreichungen. Ich freue mich sehr, dass wir diese hoffnungsvoll stimmende, große Beteiligung von Privatpersonen und Institutionen heute gemeinsam feiern.“
Ihren Einsatz für die Schöpfung als zentraler Bestandteil des christlichen Selbstverständnisses verglich er dabei mit einer kleinen Pflanze: „Manches wächst in der Natur nur sehr langsam. Die Schöpfung braucht Hüterinnen und Hüter, wie es im Buch Genesis, dem ersten Buch der Bibel, heißt […]. Genau das Behüten der Schöpfung ist Ihr Beitrag für unsere so geschundene ‚Schwester, Mutter Erde‘, wie der heilige Franziskus unseren Lebensraum zum ersten Mal nannte. Dafür gilt Ihnen mein allerhöchster Respekt und mein großer Dank!“
Manches in der Umweltarbeit laufe erfahrungsgemäß nicht ohne Widerstand. „Aber wir bleiben dran. Wir sind hartnäckig. Wir lassen uns von nichts und Niemandem entmutigen, weil wir eine Vision haben! Das beeindruckt mich sehr. Meine tiefste Überzeugung ist: Christen brauchen nicht Aktivisten für das Klima sein, wenn wir Lobbyisten für Gottes gute Schöpfung sind. Darum ist es mir auch so wichtig, herausragendes Engagement durch die Überreichung des Schöpfungspreises zu würdigen“, betonte der Bischof und wünschte sich, dass die Projekte Vorbilder würden für viele andere.
Die Preisverleihung, die in feierlichem Rahmen mit Imbiss und Getränken stattfand, wurde außerdem mit Tanzeinlagen zu den vier Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser umrahmt. Die Showtanzgruppen der DJK Augsburg-Lechhausen hatten sich mit diesem Tanzprogramm selbst für den Schöpfungspreis beworben und führten es bei der Feierstunde den Gästen vor.
Neben dem Schöpfungspreis wurden bei der Preisverleihung auch alle engagierten Gruppen und Einzelpersonen mit der Laudato si-Plakette des Bistums als besonderes Zeichen der Anerkennung geehrt. Die Plakette würdigt seit vier Jahren Projekte, die sich in besonderer Weise den Anliegen der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen annehmen.
Die Jury des Schöpfungspreises bestand aus Mitgliedern des diözesanen Fachbereichs „Kirche und Umwelt“, dem Klimaschutzmanager der Diözese, der persönlichen Referentin des Bischofs, Vertretungen des Seelsorgeamts sowie Personen mit fachlichem Bezug zu den jeweiligen Siegerkategorien.
Die Sieger des Schöpfungspreises erhielten 1.000 Euro. Die weiteren Platzierungen waren mit 800 und 600 Euro dotiert sowie die Sonderpreise mit 500 Euro.
Die Laudationes zu den vier Preisträgern
1. Preisträger in der Kategorie "Kindergärten und Kitas"
Kindertagesstätte St. Mauritius in Edelshausen
In direkter Nachbarschaft zur Kita St. Mauritius in Edelshausen gibt es einen Bauernhof. Daraus ist seit 2023 „Unser Bauernhofprojekt“ geworden. Von einem Panoramafenster aus können die Kinder diesen Hof gut sehen. Die Besuche dort, bei Bäuerin Christa, ihrer Familie und vor allem ihren Tieren sind inzwischen fast zum Alltag der Kinder der Sonnengruppe geworden.
Begründung der Jury:
Manchmal hat die Verantwortung für die Schöpfung ganz einfach damit zu tun, das Naheliegende wahrzunehmen und zu erkunden. Die Jury würdigt mit ihrem Vorschlag für den Ersten Preisträger in dieser Kategorie einen besonders liebevollen Umgang mit allen Geschöpfen. Beindruckt hat sie auch die pädagogisch sehr wertvolle Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft – bis hin zu einem Medienprojekt mit Bildern bekannter Künstler
1. Preisträger in der Kategorie „Jugendliche und Schulen"
„DPSG Diözesanverband Augsburg“/AK für internationale Gerechtigkeit
Beim Diözesanverband der Deutschen Pfadfinder/-innenschaft Sankt Georg hat sich der AK für internationale Gerechtigkeit mit Smartphones befasst. Wie schon für die vorangegangene Broschüre über eine nachhaltige Pfadfinderküche hat das Team auch bei diesem Projekt wieder intensiv und lange recherchiert. Wichtig war es dabei, nicht nur Probleme herauszuarbeiten, sondern auch Lösungsansätze anzubieten. Außerdem sollten die Inhalte so aufbereitet werden, dass die Leitenden das Thema gut in ihre Gruppenarbeit integrieren können.
Begründung der Jury:
Im Projekt des Ersten Preisträgers in dieser Kategorie sieht die Jury einen wertvollen Beitrag im Sinne einer nachhaltigen Beschaffung. Denn diese setzt vor allem eine solide Bewusstseinsbildung mit Bezug zu den Lebenswelten Jugendlicher voraus. Dem DPSG-Diözesanverband ist das mit dem PDF-Leitfaden zur Nutzung von Smartphones auf beeindruckende Weise gelungen. Er hat hohe Alltagesrelevanz. Diesem Projekt des Arbeitskreises für internationale Gerechtigkeit ist eine Verbreitung weit über die DPSG hinaus zu wünschen.
1. Preisträger in der Kategorie „Pfarreien und PGs“
„Arbeitsgruppe Schöpfung“ des Pfarrgemeinderats von St. Peter und Paul in Kaufbeuren
Bereits seit dem Jahr 2019 gibt es in der Pfarrei St. Peter und Paul in Kaufbeuren die „Arbeitsgruppe Schöpfung“. Als Sachausschuss des Pfarrgemeinderats lädt sie die Gläubigen regelmäßig zur Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ein, um sie so zu entsprechendem Handeln anzuregen. Im Einvernehmen mit der Kirchenverwaltung nimmt die Gruppe auch Einfluss auf verschiedene bauliche Vorhaben. Perspektivisch wird bis zum Jahr 2026 auch eine Zertifizierung mit dem kirchlichen Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“ angestrebt.
Begründung der Jury:
Die Jury spricht hier von echter Pionierarbeit für die Schöpfung. Jahrelang, mit großer Ausdauer und damit sehr nachhaltig wurden Projekte umgesetzt. Dabei wurde immer auch auf die Bewusstseinsbildung in der Pfarrei und Schöpfungsspiritualität geachtet. Insgesamt ist es sehr beeindruckend, was alles auf die Beine gestellt wurde: Seit 2019 waren es bisher 26 Projekte. Allein schon dieses rein zahlenmäßig umfangreiche Engagement der „Arbeitsgruppe Schöpfung“ hat so Vorbildcharakter weit über die Pfarreigrenzen hinaus. Das möchte die Jury auch im Sinne des weiteren Dranbleibens mit dem Schöpfungspreis honorieren.
1. Preisträger in der Kategorie „Verbände und Sonstige“
Andre Holzinger, Wemding
André Holzinger, Pächter des Retzenbachs im Nördlinger Ries, hat dieses Gewässer in den vergangenen Jahren ökologisch aufgewertet. Eigentlich wollte André Holzinger vor sechs Jahren den Retzenbach nur pachten, um dort zu angeln. Aber schnell musste er feststellen: Da war kaum noch Leben in dem Bach, der früher reich an Fischen und Krebsen gewesen sein soll. Also hat er das Gewässer am Südrand des Nördlinger Rieses in vielen kleinen Schritten in ehrenamtlicher Arbeit ökologisch aufgewertet.
Begründung der Jury:
André Holzinger widmet sich einer ganz neuen und überzeugenden Form der Landschaftspflege. Dabei setzt er auch auf die Zusammenarbeit mit Familien und Bildungseinrichtungen. Die Jury ist beeindruckt von dem enormen Eifer, mit dem hier von einer einzelnen Person Großes erreicht werden konnte. Damit hat Andre Holzinger als Bachpate dem Retzenbach in der Nähe von Nördlingen zu neuem Leben und Vielfalt verholfen.
Sonderpreise
Sonderpreis in der Kategorie "Kindergärten und Kitas" Kita St. Georg, Stätzling
Dieser Sonderpreis geht an eine Kita, die sich seit langem sehr intensiv mit der Bewahrung der Schöpfung befasst. Die jährlich wechselnden Projekte beziehen dabei Eltern wie Kinder gleichermaßen ein, aber auch nach außen werden Kontakte gepflegt – von Buchläden bis zur Müllabfuhr. Die Jury prämiert hier deshalb besondere Kontinuität und Beharrlichkeit. Manchmal kann das auch bedeuten, einfach nur die Schäden zu beseitigen, die wild gewordene Kräfte der Natur hinterlassen haben.
Sonderpreis in der Kategorie "Pfarreien und PGs" Umweltteam der Pfarrei St. Michael in Unterelchingen &
Sonderpreis in Kategorie "Verbände und Sonstige" Elchinger Musiktage
Hier geht es um zwei miteinander verwandte Initiativen. Teilweise wurden sie innerhalb kürzester Zeit und in professioneller Kooperation durchgeführt; und doch haben sie durchaus langfristige Wirkung. Einerseits geht es um Technik, Ökologie und Gemeinschaft, andererseits um die intensive Verbindung zwischen Kultur, Musik und Ökologie.
Dieser Sonderpreis geht deshalb zur Hälfte jeweils an das Umweltteam der Pfarrei St. Michael in Unterelchingen und an die Elchinger Musiktage.
Die weiteren Platzierungen und Preisträger:
Kategorie "Kindergärten und Kitas"
2. Preisträger
Kindergarten "Mater Christi", Altstädten
(Projekt: Garten im Kindergarten – Umgestaltung der Beete und des Gartengeländes.)
3. Preisträger
Kindertagesstätte St. Raphael, Penzberg
(Projekt: Nachhaltiger Umgang mit Papierhandtüchern)
Kategorie "Jugendliche und Schulen"
2. Preisträger
Maria-Ward-Gymnasium Günzburg / Lena Schmid & Emma Weichenmeier
Alternative Kunststoffe aus biologischen Rohstoffen
3. Preisträger
Pfarreiengemeinschaft Dillingen
Natur- und Umweltprojekte im Rahmen der Firmvorbereitung
Kategorie "Pfarreien und PGs"
2. Preisträger
Sachausschuss Schöpfung, PG Pfaffenhofen an der Ilm
Schöpfung bewahren in allen Lebensbereichen – Nachhaltigkeitswoche
3. Preisträger
Pfarreiengemeinschaft Stadtbergen
800 Jahre Sonnengesang – Ein Jahr der Schöpfung
Kategorie "Verbände und Sonstige"
2. Preisträger
Thomas Hart-Müller
Franziskuskapelle in Irsingen
3. Preisträger
Dominikus-Ringeisen-Werk, Ursberg
Zentralküche Ursberg – Vom Acker bis zum Teller
Nominiert für den Schöpfungspreis waren außerdem:
Damit war zugleich die Auszeichnung mit der Laudato si-Plakette verbunden.
(die folgende Sortierung entspricht der Reihenfolge des Eingangs bei der Jury)
Kindergärten & Kindertageseinrichtungen
Kath. Kindergarten Löwenzahn, Rohrbach
Wertschätzender Umgang mit der Umwelt
Kindergarten Mater Christi, Altstädten-Sonthofen
Garten im Kindergarten – Umgestaltung der Beete und des Gartengeländes
„die kolping kinder“, Kaufbeuren
Erntedankfeier mit Baumpflanzaktion
Schulen, Jugendliche & junge Erwachsene
Staatliche Wirtschaftsschule Nördlingen
„Mit Herz, Schaufel und Schafwolle – Unsere Schule pflanzt Zukunft“
DJK Augsburg-Lechhausen 1920 e.V:
Showprogramm „Die vier Elemente“
Leonie Prillwitz, Friedberg
Wissenschaftliche Studien über Forellenlaich im Klimawandel
Pfarreien & Pfarreiengemeinschaften
Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf
Video-Projekt mit Filmen, die Mut machen und Empathie stärken
Pfarrgemeinderat St. Oswald, Knottenried
Fahrrad-Service-Station – Infrastruktur für nachhaltige Mobilität
Kirchenstiftung St. Johannes Baptist, Wessobrunn
Neue Streuobstwiese auf dem Pfarranger –Sortenerhaltungsgarten
Pfarrei St Hedwig, Kempten
Anliegen einer Benjes-Hecke und Basten von Nistkästen
Pfarrkirchenstiftung St. Michael, Schwabmünchen
Realisierung eines Nahwärmenetzes & Photovoltaik für das Pfarrzentrum
ILE ZAM – Zukunft Aktiv Meistern, VG/PG Pfaffenhausen
ZAMfahren & ZAMkommen – Mitfahr- und Ratschbänke
Verbände, Initiativen Einzelner & Sonstige
Malteser Hilfsdienst e.V.
Klimaneutrale Dienststelle in Memmingen
Monika Javani-Wiedemann
Bild „Elemente“
Donaumoos-Zweckverband
Der Baierner Flecken - größtes Moorschutzgebiet im Donaumoos
Tierhilfe Tutzing e.V.
„Wir helfen Tieren“
Bettina und Jan-Erik Ahlborn
Wespenberater & Naturpädagogen
Provinzialat der Pallottiner, Friedberg
Erneuerbare Energien als Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung
Verein der Blumen-und Gartenfreunde, Beckstetten
Errichtung eines Brotbackhauses
Verein für Gartenbau und Landespflege Peißenberg-Ammerhöfe e.V.
Projekt Pfarrgarten von St. Johann Baptist
Christian Baier
KoaGasCamp (KlimaCamp), Reichling
Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK), Benediktbeuern
Sortenerhaltungsgarten im Rahmen des Projekts Apfel.Birne.Berge
Ansprechpartner
Für Ihre Fragen zum Schöpfungspreis steht Ihnen der diözesane Umweltbeauftragte Dr. Karl-Georg Michel zur Verfügung. Tel.: 0821 3166-2561