Spirituelles

Erntedankaltar in der bischöflichen Hauskapelle in Augsburg (Foto: katholisch1.tv)

Die Verantwortung für die Schöpfung hat auch mit unserer eigenen Einstellung dem Leben gegenüber zu tun. Papst Franziskus spricht in seiner Enzyklika „Laudato si“ sogar von „Humanökologie“ (vgl. LS 147) und einer „spirituellen Krise der Moderne“ (LS 119). Bereits zuvor hatte Papst Benedikt XVI. während seiner Deutschlandreise im Jahr 2011 beim Besuch des Bundestags den Begriff „Ökologie des Menschen“ verwendet.

Diese Seite ist deshalb der Spiritualität der Schöpfung und der Schöpfungstheologie gewidmet. Sie beinhaltet grundlegende Texte ebenso wie Themen und Vorschläge aus dem Kirchenjahr.

 

 

Kirchlicher Jahreskreis

Während der Fastenzeit bieten sich insbesondere Exerzitien an, um über das eigene Leben, aber auch unseren Bezug zu anderen und der Schöpfung nachzudenken. Anregungen dazu haben wir für Sie auf einer eigenen Seite zusammengestellt. Dort finden Sie Vorschläge zu Exerzitien mit einem Bezug zur Schöpfung.

Die Fastenaktion des Hilfswerks MISEREOR war im Früjahr 2021 ganz von der Corona-Pandemie geprägt. Denn sie hat sichtbar gemacht, was möglich ist, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. „Es geht! Anders.“ lautete deshalb das Motto. Es liegt in unserer Hand, eine andere, eine bessere Welt zu gestalten. Am Beispiel von Wegen des Wandels in Bolivien wollte MISEREOR mit der Fastenaktion zu spürbaren Schritten der Veränderung anregen.

Ebenfalls dem Thema "Schöpfung" war heuer die Pfingstaktion von Renovabis. Ihr Leitwort lautete: „DU erneuerst das Angesicht der Erde. Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung“. Es ging dabei um die ökologischen Herausforderungen und damit unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung.

Besonders vom Gedanken der Schöpfung geprägt sind der September und Oktober. Dann findet schon seit etlichen Jahren die Ökumenische Schöpfungszeit statt. In unserem Bistum wird es dazu am 4. September in Lindau und am 12. September in Gundelfingen ökumenische Gottesdienste geben. Nähere Informationen finden Sie bei unseren Veranstaltungen sowie auf unseren Sonderseiten zur Schöpfungszeit.

  

Wichtige Gedanken von Bischof Bertram

Gleich in seinem ersten Hirtenwort hat sich unser Bischof mit der Schöpfung befasst. Es war im Oktober 2020 der Thematik „Schöpfung bewahren – Umwelt schützen“ gewidmet. 

Zum Erntedankfest gab es mit Bischof Bertram ein Rosenkranzgebet aus der Bischöflichen Hauskapelle. Dabei nannte er während einer Statio einige konkrete Punkte für unsren Umgang mit Gottes Schöpfung. Sie liegen in digitaler Form bei YouTube vor (Beginn ab 02:50).

Während der Adventszeit 2020 hat sich der Bischof in vier Katechesen mit der Schöpfungstheologie befasst. „In einer Zeit, in der sich der Mensch gerne zum Schöpfer aufschwingt, werden wir daran erinnert, dass wir nur Treuhänder der Schöpfung sind“, schreibt Bischof Bertram im Vorwort zu den Katechesen. „Wir stoßen an Grenzen. Es gibt Krankheiten, denen gegenüber wir uns machtlos ausgeliefert fühlen, was wir in der Corona-Pandemie am eigenen Leib erfahren und erleiden müssen.“

Die Texte sind beim St. Ulrich Verlag erschienen und können dort auch bezogen werden:
Der Schöpfer wird Mensch. Adventskatechesen 2020 (Augsburger Schriftenreihe, Heft 65)

 

Spirituelle Anregungen aus unserem Bistum

Eine ganz besondere Möglichkeit, sich auf sehr direkte Weise mit Gottes Schöpfung auseinanderzusetzen, bieten Bergexerzitien. Denn das Gebirge ist ein besonderer Ort, um der Frage nach Gott nachzugehen. Beim Bistum Augsburg gibt es hierzu bereits seit etlichen Jahren ein vielseitiges Angebot.

Die Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral bietet Materialein an, um Gott draußen begegnen zu können. Inspiriert von Papst Franziskus und den jeweiligen Sonntagslesungen gibt es Impulse für Kinder, Familien und Erwachsene, sich im Freien auf Gottes Spuren zu machen.

Eine besonders originelle Idee, sich mit der Schöpfung spirituell auseinanderzusetzen, stammt vom BDKJ. Der Diözesanverband hat ein Urban Gardening-Projekt gestartet. Es nennt sich GeBeet und stellt eine gute Möglichkeit dar, auf gärtnerische Weise mit Gott, den Mitmenschen und auch der Schöpfung in Verbindung zu treten.

Auch credo, unser diözesanes Internetportal für junge Leute, befasst sich in verschiedenen Beiträgen mit dem Thema Spiritualität und Schöpfung. So stellt die Theologiestudentin und Influencerin Iris Ingerling in einem Video-Beitrag die Frage wie es wohl ist, die Welt mit Gottes Augen zu sehen. In einem Interview mit dem Medienwissenschaftler Ralf Lankau geht es über Gottes Schöpfung und den digitalen Menschen. Der menschlichen Sehnsucht nach Gott als unserem Schöpfer ist ein Credo-Beitrag von Sr. Theresia Mende OP gewidmet. Sie greift dabei auch auf Gedanken von Edith Stein zurück.

 

Berge ermöglichen eine sehr intensive Möglichkeit, Gottes Spuren in der Schöpfung zu ergründen. (Foto: Karl-Georg Michel)

Inspirierendes von außerhalb 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio hat eine Broschüre über den „Lobpreis der Schöpfung“ herausgebracht. Sie geht dem Schöpfungshandeln Gottes und dem Gedanken der Gutheit und Schönheit der Schöpfung nach. Inspiriert ist sie insbesondere von der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Die etwas mehr als 30 Seiten lange Zusammenstellung kann bei missio bestellt werden. Sie gibt es aber auch digital zum Durchblättern.

 Bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es eine Broschüre mit Materialien für Gottesdienste und Andachten: „Nachhaltig durch das Kirchenjahr“. Die Texte lassen sich sowohl einer Zeit des Kirchenjahres beziehungsweise einem weltlichen Gedenktag als auch einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zuordnen und stehen bei der EKD auch zum Download als PDF bereit.

Ebenfalls am Kirchenjahr orientiert ist das ökumenische Projekt „nachhaltig predigen“. Es enthält Predigtanregungen, die sich nach den jeweiligen Lesungen und Evangelien richten. Sie setzen Impulse, wie Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung gelingen kann. Die Texte sind auf der Seite frei zugänglich und bieten sich auch für die Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen an.

 

Gebet für die Erde und die Menschheit

An das Ende dieser Seite wollen wir ein Gebet setzen. Es stammt von Papst Franziskus und ist als Gebet für die Erde und die Menschheit in besonderer Weise den Anliegen des Laudato si-Jahres gewidmet. Die Übersetzung aus dem italienischen Original stammt von Vatican News.

 

Liebevoller Gott,
Schöpfer des Himmels, der Erde, Schöpfer von allem, was es gibt:
Öffne unseren Geist und berühre unsere Herzen,
damit wir Teil der Schöpfung sein können, die Du uns geschenkt hast.

Stehe den Bedürftigen in diesen schwierigen Tagen bei,
vor allem den Ärmsten und Verwundbarsten.
Hilf uns dabei, kreative Solidarität zu zeigen
beim Umgang mit den Folgen dieser globalen Pandemie.
Lass uns mutig die Veränderungen angehen,
die die Suche nach dem Gemeinwohl von uns verlangt.
So dass wir heute – mehr denn je – fühlen können,
dass wir miteinander verbunden und voneinander abhängig sind.

Lass uns den Schrei der Erde und der Armen hören.

Lass uns den Schrei der Erde und der Armen
hören und darauf antworten.
Mögen die heutigen Leiden Geburtswehen sein,
Geburtswehen einer geschwisterlichen und nachhaltigeren Welt.

Darum bitten wir unter dem liebenden Blick Mariens, der Hilfe der Christen,
durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

(Weitere Schöpfungs-Gebete finden sie auf einer eigens dafür angelegten Seite)

Hier haben wir einige Vorschläge für Sie zum Luft-Holen, Nachdenken und Entspannen. Das können Ausflüge in die Natur sein, aber auch schriftliche Impulse.
Sie haben sich schon einmal überlegt, ob und wie Sie bewusst etwas für die Schöpfung und das Klima zu tun können - und zwar spirituell? Auf dieser Seite haben wir für Sie einige Anregungen zusammengestellt. Sie bieten sich insbesondere während der Fastenzeit an, sind aber auch für den Einstieg während des Jahres geeignet:  
Auf dieser Seite haben wir für Sie einige Gebete aufgelistet. Sie eignen sich für die persönliche Meditation ebenso wie für Andachten und Gottesdienste.