Spirituelles

Erntedankaltar in der bischöflichen Hauskapelle in Augsburg (Foto: katholisch1.tv)

Die Verantwortung für die Schöpfung hat auch mit unserer eigenen Einstellung dem Leben gegenüber zu tun. Papst Franziskus spricht in seiner Enzyklika „Laudato si“ sogar von „Humanökologie“ (vgl. LS 147) und einer „spirituellen Krise der Moderne“ (LS 119). Bereits zuvor hatte Papst Benedikt XVI. während seiner Deutschlandreise im Jahr 2011 beim Besuch des Bundestags den Begriff „Ökologie des Menschen“ verwendet.

Diese Seite ist deshalb der Spiritualität der Schöpfung und der Schöpfungstheologie gewidmet. Sie beinhaltet grundlegende Texte ebenso wie Themen und Vorschläge aus dem Kirchenjahr. Diese werden immer entsprechend aktualisiert.

  

 

Impulse zur Fastenzeit

Mitte Februar beginnt die Fastenzeit. Hierzu haben wir einige Impulse und Anregungen aus dem Internet zusammengestellt:

Die Abteilung "Spirituelle Dienste" des Bistums Augsburg lädt in der Fastenzeit zu einem spirituellen Übungsweg ein. Er greift Aspekte der Schöpfung auf. Die Exerzitien im Alltag „Du in allem“ sind von Ignatius von Loyola inspiriert und betrachten in insgesamt vier Wochen die vier Elemente und deren Bezug zu unserem eigenen Leben. Infos und Anmeldung

Zu Exerzitien im Alltag laden missio München und Mission EineWelt vom 22. Februar bis 22. März ein. Sie stehen unter dem Motto „erd-verbunden“ und regen dazu an, unsere bisherige Lebensweise zu überdenken und zu verändern. Diese geistlichen Übungen greifen Texte aus der Enzyklika „Laudato si“ auf, sie wollen unsere Verbindung mit „Mutter Erde“, mit der Schöpfung und ihrem Schöpfer stärken.Anmeldeschluss für diese Exerzitien ist der 15. Februar.

„erd-verbunden“ ist ein geistlicher Übungsweg zur Schöpfungsverantwortung. Er befasst sich mit den folgereichen menschlichen Eingriffen in das System Erde und wurde von einer ökumenischen Arbeitsgruppe erstellt. Über den Zeitraum von vier Wochen bietet „erd-verbunden“ Impulse zur täglichen Einzelbetrachtung. Es richtet sich an Einzelpersonen ebenso wie an Gruppen. Inspiriert ist der Übungsweg von Texten des Ökumenischen Rats der Kirchen und der Enzyklika „Laudato si“. Die Impulse laden dazu ein, unsere Verbundenheit mit der Schöpfung zu stärken, aber auch unsere Verantwortung für die Verwundungen der Schöpfung und für eine neue Lebensweise vor Augen zu stellen.

Materialien und Informationen zu erd-verbunden gibt es beim Institut für kirchliche Fortbildung der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Auch vom Bistum Passau werden Exerzitien im Alltag angeboten: „Im Einklang sein – Impulse zum Sonnengesang des Franz von Assisi“: Mit biblischen Texten, den Gedanken und praktischen Übungen wollen sie Gott als unseren Schöpfer und die uns anvertraute Schöpfung in den Mittelpunkt stellen. Die Exerzitien stammen von Sr. Conrada Aigner und sind ab 22. Februar online verfügbar.

  

Die Fastenaktion des Hilfswerks MISEREOR ist heuer ganz von der Corona-Pandemie geprägt. Denn sie hat sichtbar gemacht, was möglich ist, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. „Es geht! Anders.“ lautet deshalb in diesem Jahr das Motto. Es liegt in unserer Hand, eine andere, eine bessere Welt zu gestalten. Am Beispiel von Wegen des Wandels in Bolivien möchte MISEREOR mit der Fastenaktion zu spürbaren Schritten der Veränderung anregen.

Wie Hilfe für Menschen in den Ländern des Südens ganz konkret werden kann, zeigt die Solibrot-Aktion des katholischen Hilfswerkes MISEREOR. Der Diözesanverband Augsburg des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) beteiligt sich seit 2010 an dieser Initiative. Seitdem hat der Diözesanverband über 250.000 Euro erwirtschaftet. 

Auch die Kolpingjugend begleitet in unserem Bistum die Aktion von Misereor. Unter dem Motto "Umwerfend Anders - Nachhaltigkeit trifft Zukunft" sind alle Kinder- und Jugendgruppen eingeladen, sich mit den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit zu befassen.

 

Auf der Seite klimafasten.de gibt es zahlreiche Impulse und Anregungen für die Zeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Jede Fastenwoche ist einem eigenen Thema gewidmet, etwa unserem Wasserfußabruck. Die Seite beinhaltet auch theologische Impulse, Vorlagen für Gottesdienste und etliche andere Materialien. Klimafasten.de ist eine ökumenische Initiative und versteht sich als Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Dies tut nicht nur Leib und Seele gut, lautet dabei die Grundüberzeugung, es weitet auch den Blick, bereitet auf Ostern vor und verändert dadurch uns selbst und die Welt.

  

Wichtige Gedanken von Bischof Bertram

Gleich in seinem ersten Hirtenwort hat sich unser Bischof mit der Schöpfung befasst. Es war im Oktober 2020 der Thematik „Schöpfung bewahren – Umwelt schützen“ gewidmet. 

Zum Erntedankfest gab es mit Bischof Bertram ein Rosenkranzgebet aus der Bischöflichen Hauskapelle. Dabei nannte er während einer Statio einige konkrete Punkte für unsren Umgang mit Gottes Schöpfung. Sie liegen in digitaler Form bei YouTube vor (Beginn ab 02:50).

Während der Adventszeit 2020 hat sich der Bischof in vier Katechesen mit der Schöpfungstheologie befasst. „In einer Zeit, in der sich der Mensch gerne zum Schöpfer aufschwingt, werden wir daran erinnert, dass wir nur Treuhänder der Schöpfung sind“, schreibt Bischof Bertram im Vorwort zu den Katechesen. „Wir stoßen an Grenzen. Es gibt Krankheiten, denen gegenüber wir uns machtlos ausgeliefert fühlen, was wir in der Corona-Pandemie am eigenen Leib erfahren und erleiden müssen.“

Die Texte sind beim St. Ulrich Verlag erschienen und können dort auch bezogen werden:
Der Schöpfer wird Mensch. Adventskatechesen 2020 (Augsburger Schriftenreihe, Heft 65)

 

Spirituelle Anregungen aus unserem Bistum

Eine ganz besondere Möglichkeit, sich auf sehr direkte Weise mit Gottes Schöpfung auseinanderzusetzen, bieten Bergexerzitien. Denn das Gebirge ist ein besonderer Ort, um der Frage nach Gott nachzugehen. Beim Bistum Augsburg gibt es hierzu bereits seit etlichen Jahren ein vielseitiges Angebot.

Die Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral bietet Materialein an, um Gott draußen begegnen zu können. Inspiriert von Papst Franziskus und den jeweiligen Sonntagslesungen gibt es Impulse für Kinder, Familien und Erwachsene, sich im Freien auf Gottes Spuren zu machen.

Eine besonders originelle Idee, sich mit der Schöpfung spirituell auseinanderzusetzen, stammt vom BDKJ. Der Diözesanverband hat ein Urban Gardening-Projekt gestartet. Es nennt sich GeBeet und stellt eine gute Möglichkeit dar, auf gärtnerische Weise mit Gott, den Mitmenschen und auch der Schöpfung in Verbindung zu treten.

Auch credo, unser diözesanes Internetportal für junge Leute, befasst sich in verschiedenen Beiträgen mit dem Thema Spiritualität und Schöpfung. So stellt die Theologiestudentin und Influencerin Iris Ingerling in einem Video-Beitrag die Frage wie es wohl ist, die Welt mit Gottes Augen zu sehen. In einem Interview mit dem Medienwissenschaftler Ralf Lankau geht es über Gottes Schöpfung und den digitalen Menschen. Der menschlichen Sehnsucht nach Gott als unserem Schöpfer ist ein Credo-Beitrag von Sr. Theresia Mende OP gewidmet.  Sie greift dabei auch auf Gedanken von Edith Stein zurück.

 

Berge ermöglichen eine sehr intensive Möglichkeit, Gottes Spuren in der Schöpfung zu ergründen. (Foto: Karl-Georg Michel)

Inspirierendes von außerhalb 

Das Internationale Katholische Missionswerk missio hat eine Broschüre über den „Lobpreis der Schöpfung“ herausgebracht. Sie geht dem Schöpfungshandeln Gottes und dem Gedanken der Gutheit und Schönheit der Schöpfung nach. Inspiriert ist sie insbesondere von der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Die etwas mehr als 30 Seiten lange Zusammenstellung kann bei missio bestellt werden. Sie gibt es aber auch digital zum Durchblättern.

 Bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es eine Broschüre mit Materialien für Gottesdienste und Andachten: „Nachhaltig durch das Kirchenjahr“. Die Texte lassen sich sowohl einer Zeit des Kirchenjahres beziehungsweise einem weltlichen Gedenktag als auch einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zuordnen und stehen bei der EKD auch zum Download als PDF bereit.

Ebenfalls am Kirchenjahr orientiert ist das ökumenische Projekt „nachhaltig predigen“. Es enthält Predigtanregungen, die sich nach den jeweiligen Lesungen und Evangelien richten. Sie setzen Impulse, wie Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung gelingen kann. Die Texte sind auf der Seite frei zugänglich und bieten sich auch für die Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen an.

 

Gebet für die Erde und die Menschheit

An das Ende dieser Seite wollen wir ein Gebet setzen. Es stammt von Papst Franziskus und ist als Gebet für die Erde und die Menschheit in besonderer Weise den Anliegen des Laudato si-Jahres gewidmet. Die Übersetzung aus dem italienischen Original stammt von Vatican News.

 

Liebevoller Gott,
Schöpfer des Himmels, der Erde, Schöpfer von allem, was es gibt:
Öffne unseren Geist und berühre unsere Herzen,
damit wir Teil der Schöpfung sein können, die Du uns geschenkt hast.

Stehe den Bedürftigen in diesen schwierigen Tagen bei,
vor allem den Ärmsten und Verwundbarsten.
Hilf uns dabei, kreative Solidarität zu zeigen
beim Umgang mit den Folgen dieser globalen Pandemie.
Lass uns mutig die Veränderungen angehen,
die die Suche nach dem Gemeinwohl von uns verlangt.
So dass wir heute – mehr denn je – fühlen können,
dass wir miteinander verbunden und voneinander abhängig sind.

Lass uns den Schrei der Erde und der Armen hören.

Lass uns den Schrei der Erde und der Armen
hören und darauf antworten.
Mögen die heutigen Leiden Geburtswehen sein,
Geburtswehen einer geschwisterlichen und nachhaltigeren Welt.

Darum bitten wir unter dem liebenden Blick Mariens, der Hilfe der Christen,
durch Christus, unsern Herrn.
Amen.