Sagen und Legenden

Verschiedenen Quellen sind auch einige Sagen und Legenden zur heutigen Pfarreiengemeinschaft Kühbach zu entnehmen.

Folgende Texte haben wir zusammengestellt:

Die Entstehung des Klosters Kühbach

Eine Geistergeschichte im Kloster Kühbach

Das Ende des Klosters

Die Entstehung des Klosters Kühbach

(aus "500 Jahre Marktrecht Kühbach", Max Anneser, 1981")

Dekan und Pfarrer Georg Haller von Kühbach gibt in einem Schreiben um 1515 folgende sagenhafte Nachricht über die Entstehung des Klosters Kühbach:

„Unter den vielen Tausenden, welche, nachdem Gottfried von Bouillon die Heilige Stadt Jerusalem erobert hatte, zum Grabe des Herrn wallten, befand sich auch Adalbero, ein Graf von Wittelsbach. Alberade, seine Gemahlin, war gesegneten Leibes, als er von der Heimat schied.

Glücklich kam er an den Heiligen Städten an. Bald jedoch drängt ihn die Sehnsucht nach der Gattin und nach dem Kinde, das sie gebären sollte, zur Rückkehr. Unterwegs aber, bevor er seine Heimat wieder sah, erkrankte und starb Adalbero.

Bei der Schreckensnachricht hievon starb Alberade samt ihrem Kinde. Da verlobte, gebeugt vom Schmerze ihrer Eltern, Willibirgis, die einzige Tochter, all ihr Gut dem Herrn zu opfern, und stiftete das Kloster Kühbach, dessen erste Äbtissin sie wurde.

Eine Geistergeschichte im Kloster Kühbach

(aus "500 Jahre Marktrecht Kühbach", Max Anneser, 1981")

Im Pfarrarchiv zu Kühbach befindet sich eine geschriebene Notiz über eine merkwürdige Erzählung von wundersamen Erscheinungen, die dazu führten, dass die sterblichen Überreste der Kühbacher Klosterstifter wieder aufgefunden und geborgen werden konnten.

Zugetragen hat sich dieses Ereignis im Jahre 1770 von Juli bis September. Damals regierte als Äbtissin Barbara von Kreitmayr. Die Klosterfrau, die diese Erscheinungen hatte, hieß Rosa Maria Probst.

Es kam nicht selten vor, dass an Sonn- und Feiertagen schreckbare Unruhen unter den Schlafzellen der Klosterfrauen vernommen wurden, so dass alle, welche dies hörten, von Bangen ergriffen wurden. Frau Maria Rosa wurde öfters durch nächtliche Erscheinungen erschreckt, so dass sie in ihrer Angst Hilfe und Rat bei der Äbtissin, dem Herrn Beichtvater Hochsteiner und dem außerordentlichen Beichtvater H.H. Prälaten Joachim vom Kloster Scheyern suchte. Von diesen wurde Maria Rosa beauftragt, sich mit der heiligen Kommunion zu stärken und bei Wiedererscheinen der nächtlichen, rätselhaften Gäste sie um ihr Begehr zu fragen.

Die Geister erschienen, es waren ein Mann und eine Frau in schönen Gewändern und einer goldenen Kette. Sie sprachen: „Wir sind Udalschalk und Gemahlin Willibirgis, des Klosters zweite Stifter. Unsere Gräber sind bei dem neuen Kirchenbau außerhalb der Kirche zu liegen gekommen und wir finden nun keine Ruhe, bis wir auf die geweihte Stelle zurückkommen.“

Auf weiteres Befragen, wo ihre Gebeine zu finden wären, führten dieselben Frau Maria Rosa in ein entferntes Gewölbe und zeigten ihren Begräbnisplatz an. In ihre Zelle zurückgekommen, fiel Maria Rosa in einen erquickenden Schlaf.

Des anderen Tages wurden Nachgrabungen vorgenommen und mit leichter Mühe, bei einem sich weit verbreitenden Wohlgeruch wurden die Überreste der Ruhenden gefunden und erhoben. Die Gebeine waren von einer stattlichen Größe, welche bis zum weiteren Begräbnis in der Kirche beigesetzt wurden. Mit großer Feierlichkeit wurden die Überreste zu ihrer letzten Ruhestätte getragen. Ein schwarzer Stein im Schwesternchor bezeichnet die Stelle, wo sie jetzt ruhen.

Ein nochmaliges Erscheinen in weißen Kleidern gab kund, dass ihr Wunsch erfüllt worden war. Sie sprachen: „Sage deinen Vorgesetzten, die deinen Worten Glauben schenkten, unseren Dank!“ So schließt dieses Vorkommnis.

Das Ende des Klosters

(nach "300 Jahre Barocke Pfarrkirche St. Magnus Kühbach", Karl Christl)

Unter der 53. und letzten Äbtissin Anna Bennonia Josefa von Kreitmair aus München, die 1799 die Regierung antrat, wurde im Jahre 1803 das Kloster aufgehoben. Den Grundbesitz zog der Staat ein und die Kirche war von nun an ausschließlich Pfarrkirche. Den Nonnen räumten die Käufer des Klosters einen Teil der Klostergebäude zur Wohnung ein.

Das Kloster mit seinem Grundbesitz ging durch viele Hände, bis es 1839 an Herzog Max in Bayern kam. Von ihm kaufte es 1862 Josef Anton Freiherr von Beck-Peccoz und nützte es als Schloß. Noch heute befindet es sich im Besitz der Freiherrn von Beck-Peccoz.

Äbtissin Bennonia starb am 26. Juli 1833 und wurde ebenso wie ihre 23 Mitschwestern im Kühbacher Friedhof begraben. Ein schlichter Grabstein aus jener Zeit und eine Grabplatte mit dem Pontifikalstabe, bezeichnen die Stelle.

Die letzte Zeugin einstmaliger Größe des Klosters, die Gartenschwester Agathe Zeitlmayr, wurde im Jahre 1835 von der Kühbacher Bötin Kreszenz Lechner und deren Sohn Bartholomäus Samson ermordet und beraubt. Kreszenz Lechner wurde noch im gleichen Jahr in Aichach öffentlich vom Scharfrichter aus Augsburg enthauptet. Das war die letzte Hinrichtung in Aichach. Ihr Sohn wurde, da noch jugendlich, lebenslänglich eingesperrt.