Skapulier-Bruderschaft in Kühbach

Seit 10.März 1667, noch aus den Zeiten des Klosters in Kühbach besteht hier diese marianische Erzbruderschaft. Großen Zulauf von Gläubigen aus der näheren und weiteren Umgebung hatte sie seit dieser Zeit. In der Pfarrkirche befindet sich ein eigener Altar dieser Bruderschaft mit der schön bekleideten Muttergottes und dem Jesuskind.

Bruderschafts-/Marienaltar [Foto: Helene Monzer]

An den Bruderschafts-Festtagen, dem "Skapulierfest" im Juli und an Mariä Himmelfahrt, kamen früher viele Gläubige nach Kühbach, um die Predigt zu hören, Gottesdienste mitzufeiern und bei den zahlreich erschienenen Priestern zu beichten und zu kommunizieren. Der Priestermangel und der Zeitgeist haben diese wertvolle Einrichtung in den Hintergrund treten lassen. Aber immer noch lassen Eltern ihre Kinder nach der Erstkommunion am Bruderschaftsaltar in diese geistliche Gemeinschaft aufnehmen.
Ziel dieses Bundes ist ein christliches Leben aus dem Glauben, sowie öftere Beichte und Kommunion, um so die Verbindung mit Gott durch Vermittlung seiner Mutter Maria nicht abreißen zu lassen, sondern ständig zu festigen und zu erneuern.
Betritt man durch den Haupteingang die Pfarrkirche, so fällt der Blick gleich gegenüber auf den "Bruderschaftsaltar". Er war vor dem letzten Umbau der Kirche der Choraltar (Hauptaltar) und trug ein geschnitztes Madonnenbild, das im Krieg geraubt und verunehrt worden war. Der Altar wurde 1713 renoviert und mit einem vom Volk hochverehrten, bekleideten Madonnenbild versehen. Dieses besteht nur aus einem Gestell mit Kopf und Händen und dem ebenso gestalteten Jesuskind. Maria und das Jesuskind halten jeweils ein "Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel" in Händen. Es besteht aus zwei Stückchen braunen Wollstoffes, die durch zwei Tragebändchen miteinander verbunden sind. Das Skapulier deutet das braune Schulterkleid des Ordensgewandes der Karmeliter an. Eines der Wollstückchen trägt ein Bildnis der Muttergottes mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Arm. Auf dem anderen Wollstückchen befindet sich das Bild des Gekreuzigten oder des Heiligsten Herzens Jesu.
Das Skapulierfest hat in Kühbach also eine überaus lange Tradition. Jahrhundertelang ließen sich jährlich etwa 200 Gläubige in die Bruderschaft aufnehmen. Noch bis in die 70er Jahre kamen zu diesem Festtag viele Bruderschaftsmitglieder aus dem gesamten Umland, sodass die große Pfarrkirche viel zu wenig Platz bot. Ein auswärtiger Zelebrant hielt die Festpredigt, während mehrere Priester den überaus zahlreich anwesenden Gottesdienstbesuchern die Beichte abnahmen. Nach dem Festgottesdienst schloss sich eine große Sakramentsprozession durch den Ort an. Spätnachmittags schloss das Skapulierfest mit einer feierlichen Abendandacht.
Aber auch heute noch wird beim Festgottesdienst immer am dritten Sonntag des Juli besonders für alle verstorbenen Mitglieder der Skapulier-Bruderschaft gebetet, die sich im Vertrauen auf das Gebet späterer Generationen in die Bruderschaft haben eintragen lassen. Nach altem Brauch sind besonders die Kommunionkinder aufgerufen, sich in die Bruderschaft einschreiben zu lassen. Direkt im Anschluss an die Einschreibung erfolgt durch den Pfarrer am Bruderschaftsaltar die feierliche Aufnahme. Dabei erhält jedes neue Mitglied auch ein dem Original nachempfundenes kleines Skapulier aus Stoff.

--- AKTUELLES ---

Neue Aufnahmen in die Kühbacher Bruderschaft „Unserer lieben Frau vom Berge Karmel“ 2015

Beim Skapulierfest der Pfarrei St. Magnus am Sonntag, 19. Juli 2015, wurden in die Bruderschaft „Unserer lieben Frau vom Berge Karmel“ Josef und Astrid Sagstetter, Benedikt Rinauer, Sophia Wagner und Florian Felber aufgenommen. Am Bruderschaftsaltar segnete Pfarrer Paul Mahl die Skapuliere und überreichtes es den fünf Neuen im Rahmen einer Andacht nach dem Festgottesdienst. Die Bruderschaft besteht seit über drei Jahrhunderten. Gegründet wurde sie 1667.

Foto/Text: Helene Monzer

Das Skapulier der Mitglieder [Foto: Helene Monzer]