Kapelle "St. Wendelin" in Oberschönbach, Pfarrei St. Kastulus Unterschönbach

Die kleine Ortskirche St. Wendelin in Oberschönbach wird erstmals im Jahre 1836 erwähnt, ist aber wahrscheinlich älter. Sie wurde in den letzten Jahren gründlich renoviert und 2013 am Festtag des Kirchenheiligen St. Wendelin neu eingeweiht. Der barocke Altaraufbau birgt das Bild „Maria mit Kind von der immerwährenden Hilfe. Links ist die Figur des hl. Leonhard und rechts des hl. Wendelin.

Beachtenswert ist der schön gemalte Kreuzweg. In der Kapelle steht rechts unten noch eine kleine Ölbergtafel. Es ist Jesus, der Blut geschwitzt hat. Weitere Bilder zeigen die hl. Viktoria und die Mutter Anna mit Maria. Das Kreuz an der Westwand ist wohl aus der Nazarenerzeit. Im Türmchen hängt eine Glocke, die dreimal am Tag zum „Engel des Herrn“ geläutet wird.
Der Oberschönbacher Kirchenheilige Wendelin lebte nach der Legende als Einsiedler und Pilger im Saarland im Gebiet um Trier und tat Dienste als Hirte. Das soll um 600 gewesen sein. Später war er der Obere einer Einsiedlergenossenschaft, aus der bald darauf die Benediktinerabtei Tholey entstand. Das Kloster erbaute ein reicher Diakon der Kirche von Verdun im 7. Jahrhundert. Das Grab des hl. Wendelin wurde das Ziel einer regen Wallfahrt und im Laufe der Zeit entstand das Städtchen St. Wendel. Wendelin ist der Patron der Bauern und Hirten. Er wird bei Viehseuchen angerufen.
Helene Monzer

Literaturnachweis:
Die Texte zu den Kirchen und Kapellen wurden entnommen aus.
# Georg Dehio, Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Bayern III: Schwaben (München 1989)
# Karl Christl, 300 Jahre Barocke Pfarrkirche in Kühbach, 1989
# Rudolf Wagner, Kühbach
# und aus verschiedenen eigenen Veröffentlichungen der Pfarrei Kühbach