Der Kreuzpartikel im Kühbacher Wettersegen-Kreuz

Im Jahr 1002 schenkte König Heinrich II. dem Kloster Kühbach einen Splitter vom Holz des Kreuzes Christi. Dieser befindet sich heute im „Wetterkreuz“ der Pfarrkirche.

Wettersegen-Kreuz mit dem Kreuzpartikel [Foto: Josef-Matthe Lochner]

Der Überlieferung nach handelt es sich bei sogenannten Kreuzpartikeln um Holzsplitter von jenem Kreuz, an das der Gottessohn Jesus Christus angenagelt wurde. Teile davon wurden später vom Jerusalemer Patriarchen an prominente Pilger verschenkt. Kaiser Heinrich II. schließlich brachte um das Jahr 1002 einen solchen ansehnlichen Kreuzpartikel ins neugegründete Kloster Kühbach. Dieses wurde zwar erst im Jahr 1011 von König Heinrich in einer Urkunde als Benediktinerinnenkloster bestätigt, war aber wohl bereits um das Jahr 1000 von Graf Adalbero aus seinen um Kühbach gelegenen Gütern gegründet worden.
Der Kühbacher Kreuzessplitter befindet sich in einem Kreuz von vergoldetem Silber. Auf der Rückseite erzählt eine Inschrift aus dem 15. Jahrhundert in lateinischer Sprache: „Dies ist der Span von dem heiligen Creiz, welliches der heiling Sant kaiser Heinrich zu diesem St. Benedictikloster verehrt und selbst bracht hat, als man zählt nach Christi gepurt tausend und im andern Jahr.“ Mit diesem Kreuz wird in der Pfarrkirche schon seit Jahrhunderten und auch heute noch der Wetter-Segen erteilt.

Wettersegen-Kreuz, Rückansicht mit Inschrift [Foto: Josef-Matthe Lochner]